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Handball-WM : Deutschland mit gutem Gefühl in die Hauptrunde

Silvio Heinevetter und die deutschen Handballer gehen mit einem Sieg über Serbien Richtung Hauptrunde. Bild: EPA

Die deutschen Handballer verabschieden sich mit einem klaren Sieg aus Berlin. Nun freuen sie sich auf die Hauptrunde in Köln und die drei nächsten Gegner. Die Ausgangslage ist vielversprechend.

          Dieser Freitag ist Reisetag für die deutsche Handball-Nationalmannschaft. Es geht weiter von Berlin nach Köln, zur Hauptrunde der Weltmeisterschaft. Die Umsteigezeit dabei ist knapp bemessen: Schon am Samstag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-WM und in der ARD) gegen Island wird wieder gespielt, da war es angenehm, dass sich die Nationalspieler am Donnerstagabend zumindest um ihr wichtigstes Gepäck keine Gedanken mehr machen mussten.

          Handball-WM 2019

          Dass sie 3:1 Punkte mitnehmen würden, stand schon am frühen Abend fest, nach dem 35:26-Sieg der Brasilianer über Korea. Was zugleich bedeutete, dass das Team von Christian Prokop seine Aufgabe gegen Serbien mit freiem Kopf angehen konnte. Mit dem 31:23 sorgten die Deutschen für einen stimmungsvollen Abschied, der Team und Publikum bis auf die von Unkonzentriertheit geprägte Schlussviertelstunde noch einmal viel Freude bereitete. „Es waren fünf phantastische Spiele oder zehn phantastische Tage“, sagte Prokop im Rückblick. Seine Mannschaft ziehe nicht nur mit einem „sehr guten Gefühl“ weiter nach Köln, die drei Punkte seien eine „tolle Sache“.

          In Köln heißen die Gegner nun Island (Samstag, 20.30 Uhr, ARD), Kroatien (Montag, 20.30 Uhr, ARD oder ZDF) und Spanien, der Europameister (Mittwoch, 20.30 Uhr, ARD oder ZDF/ alle Spiele auch im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-WM). Mit Blick auf diese Aufgaben erinnerten die deutschen Spieler in Berlin noch einmal an das Unentschieden gegen Russland. „Da haben wir gesehen, dass wir immer unsere maximale Leistung zeigen müssen“, sagte Martin Strobel. Paul Drux sprach von einem „kleinen Knacks“, den dieses Spiel gebracht habe, aber die Mannschaft sei danach gegen Frankreich „wieder aufgestanden“ – eine wichtige Wegmarke für das Team bei diesem Turnier.

          Am Donnerstagabend lag eine ganz andere Leichtigkeit über der Halle als beim Hochdruck-Duell mit den Weltmeister. In Köln werden am Samstag dann 19.000 statt wie in Berlin 13.500 Zuschauer in der Halle sein, die Möglichkeit den „Druck im Kessel“ noch einmal zu erhöhen, wie Bob Hanning sagte, der Vizepräsident des Deutschen Handballbundes. Auf dem Platz war Matthias Musche mit fünf Toren, darunter zwei Siebenmetern, der beste deutsche Werfer gegen Serbien. In einem Team, in dem Prokop die Spielzeit breit streute und seinen meistbeanspruchten Spielern lange Ruhepausen gönnte, durfte sich Silvio Heinevetterseinem Berliner Heimpublikum über die volle Zeit zeigen – er setzte sogar den Schlusspunkt zum umjubelten 31:23.

          Am Mittwoch war ein neuer Mann beim Nationalteam eingetroffen, Kai Häfner, der schon 2016 als Nachrücker beim Titelgewinn mithalf. Er freue sich, dass er das „live miterleben“ könne, sagte er am Donnerstag in der Halle, zum Kader gehörte er aber noch nicht. Vor einem Tausch will Prokop abwarten, wie sich die Adduktorenzerrung von Steffen Weinhold entwickelt. Der Bundestrainer kündigte an, dass am Samstag in jedem Fall wieder 16 Mann im Kader stehen würden – wer das sein würde, ließ er aber noch offen. Gegen Serbien kam die Mannschaft auch so zurecht. Die Deutschen spielten zwar zu Beginn nicht mit allerletzter Konsequenz, doch nach einem 0:2-Rückstand brachten sie sich schnell in die Verfassung, die es brauchte.

          „Wir wollten nicht runterfahren“, sagte Prokop. Franz Semper nahm Weinholds Position ein, der Bundestrainer begann früh, viel zu wechseln: Wiede, Lemke, Musche, Kohlbacher kamen, Gensheimer, Strobel, Groetzki und Pekeler erhielten eine längere Verschnaufpause, nachdem sie ihr Team mit auf Kurs gebracht hatten. Es sei wichtig gewesen, die Belastung zu verteilen, sagte Prokop, „das Niveau haben wir oben gehalten“. Eine Weile kamen die Deutschen nicht über einen Zwei-Tore-Vorsprung hinaus, obwohl die Deckung gewohnt konzentriert arbeitete und Heinevetter so die Möglichkeit gab, sich ins Rampenlicht zu spielen. Doch als die Serben sich in doppelte Unterzahl brachten, zog Prokops Team davon, erst auf 14:11, dann auf 16:12, dem Pausenstand.

          Spielplan der Handball-WM 2019 in Deutschland und Dänemark

          Der Start in die zweite Hälfte geriet wieder etwas fahrig, vor allem im Angriff, es dauerte zehn Minuten, bis hier wieder Präzision und Entschlossenheit im Spiel waren, letztere verkörperte vor allem Kohlbacher, mit drei Toren nacheinander. Nachdem Gensheimer seinen zweiten Siebenmeter des Tages vergeben hatte, durfte Musche ran – er verwandelte. Spätestens, als Drux mit seinem vierten Treffer für eine Sieben-Tore-Führung sorgte, zum 23:16 (45.), war die Sache gelaufen.

          Das reine Vergnügen, nach dem es in diesem Moment für Mannschaft und Publikum aussah, wurde dann allerdings noch ein wenig getrübt. Der Versuch, die taktische Variante des siebten Feldspielers zu proben, ging gründlich daneben, gleich drei Mal nacheinander landete der Ball im eigenen, leeren Tor. Prokop nahm es einerseits mit Humor, er habe gehofft, dass die Frage nicht kommen würde, sagte er. Aber ernst war es ihm schon auch damit: „Mit Sicherheit werden wir die noch einmal brauchen“, sagte er über die Variante. Dass es ohne Aufgaben im Gepäck weitergehen würde, hatte ja auch niemand behauptet.

          Handball-WM 2019

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