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Handball-WM : Auftaktsieg für deutsche Mannschaft

  • -Aktualisiert am

Auftaktsieg: Christian Sprenger und die deutsche Mannschaft jubeln Bild: REUTERS

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft startet mit einem Sieg ins WM-Turnier. Gegen Ägypten hilft eine starke Abwehr zum 30:25-Sieg.

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          Natürlich war Ägypten kein großer Maßstab, alle Deutschen wussten das, Bundestrainer Heiner Brand genauso wie seine Spieler. Trotzdem waren sie erleichtert am Freitagabend, schließlich starteten sie einigermaßen schwungvoll in die Handball-Weltmeisterschaft mit dem 30:25-Sieg über Ägypten. „Das war sehr wichtig für uns“, sagte Uwe Gensheimer, „ich finde, wir haben uns Sicherheit geholt.“ Das traf vor allem auf ihn zu: Gensheimer war die herausragende Erscheinung in Lund, nicht nur wegen seiner neun Tore, sondern auch wegen seiner zupackenden Art in der Deckung. „Er hat sich sehr gut bewegt“, sagte Brand lobend über den WM-Debütanten von den Rhein-Neckar Löwen, das sei doch sehr erfreulich gewesen. Überhaupt gab sich der Bundestrainer zufrieden mit dem, was er gesehen hatte: „Die Mannschaft hat funktioniert“, sagte er. Das lässt für die kommenden Aufgaben in Schweden hoffen.

          Brands Kollege Jörn-Uwe Lommel, der das ägyptische Nationalteam zum zweiten Mal betreut, hatte bereits in den vergangenen Tagen viel über sich und den ägyptischen Handball erzählt. Manches war dabei wenig schmeichelhaft für die Ägypter gewesen. Lommel sprach von gravierenden Problemen in der Vergangenheit. „Die Truppe wurde nach unten gewirtschaftet“, sagte er. Und nach Schweden wurden die Ägypter noch nicht einmal von einem Arzt oder einem Masseur begleitet.

          Gensheimer gegen Ägypten

          Und doch beherrschen die Spieler ein bisschen mehr als das Einmaleins des Handballs, im Duell mit den Deutschen vor lediglich 1400 Zuschauern hatte Lommels Team einige lichte Momente. Zwar waren die Ägypter früh in Rückstand geraten, aber das warf sie nicht aus der Bahn - sie glichen sogar aus. Nach einem 5:5 jedoch lagen nur noch die Deutschen in Front, nicht zuletzt dank Gensheimer, der allein in der ersten Halbzeit sieben Tore warf. Immer wieder sah man seine rechte Faust als Zeichen der Genugtuung über einen eigenen Treffer oder über ein gelungenes Zuspiel an einen seiner Kollegen.

          Deutschland gegen Ägypten, das war zunächst Gensheimer gegen Ägypten. Der Linksaußen von den Rhein-Neckar Löwen, der sich in dieser Saison zu einer Führungsfigur in seinem Verein entwickelt hat, offenbarte sein enormes Durchsetzungsvermögen, seine Schnelligkeit, sein trickreiches Spiel. Und offenbar genießt er inzwischen auch schon eine hohe Akzeptanz in Brands Handball-Gemeinschaft. „Es hat Spaß gemacht, auf dem Platz zu stehen“, sagte Gensheimer, aber er vergaß nicht zu erwähnen, dass er auch von der Arbeit der Verteidigung profitiert hatte - sie ermöglichte ihm manchen Gegenstoß. Nach dem furiosen Auftritt des Badeners am Freitag dürfte es vorerst auch keine Diskussionen mehr über den Hamburger Torsten Jansen geben, der von Brand überraschend nicht für die WM nominiert worden war.

          Sonntag gegen Bahrein

          Die Deutschen, die an diesem Sonntag in Kristianstad auf Bahrein (16.30 Uhr/ Handball-WM im FAZ.NET-Liveticker) treffen, hatten letztlich keine große Mühe mit den Ägyptern - es war der passende Gegner, um sich auf die WM in Schweden einzustimmen. Was zum Beispiel der Rückraum mit Pascal Hens und Holger Glandorf sowie Michael Kraus oder Michael Haaß in der Mitte wirklich zu leisten imstande ist, wird sich erst in den kommenden Tagen zeigen, etwa am Montag in Kristianstad gegen Spanien. Dann wird sicherlich auch die Abwehr wesentlich stärker gefordert werden als am Freitag.

          Es gab immerhin vielversprechende Signale in Lund, Deutschland scheint doch deutlich gefestigter zu sein als bei der Europameisterschaft in Österreich. „Wir haben uns komplett gut präsentiert“, sagte der Hamburger Torhüter Johannes Bitter. „Es hat sich alles gut angefühlt“, behauptete Hens.

          Das hatten die Spieler ja auch erreichen wollen, der neue Kapitän Hens hatte das am Donnerstagabend noch einmal betont - der Hamburger sagte, dass es um mehr Konzentration und mehr Geduld gehe als vor einem Jahr, als die Deutschen ein Debakel erlebt hatten. Offensichtlich haben sie ihre Lehren daraus gezogen. Am Freitag allerdings erfüllten sie nicht mehr als ihre Pflicht. Aber darüber sind sich die Deutschen ja auch im Klaren gewesen - bei aller Genugtuung über ihre Leistung.

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