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Handball-WM : Australien wähnt sich als „Weltmeister der Herzen“

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Dankbar für jedes Spiel: Australiens Trainer Fjeldstad Bild: dpa

Dank des Presidents-Cup war die WM auch für die kleinen Handball-Nationen ein Erfolg. „Wir waren zwar meistens chancenlos, aber jedes Spiel hat uns nach vorne gebracht“, sagte Australiens Trainer Fjeldstad, dessen Team Letzter wurde.

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          In den Spielen meist die Verlierer und am Ende doch Gewinner: Im Schatten des Titelrennens war die WM auch für viele der kleinen Handball-Nationen ein voller Erfolg. „Wir waren zwar meistens chancenlos, aber jedes dieser Spiele hat uns einen Schritt nach vorne gebracht - wir sind die Weltmeister der Herzen“, sagte Australiens Trainer Morten Fjeldstad, dessen Team am Sonntag gegen Katar das „Loser-Duell“ um die Plätze 23 und 24 bestritt - und mit 22:36 verlor.

          Schon bei der WM 2005 in Tunesien und der WM 1999 in Ägypten hatte Australien den 24. Rang belegt und war auch bei den Olympischen Spielen 2000 Letzter geworden. Während die Underdogs aus „Down under“ und vom Persischen Golf ebenso wie die WM-Exoten Grönland und Angola in der Vorrunde kaum mehr als Punktelieferanten waren, konnten sie in der Trostrunde, dem so genannten Presidents Cup, wenigstens auf Augenhöhe gegeneinander kämpfen.

          Viel Sympathie für die Underdogs

          „Uns bringt dieser neue Modus eine ganze Menge, weil wir sonst nur wenig Gelegenheit haben, uns mit Gegnern auf gleichem Niveau zu messen“, meinte der argentinische Coach Mauricio Torres. Seine Mannschaft hatte mit dem Vorrundensieg gegen Brasilien (22:20) ihr Soll erreicht. „Dieser Sieg im südamerikanischen Bruderkampf war das Wichtigste für uns“, erklärte Torres. Das 31:38 im Spiel um Platz 15 gegen Südkorea war da nicht mehr dramatisch.

          Ähnlich sah man es bei der Auswahl Grönlands, die gegen Angola die Plätze 21 und 22 ausspielte und knapp 28:29 verlor. „Für uns war es vor allem wichtig, unser Land bei dieser WM vertreten zu dürfen. Allein das hat uns schon mit Stolz erfüllt“, sagte Trainer Jakob Andreasen. Darüber hinaus konnten sie viele neue Fans gewinnen. „Uns ist sehr viel Sympathie entgegengeschlagen. Die Stimmung war einfach großartig“, so der grönländische Coach.

          „Dieser Cup sollte zur Tradition werden“

          Bei ihren Spielen in Wetzlar, Halle/Westfalen und Dortmund wurden die „Eskimos“ gefeiert wie Stars. „Das hätten wir nicht erwartet, aber wir haben jedes Spiel genossen“, meinte Andreasen. Dass seine Spieler durchaus auch sportlich überzeugen konnten, bewies Rückraumspieler Angutimmarik Kreutzmann, der lange Zeit die Torjägerliste des Turniers anführte.

          Für das beste Team des Presidents Cups gab es am Ende sogar eine Trophäe - eine Neuerung der WM 2007. Dabei setzte sich freilich mit Norwegen (32:22 gegen die Ukraine) alles andere als ein Außenseiter durch. Vielmehr standen im „ganz kleinen“ Finale um Platz 13 die einzigen beiden europäischen Teams, die in der Vorrunde gescheitert waren - gegen andere Europäer. „Früher war das Turnier für die schwächeren Mannschaften schnell beendet. Jetzt geht es auch nach dem Vorrunden-Aus noch um etwas. Dieser Cup ist eine gute Einrichtung und sollte zur Tradition werden“, sagte dennoch der ukrainische Coach Sergej Kuschnirjuk.

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