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Hauptrunden-Vorschau : Kampfansage der Slowenen

  • Aktualisiert am

Selbstbewusster Slowene: Siarhei Rutenka Bild: REUTERS

Slowenien ist in der Hauptrunde der Handball-WM Deutschlands erster Gegner. „Wir wollen und wir können auch gegen die Deutschen gewinnen“, sagt Sloweniens Trainer Kamenica. Ferner trifft das deutsche Team auf Tunesien, Frankreich und Island.

          Europameister Frankreich, Geheimfavorit Island, Afrikameister Tunesien und der EM-Zweite von 2004, Slowenien - die deutschen Handballer haben auf dem Weg zum WM-Minimalziel Viertelfinale in der Hauptrunde schwierige Gegner erwischt. Slowenien ist dabei am Mittwoch in Halle (17.30 Uhr) der erste deutsche Gegner (Siehe auch: Liveticker Handball-EM).

          „Wir wollen gegen die Deutschen gewinnen und wir können auch gegen sie gewinnen“, sagte Sloweniens Trainer Kasim Kamenica vor dem Duell gegen die deutsche Mannschaft. Gegen die schwächelnden Einheimischen sehen die Slowenen ihre Chance gekommen, um die offene Rechnung vom verlorenen EM-Finale 2004 zu begleichen.

          Tunesien vertritt den Rest der Welt

          Die Slowenen um ihren Starspieler Siarhei Rutenka detzten sich nach den Erfolgen zum Aufwärmen gegen die Außenseiter aus Grönland (35:21) und Kuweit (33:23) auch in der abschließenden Vorrunden-Partie gegen Afrikameister Tunesien mit 34:27 durch. Wie die deutsche Mannschaft startet Tunesien daher ohne Pluspunkt in die Hauptrunde.

          Dennoch wollen die letzten verbliebenen Nicht-Europäer in der Runde der besten 12 Teams nach wie vor das Viertelfinale erreichen. Um dieses Ziel zu verwirklichen, plant auch Trainer Sead Hasanefendic einen Sieg gegen Deutschland ein: „Deutschland ist zu Hause der Favorit gegen alle Teams. Aber wir müssen gewinnen, wenn wir etwas erreichen wollen. Und wir wollen in die K.o.-Runde.“ Der Star der Tunesier ist Wissem Hmam, der bei der WM im eigenen Land 2005 Torschützenkönig wurde. Angetrieben von seinen Treffern belegten die Afrikaner damals überraschend Platz vier.

          Blaues Auge für „Les Bleus“

          Von Island gedemütigt hat Europameister Frankreich in der Gruppe B seinen WM-Alptraum erlebt. „Wir sind vom Gegner in den ersten zehn Minuten K.o. gehauen worden, und sie haben uns nicht wieder aufstehen lassen“, sagte „Les Bleus“-Coach Claude Onesta nach der 24:32-Schmach, die zugleich den sicher geglaubten Gruppensieg kostete. „Island hat vom ersten Moment an eine Schlacht geschlagen. Großes Kompliment an Island und Coach Alfred Gislason“.

          Trotz ihrer überraschenden Niederlage zählen die Franzosen bei den Experten immer noch zu den Top-Favoriten auf den Gewinn des WM-Titels. „Sie haben überragende Individualisten im Rückraum“, sagt Bundestrainer Heiner Brand.

          Island spielt wie das Wetter

          Island hatte in der WM-Qualifikation schon Rekordweltmeister Schweden ausgeschaltet und bewies auch gegen Frankreich, dass es an guten Tagen jeden schlagen kann. Was der Mannschaft fehlt, ist allerdings die Konstanz, wie die letztlich folgenlose Niederlage gegen die Ukraine zeigte.

          Die glänzende Ausgangsposition des Geheimfavoriten hat laut Rückraumspieler Olafur Stefansson deshalb nicht viel zu sagen: „Wir spielen wie das isländische Wetter: mal wie Sonnenschein - mal wie Regen.“

          Kroatien und Spanien souverän

          Auch Russland überstand nur mit Glück die Vorrunde. Hinter dem verlustpunktfreien Olympiasieger Kroatien, der die abschließende Partie gegen die Russen mit 32:27 gewann, belegten sie punktgleich vor Südkorea Platz zwei in der Gruppe F. „Es war wichtig, mit zwei Pluspunkten in die Hauptrunde zu gehen“, sagt Kroatiens Coach Lino Cervare.

          Von der Favoritenrolle will er jedoch nichts wissen: „Es sind noch viele Spiele zu spielen.“ Kroatien trifft am ersten Hauptrunden-Spieltag auf die Dänen, die sich mit viel Mühe (27:25) gegen die Norweger in die Hauptrunde zitterten. Dagegen überstand Ungarn die Vorrunde in der Gruppe E mit drei Siegen ohne Fehl und Tadel.

          Russland als große Unbekannte

          Weltmeister Spanien setzte sich in der Gruppe D mit 35:29 gegen den ebenfalls qualifizierten Außenseiter Tschechien durch und hat nach dem ersten Goldgewinn vor zwei Jahren erneut die Medaillen im Visier. Das spanische Team von Trainer Juan Carlos Pastor setzt auf Homogenität und die internationale Erfahrung der Akteure von Ciudad Real und FC Barcelona wie Weltklasse-Torhüter Jose Javier Hombrados oder Spielmacher Iker Romero.

          Das Zünglein an der Waage könnte Russland sein. Der viermalige Olympiasieger um Trainerfuchs Wladimir Maximow gilt als unberechenbar und ist zugleich der Auftaktgegner am Mittwoch für die Spanier. „Die russische Mannschaft abzuschreiben wäre falsch, mit uns ist immer zu rechnen“, sagte Maximow.

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