https://www.faz.net/-gtl-pzqw

Handball-WM : „Wir sind im Soll“

  • Aktualisiert am

Kein Durchkommen für Qatar Bild: dpa/dpaweb

Die deutschen Handball-Männer haben das dritte Vorrundenspiel bei der Weltmeisterschaft in Tunesien gegen Außenseiter Qatar mit 40:15 gewonnen. Das Team braucht damit nur noch einen Punkt zum Einzug in die Hauptrunde.

          2 Min.

          Das erwartete Tor-Festival gegen Handball-Zwerg Qatar hat dem deutschen Team bei der WM in Tunesien den ersten Matchball beschert. Die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand gewann auch sein drittes Gruppenspiel binnen vier Tagen mit 40:15 (20:4) und kann bereits mit einem Punktgewinn am Donnerstag gegen Norwegen (20.15 Uhr) den Einzug in die Hauptrunden vorzeitig perfekt machen.

          „Wir sind im Soll und haben beste Chancen auf die nächste Turnierphase. Die anderen Mannschaften stehen jetzt unter Druck, nicht wir“, erklärte der viermal erfolgreiche Kapitän Florian Kehrmann (Lemgo) mit Blick auf die anstehende Reifeprüfung gegen die mit fünf Bundesliga-Legionären gespickten Skandinavier.

          „Besseres Trainingsspiel“

          Zwei Tage nach dem enttäuschenden Auftritt gegen die Exoten aus Brasilien (30:23) besiegelten Christian Zeitz (THW Kiel/5) und Frank von Behren (VfL Gummersbach/5) als beste deutsche Werfer vor 2000 Zuschauern in Sousse die erfolgreiche Rehabilitation. Von Anfang an spielte der bislang noch verlustpunktfreie Favorit mit dem allenfalls drittklassigen WM-16. aus dem Scheichtum Katz und Maus und ließ in den ersten 19 Minuten nur einen einzigen Gegentreffer zu. Bereits ab Ende der ersten Halbzeit schonte Brand in dem „besseren Trainingsspiel“ einige seiner Stammspieler, die schnell eine 15:2 (22.)-Führung herausgeworfen hatten.

          Verkleidet: Ein deutscher Fan passt sich dem Gegner an

          Den bislang höchsten Erfolg - 39:8 gegen Grönland bei der WM 2001 in Frankreich - konnten die Deutschen allerdings nicht überbieten. Bei der WM 2003 in Portugal hatte der spätere Vize-Weltmeister Deutschland die Nordafrikaner bereits mit 40:17 bezwungen.

          Geheimfavorit wartet

          Die Gedanken von Brand drehen sich aber nicht erst nach der Pflichtnummer gegen Qatar um den nächsten Gegner aus Norwegen, der unter den Experten sogar als Geheimtipp für eine WM-Medaille gehandelt wird. „Sie haben eine solide Mannschaft mit einigen Highlights und sind für mich der Gruppenfavorit“, betonte der Gummersbacher vor der Reifeprüfung für seine „Rasselbande“ (Durchschnittsalter knapp 25 Jahre). Wohlwissend, dass die erstmals seit sechs Jahren wieder bei einer WM vertretenen Skandinavier in der Qualifikation den Olympia-Vierten Ungarn ausgeschaltet hatten. Gegen die Magyaren hatte die DHB-Sieben in Athen verloren (29:30).

          Derartige Quervergleiche hinken zwar, sind Brand aber Warnung genug. „Nur wenn wir ans Limit gehen, kühlen Kopf bewahren und die kämpferische Einstellung stimmt, haben wir eine Chance“, sagte der Weltmeister von 1978, der sein junges Team nach der schlappen Vorstellung gegen Brasilien im feudalen Mannschaftsquartier El Mouradi Palace eindringlich ins Gebet genommen hatte.

          „Wir können jeden schlagen“

          Nicht ohne Grund, denn die Norweger sind nicht zuletzt wegen der schlechten Bilanz (nur 8 Siege in 41 Vergleichen) heiß auf ihre Bundesliga-Kollegen. „Wenn unsere Deckung steht, können wir jeden schlagen“, meinte Glenn Solberg vom Meister SG Flensburg-Handewitt. Sollte die Partie gegen die „Wikinger“ verloren werden, hätten die erstmals seit acht Jahren als Außenseiter in ein großes Turnier gestarteten Deutschen am Samstag im abschließenden Gruppenspiel gegen Serbien und Montenegro (14.00) den zweiten und letzten Matchball.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Rush Hour in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh am 17. März 2020

          Corona und der Westen : Die zivilisatorische Kränkung

          Geben wir im Überlebenskampf Freiheit und Würde auf? Oder steckt hinter dieser Entgegensetzung derselbe Dünkel, der so viele im Westen davon abhielt, in der Pandemie von Ostasien zu lernen?

          Corona-Lage in Süditalien : Aufrufe zur Revolution

          In Süditalien drohen Menschen mit „Sturm auf die Paläste“. Der Geheimdienst warnt vor sozialen Unruhen. Schon gab es versuchte Plünderungen. Die wirtschaftliche Lage der Region ist wegen Corona fatal.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.