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Handball-Kommentar : Betonhart, blitzschnell

Der Däne Joachim Boldsen: Blitzschnell im Angriff... Bild: dpa

Die Hallen sind meist ausverkauft, die Fans aus aller Welt begeistert. Mit austrainierten Akteuren, die hohes Tempo gehen können, haben sich bisher die Favoriten durchgesetzt. Eine Zwischenbilanz der Handball-WM nach der Hauptrunde.

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          Der Weg durch Vor- und Hauptrunde war lang bis in die erste der K.o.-Runden der Handball-Weltmeisterschaft. Es waren erlebnisreiche Tage mit spannenden Partien, Topstars, Talenten und einem deutschen Triumph: Das Viertelfinale gegen Titelverteidiger Spanien (Siehe auch: Liveticker Handball-EM) soll aber nicht zur letzten Etappe werden. Deutschland, Spanien, Kroatien, Frankreich, Island, Dänemark, Polen, Russland - die großen Überraschungsteams sucht man vergeblich in der Runde der letzten Acht. Alles etablierte, europäische Kräfte, die es auch ins Halbfinale schaffen können.

          Überraschend war allenfalls das Abschneiden jener Teams, denen man mehr, teilweise viel mehr zugetraut hatte. Dazu zählt fraglos die Mannschaft des ehemaligen Gummersbacher Trainers Sead Hasanefendic. Tunesien wurde Letzter der Hauptrunden-Gruppe eins, 0:10 Punkte - das ist erschreckend wenig für eine Mannschaft, in der fast nur französische Erstligaprofis stehen und die bei der zurückliegenden Weltmeisterschaft im eigenen Land noch den vierten Platz belegt hatte. Dass zum Weiterkommen auch ein wenig Glück zählt, haben die Ungarn erfahren müssen. Sie spielen einen engagierten Handball, schnell und athletisch, und sind nur knapp an der Viertelfinal-Hürde gescheitert. Tschechien zeigte ebenfalls attraktiven Handball, verlor die Hauptrundenspiele alle nur knapp. Mehr erwartet hatte man von den Norwegern. Ihr Auftritt ist sehr technisch, aber weniger athletisch - was bei diesen Titelkämpfen einen entscheidenden Unterschied ausmacht.

          In einem tosenden Meer von Getrommel und Fangesängen

          Neue Trends in Spieltechnik und Taktik sind zwar kaum zu sehen. Aber die Entwicklung hin zu körperlich starken Akteuren, die gleichzeitig in der Lage sind, ein hohes Tempo über lange Phasen mitzuhalten, ist deutlich erkennbar. Joachim Boldsen ist solch ein Spieler. In der dänischen Abwehr ist der Flensburger Bundesligaprofi ein betonharter Gegner, an dem sich die Angreifer der Gegenseite regelmäßig blauen Flecken holen. Männer wie er sind erstaunlich beweglich und tauchen blitzschnell vor dem gegnerischen Tor auf.

          ... und betonhart in der Abwehr

          Die Spiele in den meist ausverkauften Arenen haben die Fans begeistert. Solch eine Stimmung gab es bei zurückliegenden Weltmeisterschaften in Spielen der Vorrunde- und Hauptrunde so nicht. Die Ränge in den Hallen spiegeln die internationale Handballmischung dieser WM. Tausende Kroaten tauchten die Tribünen der SAP-Arena von Mannheim in rot-weiße Karos, und die Dänen badeten in einem tosenden Meer von Getrommel und Fangesängen. Dass scharenweise norwegische Handballfreunde kamen, um dem Team von Ulrik Wilbek Unterstützung zu leisten, machte die Atmosphäre noch prächtiger. Deutschland setzt, wie schon im ganzen Jahr 2006, auch mit dieser WM Maßstäbe.

          Ob für das deutsche Team das Märchen in einem Winter, der noch keiner ist, wahr wird? Der Winter hat noch ein wenig Zeit, um sich durchzusetzen. Für Deutschlands Handballspieler ist dieser Dienstag schon ein entscheidender Tag.

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