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28:21 gegen Kroatien : Deutschland holt Gruppensieg – Achtelfinale gegen Qatar

Bild: AFP

Der deutsche Abwehrblock bringt die Kroaten zur Verzweiflung. Neben Torwart Wolff überzeugt auch ein Neuling. Mit dem Erfolg steht der Gruppensieg fest – doch Sigurdssons Auswahl gewinnt auch noch etwas anderes.

          2 Min.

          Es war wie ein Endspiel, doch die deutschen Handballspieler sind als glorreicher Sieger dieses „Finales“ noch längst nicht am Ziel ihrer Wünsche. Aber immerhin führte das überzeugende 28:21 am Freitag gegen Kroatien dazu, dass Deutschland als Erster der Vorrundengruppe von Rouen an diesem Sonntag im Achtelfinale der Weltmeisterschaft in Paris antreten kann – und am Samstag keine wirklichen Reisestrapazen auf sich nehmen muss. Der nächste Gegner Qatar flößt zudem nicht unbedingt Angst und Schrecken ein. Die Mannschaft war zwar bei der WM 2015 im eigenen Land Zweiter hinter Frankreich geworden, sie hatte die Deutschen dabei im Viertelfinale bezwungen, aber ihr großer Schwung ist inzwischen verflogen. Trotzdem sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson am Freitag, dass Qatar sehr unangenehm sein könne.

          Rainer Seele
          Sportredakteur.

          Ein Mann und ein Versprechen: Holger Glandorf war kurzfristig geholt worden, um den Rückraum zu beleben – und man konnte sagen, dass der 33 Jahre alte Routinier die Erwartungen erfüllte, die in ihn gesetzt wurden. Obwohl der Flensburger am Freitag nach den teilweise überraschenden Rochaden von Sigurdsson, der zudem den Mannheimer Abwehrspezialisten Hendrik Pekeler nachnominiert hatte, zunächst gar nicht eingesetzt wurde. Aber allein seine Anwesenheit schien die Deutschen zu beflügeln, vor allem Kai Häfner, der bisher als Linkshänder im rechten Rückraum auf sich alleine gestellt war. Häfner zeigte von Beginn an eine Menge Elan und erzielte die ersten vier deutschen Treffer. Das war ein wichtiges Fundament für die Deutschen, die sich außerdem auf eine sehr energisch zupackende Verteidigung stützen konnten. Mit einem herausragenden Torhüter Andreas Wolff. Mit Pekeler, der in der Deckung den Innenblock bildete, mal mit Finn Lemke, mal mit Patrick Wiencek. Aber auch Pekeler, der unlängst Urlaub auf Mauritius machte und daraus frische Energie schöpfte, hatte sich erst mal gedulden müssen, ehe er in das Geschehen eingreifen konnte.

          Glandorf wurde nach etwas mehr als 20 Minuten auf das Parkett geschickt. Ein Handballspieler, der nahezu unverwüstlich zu sein scheint. Immerhin hatte Glandorf, ein Mann ohne Allüren, schon so schwere Verletzungen erlitten, dass ein Ende seiner Karriere gedroht hatte. So hatte sich Glandorf 2014 einen Riss der rechten Achillessehne zugezogen, zwei Jahre zuvor hatte er wegen einer Entzündung an der linken Achillessehne mehrere Operationen über sich ergehen lassen müssen. Glandorf kämpfte sich stets zurück. Und er folgte nun wie selbstverständlich dem Ruf von Sigurdsson. Das hatte sich kürzlich schon angedeutet, als der Flensburger Recke sein Comeback im Nationalteam gab, mehr als zwei Jahre nach seinem Rücktritt.

          Glandorf wird seine Rolle im deutschen Spiel noch finden müssen. Das Team von Sigurdsson erwies sich am Freitag als ein funktionierendes Ensemble, mit bekannten Größen wie Wolff. Oder Patrick Wiencek, der mit sechs Treffern bester deutscher Schütze war. Sigurdsson lobte zufrieden das Gemeinschaftswerk, das von großem Behauptungswillen geprägt war. Glandorf blieb bei seinen beiden Würfen ohne Fortune. Da hatte ihm der andere Neue, Kreisläufer Pekeler, etwas voraus: Ihm gelangen bei seinem Einstand drei Tore. „Ich bin kein Heilsbringer“, sagte Glandorf. Aber Sigurdsson glaubt, dass auch der Flensburger auf dem Feld noch von Bedeutung sein wird für das deutsche Team. „Er wird uns helfen, da mache ich mir keinen Kopf.“ Es soll für Deutschland schließlich auch noch einiges anstehen in Frankreich.

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