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Weltmeister im Kurzporträt : Unermüdliche Kämpfer und geniale Werfer

  • Aktualisiert am

Lauter kleine Könige Bild: AFP

Von Bitter bis Zeitz, von „Pommes“ bis „Toto“ - jeder Spieler hat seinen Anteil am Triumph der deutschen Handball-Nationalmannschaft. FAZ.NET stellt die Weltmeister im Kurzporträt vor.

          Die deutschen Weltmeister im Kurzporträt:

          Henning Fritz, Torhüter (THW Kiel/32 Jahre): Nach durchwachsenem Start großer Rückhalt der Mannschaft. „Fritze“ spielte sich wieder in die großartige Form wie 2004, als er nach EM-Gold und Olympia-Silber zum Welthandballer gewählt wurde - als erster Torhüter überhaupt.

          Johannes Bitter, Torhüter (SC Magdeburg/24): Die Nummer 2 hatte wenig Möglichkeiten, sein Können unter Beweis zu stellen, weil Fritz überragend hielt. Im Finale kam „Jogi“ für den verletzten Fritz und sicherte Deuschland den Titel.

          Pascal Hens, Rückraumspieler links (HSV Hamburg/26): Wurfgewaltiger Torschütze. Strahlt unheimliche Dynamik aus, wenn er mit Anlauf zum Sprungwurf ansetzt. „Pommes“ musste viel von seinen Gegenspielern einstecken und landete oft unsanft auf dem Parkett.

          Oliver Roggisch, Kreisläufer (SC Magdeburg/28): Der schnellfüßige Abwehrchef hat die meisten Zwei-Minuten-Strafen des Turniers kassiert. Packte kompromisslos zu, war mitunter aber zu ungestüm und stand deswegen oft im Fokus der Schiedsrichter.

          Dominik Klein, Linksaußen (THW Kiel/23): Der Flitzer auf Linksaußen überraschte mit Kaltschnäuzigkeit beim Torwurf. Erzielte im Halbfinale drei wichtige Tore. Wegen Schwächen in der Abwehr nicht vielseitig genug und deswegen die Nummer 2 auf seiner Position hinter Torsten Jansen.

          Holger Glandorf, Rückraum rechts (HSG Nordhorn/23): Hat ein glänzendes WM-Turnier gespielt und sich als wertvoller Torschütze etabliert. War erstaunlich beständig und die perfekte Ergänzung zu Christian Zeitz. Ist eine Entdeckung der WM.

          Markus Baur, Rückraum mitte (TBV Lemgo/36): Der Denker, Lenker und Kopf der Mannschaft. „Schorsch“ fiel wegen einer Wadenzerrung im letzten Hauptrundenspiel und im Viertelfinale aus. Bei seiner Rückkehr im Halbfinale führte der Kapitän das Team mit Routine und als sicherer Siebenmeterwerfer ins Endspiel.

          Christian Zeitz, Rückraum rechts (THW Kiel/26): Ist als unorthodoxer Werfer ebenso berühmt wie berüchtigt. Schwankt zwischen Genie und Wahnsinn: Entweder schlagen seine Bälle ein wie ein Blitz oder fliegen über das Tor. „Zeitzi“ verzieht weder nach Treffern noch nach Fehlwürfen die Miene.

          Torsten Jansen, Linksaußen (HSV Hamburg/30): Der effektivste Torschütze im deutschen Team. „Toto“ schließt auch als Siebenmeterschütze präzise ab. Vollbringt seine größten Taten jedoch in der Abwehr, wo er zuverlässig die gegnerischen Rückraumschützen weitgehend ausschaltet.

          Andrej Klimowets, Kreisläufer (SG Kronau/Östringen/32): Erlitt schon im zweiten WM-Spiel eine Wadenverletzung und musste lange um weitere Einsätze bangen. „Klimo“ steht in der Abwehr neben Roggisch wie ein Fels in der Brandung. Im Angriff wurde der Kraft-Handballer seltener eingesetzt.

          Michael Kraus, Rückraum mitte (Frisch Auf Göppingen/23): Der ehemalige „Bravo-Boy“ ist die deutsche Entdeckung der WM. „Mimi“ entzauberte Frankreich, glänzte gegen Island und überzeugte gegen Spanien als Spielgestalter und Torschütze. Ist dynamischer und intuitiver als Baur und damit eine ideale Ergänzung zu ihm.

          Florian Kehrmann, Rechtsaußen (TBV Lemgo/29): Frisch gekürter Handballer des Jahres 2006. Der unermüdliche Kämpfer spielte eine gute WM, ohne zu glänzen. „Flo“ hatte die mit Abstand meiste Einsatzzeit. Wegen eines Mittelhandbruches im November spielt er mit einer Titanplatte in der linken Wurfhand.

          Lars Kaufmann, Rückraum links (HSG D/M Wetzlar/24): Der zweite Mann hinter Hens auf der so genannten Königsposition ist der klassische Shooter. Hat laut Bundestrainer Brand spielerischen Nachholbedarf. Trug mit einem wichtigen Tor und einem herausgeholten Siebenmeter zum Halbfinalsieg bei.

          Christian Schwarzer, Kreisläufer (TBV Lemgo/37): Mit „Blacky“ kam die Wende: Als Ersatz für den verletzten Klimowets geholt, übernahm der „Oldie“ das Kommando im Team als Motivator und Antreiber auf und neben dem Feld. Überzeugte bei seinem Comeback nach zweieinhalb Jahren mit Weltklasse-Aktionen in Abwehr und Angriff.

          Michael Haaß, Rückraum mitte (SG Kronau/Östringen/23): Die Nummer 3 unter den Spielmachern hatte die mit Abstand kürzeste Einsatzzeit aller deutschen Feldspieler. Musste in der Hauptrunde auf der Tribüne Platz nehmen und kam für die K.o.-Spiele als Absicherung für Baur und Kraus ins Team zurück.

          Carsten Lichtlein, Torhüter (TBV Lemgo/26): Gehörte nur in der Hauptrunde offiziell zum Kader. Bekam auf Grund der tadellosen Vorstellungen von Fritz und Bitter keine Einsatzzeit.

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