https://www.faz.net/-gtl-437d

Handball-WM : Fast jeder Schuss ein Treffer

  • Aktualisiert am

Nicht zu stoppen: Florian Kehrmann gegen Australien Bild: dpa

Deutschland schlug bei der Handball-WM Australien mit 46:16 und verpasste den Tor-Rekord der Isländer, die am Vortag 55:15 gewonnen hatten.

          Die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Männer hat bei der WM in Portugal auch ihr zweites Vorrunden-Spiel souverän gewonnen.

          Das Team von Bundestrainer Heiner Brand besiegte in der Gruppe B Australien 46:16 (24:6), nachdem die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) am Montag mit einem 40:17-Kantersieg gegen Katar ins WM-Turnier gestartet war. Gruppengegner Island hatte am Montag mit einem 55:15 (23:6) gegen Australien für den höchsten Sieg in der 65-jährigen WM-Geschichte gesorgt.

          Elf-Tore-Sprint zwischendurch

          Im zweiten Trainingsspiel leistete sich das Team von Bundestrainer Heiner Brand gegen die allenfalls viertklassigen Australier jedoch wesentlich mehr technische Fehler als noch gegen Katar, ging aber trotzdem schnell mit 10:2 (15.) in Führung.

          Leichtes Spiel: Maskottchen „Utopias ” bei der Handball-WM

          Den Grundstein für den zweithöchsten DHB-Sieg in der Geschichte legte Deutschland mit einem Elf-Tore-Sprint ohne Gegentreffer auf 22:4 (28.). Allerdings monierte Brand im zweiten Abschnitt lautstark die fehlende Konzentration seiner Profis. Vor zwei Jahren beim Titelkampf in Frankreich hatte das DHB-Team Grönland mit 39:8 und USA mit 40:12 deklassiert.

          Reduzierung der Teilnehmerzahl im Gespräch

          Fragen nach dem Sinn einer WM-Teilnahme von Handball-Exoten konnte Bundestrainer Heiner Brand nicht beantworten: „Fragen sie die IHF, die muss die Entscheidungen treffen“, meinte der 50-Jährige. Tatsächlich liebäugelt die Internationale Handball-Föderation (IHF) nun offenbar mit einer Verkleinerung des Teilnehmerfeldes bei künftigen Weltmeisterschaften. Das bestätigte am Dienstag IHF-Ratsmitglied Kjartan Steinbach.

          „Solche Mannschaften wie Australien dürften eigentlich nicht bei einer WM auflaufen“, erklärte Steinbach und kündigte für die Wochen nach der WM intensive Gespräche an. Erst 1995 hatte die IHF das Feld der Mannschaften von 20 auf die Rekordzahl von 24 Teams aufgestockt.

          86:2 bleibt unerreicht

          Island durchbrach am Montag als erste Mannschaft bei einer WM die 50-Tore-Marke. „Das ist leider ein zu leichtes Spiel geworden“, monierte Rückraumspieler Olafur Stefansson vom Champions-League-Sieger SC Magdeburg und fügte an: „Wir hatten sie etwas stärker erwartet.“ Vier Jahre zuvor in Ägypten verfehlte Schweden mit 49:17 ebenfalls gegen Australien diese Schallmauer knapp.

          In der WM-Qualifikation Ozeaniens schlug Australien wiederum das Team aus Vanuatu mit 51:14. Die größte Tordifferenz aller WM-Spiele stammt aus dem Jahr 1958. Beim Titelkampf in der DDR siegte die bundesdeutsche Auswahl mit 46:4 gegen Luxemburg. Außerhalb von Weltmeisterschaften ist das 86:2 der UdSSR gegen Afghanistan 1981 bei einem Turnier für Militär-Mannschaften in Ungarn unerreicht.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.