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Handball-WM in Schweden : Vorbild Deutschland

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Will die Außenseiter-Chance zu fassen bekommen: Schwedens Trainer Staffan Olsson Bild: dapd

Gastgeber Schweden will sich bei der Handball-WM von seiner besten Seite präsentieren. Doch selbst Coach Staffan Olsson bezeichnet seine Spieler nur als „Underdogs“. Als Inspiration soll die deutsche Nationalmannschaft dienen.

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          Schweden - ein Land lebt Handball. So zumindest stellen es sich die Gastgeber der Weltmeisterschaft für die kommenden fast drei Wochen vor. Und auch die Erwartungen anderer Nationen an die Heimat der skandinavischen Handball-Ikonen Magnus Wislander und Stefan Lövgren sind hoch. Schweden begibt sich mit dem Eröffnungsspiel in Göteborg gegen den Exoten Chile an diesem Donnerstag (20.15 Uhr /Handball-WM im FAZ.NET-Liveticker) jedenfalls auf eine „Abenteuerreise“. Denn die Erfolge liegen lange zurück. Der letzte WM-Titel datiert aus dem Jahr 1999, das letzte EM-Gold von 2002. Und für die Olympischen Spielen 2004 sowie 2008 konnte sich Schweden erst gar nicht qualifizieren.

          Auf ein „Handball-Wunder“ hofft Trainer Staffan Olsson wohl nur insgeheim. Der frühere Kieler Weltklasse-Spieler, der zusammen mit Ola Lindgren den Gastgeber betreut, will realistisch sein. „Obwohl wir im eigenen Land spielen, gehe ich davon aus, dass wir als 'Underdogs' einsteigen. Natürlich hoffen wir auch darauf, dass genau das unsere Chance sein wird“, sagte Olsson, der als Spieler 1990 und 1999 die WM geholt hatte. Schweden hat zumindest eine lösbare Vorrunden-Gruppe erwischt. Neben Chile warten Argentinien, Südkorea, die Slowakei und Favorit Polen.

          Hoffnung auf „filigrane“ Titelkämpfe mit „Spaßfaktor“

          Egal wie Schweden abschneidet: Die Teilnehmer wünschen sich eine WM erster Güte. „Ich erwarte ein tolles Turnier mit einer guten Organisation, und es soll eine gute Werbung für den Handball werden“, sagte Frankreichs Schlussmann Thierry Omeyer. Auf filigrane Titelkämpfe setzt der frühere Welthandballer Daniel Stephan. „Ich hoffe, dass der Spaßfaktor rüberkommt. Und ich hoffe, dass das Spielerische mehr auf die Waagschale kommt“, erklärte Stephan. „Zuletzt war der Krafthandball im Vordergrund.“

          Engagierte Doppelspitze an der Seite: Ola Lindgren (l.) und Staffan Olsson

          Große Stücke auf die junge „Tre kronor“-Mannschaft, die bei der EM in Österreich 2010 einen enttäuschenden 15. Platz belegte, hält der ehemalige französische Rückraum-Star Jackson Richardson. „Ich traue den Schweden als WM-Gastgeber einiges zu. Der Heimvorteil beflügelt - das haben wir schon in Deutschland und auch in Kroatien gesehen“, meinte der langjährige Großwallstädter. „Insgesamt ist das Team nicht sonderlich stark, aber die Euphorie im Land wird sie tragen.“

          Schweden werde „nichts mit den Medaillen zu tun“ haben

          Auf den Faktor Begeisterung setzt auch Stefan Lövgren. „Wir haben doch in Deutschland 2007 gesehen, was die Fans ausmachen können“, sagte der ehemalige Kieler Nationalspieler, der die WM als TV-Kommentator verfolgen wird. Der Coup wird aber seiner Meinung nach ausbleiben. Schweden werde „nichts mit den Medaillen zu tun“ haben, sagte er. Damit falle auch eine Neuauflage des deutschen „Wintermärchens“ ins Wasser. 2007 hatte die Auswahl von Heiner Brand bei der WM im eigenen Land triumphiert.

          Schweden wird vor allem Marcus Ahlm als Führungsfigur fehlen. Der Kreisläufer des THW Kiel hatte frühzeitig seinen WM-Verzicht erklärt, da sein Körper sonst die hohen Belastungen des Sports nicht aushalten könne. Ein dickes Fragezeichen steht zudem hinter Kim Andersson. Der Rückraum-Star ist nach einer monatelangen Zwangspause wegen einer Knie-Operation zwar wieder fit, aber noch lange nicht der Alte. Bei der Testspiel-Niederlage (23:28) gegen Deutschland vor rund einer Woche ließ Andersson immerhin mit drei Treffern aufhorchen.

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