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Handball-WM : Leicht und locker: Deutschland besiegt Tunesien

  • Aktualisiert am

Aufgeplustert: Christian Zeitz Bild: ddp

Die deutsche Handballauswahl kommt bei der WM immer besser in Tritt. Die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand gewann auch das zweite Hauptrundenmatch gegen Tunesien mit 35:28. Der Einzug ins Viertelfinale rückt näher.

          Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat mit einer weiteren sehr guten Vorstellung bei der WM einen Meilenstein Richtung Viertelfinale gesetzt. Nach dem 35:28 (19:11) am Donnerstag gegen Afrika-Meister Tunesien ist die DHB-Auswahl nur noch einen Sieg von ihrem Minimalziel entfernt. 23 Stunden nach dem 35:29 gegen Slowenien riss der WM-Gastgeber die 12.000 Zuschauer in der ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle durch eine leidenschaftliche Vorstellung mit und sorgte für die Fortsetzung der schwarz-rot-goldenen Handball-Party.

          „Was die Mannschaft geleistet hat, ist wirklich toll. Aber richtig stolz bin ich erst, wenn wir das Viertelfinale erreicht haben“, sagte der zufriedene Bundestrainer Heiner Brand. Mit nun 4:2 Punkten in der Hauptrunden-Gruppe 1 steht die deutsche Mannschaft unmittelbar vor dem Einzug in die K.o.-Spiele, für die mindestens der vierte Tabellenplatz notwendig ist. Nach einem Ruhetag tritt Brands Mannschaft am Samstag an selber Stelle (16.30 Uhr) zum Klassiker gegen Frankreich an, ehe am Sonntag zum Abschluss der zweiten Turnierphase ebenfalls in Dortmund Geheimtipp Island wartet.

          „Tunesier waren beeindruckt von uns“

          In der Weg weisenden Partie nach dem Umzug aus dem westfälischen Halle in die Westfalenhalle waren Christian Zeitz (Kiel/7), Pascal Hens (Hamburg/5), Sebastian Preiß (Lemgo/4) und Torsten Jansen (Hamburg/4) die besten Torschützen für die Hausherren. Wie schon am Vortag gegen Slowenien bot erneut Torhüter Henning Fritz eine großartige Partie und war mit zahlreichen Glanzparaden ein Garant des Erfolges, mit dem der Olympia-Zweite seine weiße Weste gegen den WM-Vierten behielt. Der Kieler wurde zum „Man of the Match“ gekürt.

          Die deutsche Mannschaft hat sich wieder in den Kreis der WM-Favoriten gespielt

          Fritz dirigierte nach dem Spiel mit der Deutschland-Fahne in der Hand die „La Ola“ im Hexenkessel Westfalenhalle und konnte sich vor den Gratulationen seiner Teamkollegen kaum retten. „Die letzte Zeit hat die Kritik überwogen. Da bin ich froh, dass ich der Mannschaft so helfen konnte. Das war schon eine Genugtuung für mich. Die viele Arbeit hat sich ausgezahlt“, erklärte Fritz, der beim deutschen Meister THW Kiel meist auf der Ersatzbank Platz nehmen muss. „Die Tunesier waren ganz klar beeindruckt von uns und der Kulisse. Das war mit ein Grund, dass wir so klar gewonnen haben, fügte Fritz hinzu.

          Fritz hielt 42 Prozent der Würfe

          Der 1:3-Rückstand (5. Minute) zu Spielbeginn wirkte alles andere als hemmend auf die deutschen Spieler. Vielmehr schien es sie anzuspornen. Mit einem Zwischenspurt mit sechs Toren hintereinander kaufte sie den Tunesiern den Schneid ab und drehte die Partie mit dem 7:3 (13.) zu ihren Gunsten. Wie schon gegen Slowenien waren wiederum die kompromisslose Abwehr und der tadellose Fritz, der unter anderem drei Siebenmeter parierte und bis zur Pause 42 Prozent aller Würfe hielt, die Grundlage für die Dominanz.

          Die drückte sich schon nach 18 Minuten mit einem 10:5-Vorteil aus, den der Gastgeber zunächst auf 14:6 (26.) und bis zur Pause gar auf 19:11 ausbaute. Auch nach Wiederbeginn erteilte die deutsche Mannschaft dem Gegner eine Lehrstunde. Vor allem ließ der EM-Fünfte Tunesiens Rückraum-Star Wissem Hmam, Torschützenkönig der vorigen WM, nicht zur Entfaltung kommen. Noch ehe der eingewechselte Kieler Dominik Klein mit seinem ersten Treffer zum 24:14 (40.) den ersten Zehn-Tore-Vorsprung markierte, animierte Fritz das Publikum zu mehr Jubel und Beifall.

          „Gezeigt, wer Herr im Hause ist“

          Das Selbstvertrauen im Team ist nach schwachem Turnierstart riesengroß geworden. „Wir haben gezeigt, wer Herr im Hause ist“, sagte der Nordhorner Holger Glandorf. Und der Magdeburger Abwehrchef Oliver Roggisch erklärte, warum der Knoten geplatzt ist: „Deutsche Mannschaften sind Turniermannschaften - egal in welcher Sportart.“

          Schon mit Blick auf die bevorstehenden schweren Aufgaben schonte Brand in der Schlussphase Spielmacher Markus Baur (Lemgo) und ersetzte ihn durch den jungen Michael Kraus (Göppingen). Zudem bekam auch wieder der Wetzlarer Lars Kaufmann für den überzeugenden Hens eine Chance, die er als Stütze im Deckungszentrum nutzte. Im sicheren Gefühl des komfortablen Vorsprungs versuchten die deutschen Spieler, das Publikum noch mit Kabinettstückchen zu unterhalten, die allerdings nicht immer gelangen und den klaren Vorsprung schrumpfen ließen.

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