https://www.faz.net/-gtl-9ix0d

Lino Červar : Das sonderbare Schauspiel des kroatischen Trainers

  • -Aktualisiert am

Hand ohne Ball: Kroatiens Trainer Lino Cervar gestikuliert gerne und viel. Bild: dpa

Für die einen gilt er als der geniale Handball-Magier. Für die anderen ist er ein Rumpelstilzchen, dem jedes Mittel zum Erfolg recht ist. Lino Červar, Trainer von Deutschlands Gegner Kroatien, ist ziemlich umstritten.

          2 Min.

          Er ist wieder da. Und er ist nicht ruhiger geworden. Die Optik erinnert an Woody Allen, die Gestik an Louis de Funès: gestatten, Lino Červar! Vor einem Jahr bei der Heim-EM kehrte der inzwischen 68 Jahre alte Kroate auf die Bank der kroatischen Handballspieler zurück. Als sei er nie weg gewesen, dirigierte Červar gewohnt schwungvoll – und übergriffig.

          Handball-WM 2019

          Im Vorrundenspiel gegen Weißrussland vor einem Jahr hält er einen gegnerischen Spieler am Oberkörper fest, als dieser 30 Sekunden vor Schluss an der Bank vorbeilaufen will, um zum 24:24 auszugleichen. Zweimal packt Červar zu, der Weißrusse befreit sich, rennt nach vorn und begeht ein Stürmerfoul. Im letzten Angriff treffen die Kroaten zum 25:23-Sieg. In der Hitze des Gefechts sei ihm das passiert, sagte Červar später. Unsinn, sagte der als Zeuge befragte Schwede Jim Gottfridsson von der SG Flensburg-Handewitt: „In unserem Vorrundenspiel hat er mich auch zweimal am Arm festgehalten.“ Der Europäische Handballverband sperrte Červar trotzdem nur für ein Spiel. Der volle Einsatz seines kleinen Körpers reichte dann doch nicht: Kroatien wurde nur Fünfter. Eine große Enttäuschung.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Polizisten auf Streife in dem ultraorthodoxen Jerusalemer Stadtteil Mea Shearim.

          Corona-Krise in Israel : „Das iz a noytfal“

          Die Pandemie betrifft in Israel vor allem strenggläubige Juden. Sogar der ultraorthodoxe Gesundheitsminister hat sich infiziert – weil er sich nicht an die eigenen Bestimmungen hielt.