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Handball-WM : Der intelligente Ball bleibt draußen

  • Aktualisiert am

Kein iBall, nur ein ganz normaler Handball: WM-Kugel in Split Bild: REUTERS

Die für die Handball-WM angekündigte Weltpremiere für den „intelligenten Ball“, der mittels Sensoren entscheiden kann, ob er im Tor war oder nicht, fällt aus. Die Systementwicklung sei noch nicht abgeschlossen, hieß es.

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          Die für die Handball-WM der Männer in Kroatien angekündigte Weltpremiere für den „intelligenten Ball“ fällt aus. Nach einem abschließenden Test beim Vier- Nationen-Turnier in Dänemark am vergangenen Wochenende haben der Weltverband IHF sowie die dänischen Entwickler-Firmen Select und GoalRef den Einsatz des sogenannten iBall bei der WM abgesagt.

          „Wir wollen ganz sicher sein, dass alle möglichen und unmöglichen Situationen vor einer Einführung berücksichtigt worden sind. Das bedeutet auch, dass wir in Kroatien das System nicht vorzeigen können“, begründete Ulrik Merrild, General Manager von GoalRef, in einem Schreiben an die Deutsche Presse Agentur (dpa) die Entscheidung, das Projekt um ein halbes Jahr zu verschieben.

          Der Ball entscheidet: Tor oder nicht Tor?

          Der elektronische Ball unterscheidet sich äußerlich nicht von einem herkömmlichen Spielgerät. Unter seiner Lederhaut umspannen Kommunikationsdrähte die Blase. Diese senden Signale zwischen dem Ball, Torpfosten und -latte sowie einem Empfänger beim Schiedsrichter. In weniger als einer halben Sekunde sollen die Referees so wissen, ob ein Ball im Tor war oder nicht. Nebenbei soll auch die Wurfgeschwindigkeit gemessen werden. „Die IHF-Regel- und Schiedsrichterkommission stellt fest, dass die Systementwicklung noch nicht abgeschlossen ist“, teilte auch IHF- Generalsekretär Peter Mühlematter mit.

          Nun soll der elektronische Ball weiteren Härtetests ab Februar oder März bis Juni unterzogen werden. „Grundlegend funktioniert das System, wie es funktionieren soll. Wir wollen aber sicher sein, dass das System auch unter großen Belastungen absolut zuverlässige Messungen liefert ohne Support unserer Ingenieure“, erklärte Merrild.

          „Erfahrene Paare verstehen sich blind“

          Im März 2008 hatten die IHF und ihr Ball-Ausrüster Select bei der Verlängerung des Sponsorvertrages bis 2013 den ersten iBall-Einsatz für die WM angekündigt. „Wir freuen uns wahnsinnig, dass wir weltweit als Erste diese aufregende Technologie einführen, die den Spielfluss sicherstellen und die Tätigkeit der Schiedsrichter unterstützen wird“, hatte IHF-Präsident Hassan Moustafa aus Ägypten seinerzeit gesagt. „Es ist ein guter Ball von den Spieleigenschaften her. Er hat eine gute Qualität und ist deswegen angenehm zu spielen“, fasste die deutsche Nationalspielerin Stephanie Melbeck ihre Eindrücke nach dem ersten Test beim Worldcup der Frauen im vergangenen Oktober zusammen.

          Während der iBall noch auf sich warten lässt, sollen die Unparteiischen bei der WM mit Hilfe von Headsets knifflige Entscheidungen einfacher fällen können. Dieses System wurde ebenfalls beim Worldcup erprobt und wird seine Premiere in Kroatien feiern. Den Umgang damit üben die 16 Schiedsrichter-Paare um das deutsche Duo Frank Lemme/Bernd Ullrich (Magdeburg), die das Olympia-Finale 2008 und das WM-Endspiel 2005 geleitet hatten, seit Montag in einem Trainingslager in Kroatien. „Ich bin gespannt, wie das Ganze funktioniert“, sagte Ullrich und fügte an: „Ich frage mich, ob man das wirklich braucht, denn erfahrene Paare wie Frank und ich verstehen uns blind.“

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