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Handball : Deutsche Handball-Auswahl trotzt der Verletzungsmisere

  • Aktualisiert am

8. Januar 2007. Hiergeblieben! Oliver Roggisch (r.) im „Freundschaftsspiel” gegen Ungarn Bild: REUTERS

Kurz vor der Heim-WM präsentierten sich die deutschen Handballspieler in Testspielen gegen Ungarn „überraschend stark“, wie Heiner Brand sagt. Zig Spieler im Krankenstand - daran ist der Bundestrainer schon gewöhnt.

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          Elf Tage vor dem Start der Heim-WM wechseln sich bei der deutschen Handball-Nationalmannschaft in regelmäßigem Abstand gute Nachrichten mit Hiobsbotschaften ab. Große Sorge bereitet Bundestrainer Heiner Brand vor dem Großereignis die fast schon obligatorische Verletztenmisere. Zuversicht gab dem 54-Jährigen am Samstag dafür der 23:20 (10:13)-Sieg im drittletzten Testspiel vor der WM in Debrecen gegen Ungarn. Einen Tag später überzeugte sein Team beim 23:23 (14:13) in Budapest gegen den Olympia-Vierten vor allem kämpferisch.

          So scheint der zweite Anzug der DHB-Auswahl vor der Herkules-Aufgabe im eigenen Land zu sitzen. „Unter diesen personellen Voraussetzungen lief es besser als erwartet. Das war sogar etwas überraschend“, meinte Brand. Auch der starke Torhüter Johannes Bitter hakte den Härtetest als Erfolg ab. „Das hat allen Mut gemacht“, erklärte der Magdeburger: „Ich glaube, wir können mit einer positiven Einstellung Richtung WM schauen.“

          „Der große Wurf ist möglich“

          Zuspruch bekam das Team auch von der deutschen Handball-Ikone Bernhard Kempa, Namensgeber des weltbekannten Kempa-Tricks. „Wenn wir das Halbfinale erreichen, dann gewinnen wir auch das Endspiel“, sagte der 86 Jahre alte frühere Nationalspieler. „Zwar werde der Druck enorm sein, doch wenn es einmal laufe, „dann ist sogar der große Wurf möglich“.

          Hofft auf einen schnellen Heilungsprozess seiner zig verletzten Spieler: Heiner Brand

          Aufs Gemüt schlägt Brand vor dem WM-Auftakt am 19. Januar in Berlin gegen Brasilien die angespannte
          Personal-Situation. Gleich fünf angeschlagene Spieler hatte der Gummersbacher in Ungarn ersetzen müssen. Spielmacher Markus Baur (Reizung im Fuß), Florian Kehrmann (Handbruch/beide Lemgo), Holger Glandorf (Gesichtsverletzung/Nordhorn) und Rolf Hermann (Nervenreizung im Arm/Nettelstedt) hatten die Reise gar nicht erst angetreten.

          Überall Patienten und Sorgenkinder

          Hinzu kamen am Wochenende die Patienten Nummer sechs und sieben: Kreisläufer Andrej Klimovets (Kronau-Östringen) und Linksaußen Torsten Jansen (HSV Hamburg) erlitten in Debrecen Muskelverletzungen im Oberschenkel und müssen im günstigsten Fall meherer Tage pausieren. Beide Spieler werden sich am
          Montagvormittag nach der Rückkehr in München einer Kernspintomographie unterziehen.

          Das größte Sorgenkind aber bleibt Torjäger Velyky (Kronau/Östringen). Der Torschützenkönig der EM 2000 leidet an den Folgen eines Bänderrisses und wird aller Voraussicht nach auch während der WM-Vorrunde fehlen. „Es wäre schon ein kleines Wunder, wenn Oleg bis zur Vorrunde fit werden würde. Mit viel Glück bekommen wir ihn bis zur Hauptrunde hin“, erklärte DHB-Teamarzt Ulrich Dobler.

          „Jeder weiß, worum es bei der Heim-WM geht“

          Doch auch ohne etliche Leistungsträger übertraf die DHB-Auswahl in Ungarn die Erwartungen von Brand. „Es war schon ein gewisser Druck da, und das war gut als Vorbereitung auf die WM. Die Hallen voll, die Zuschauer laut, aber meine Spieler haben die Aufgabe gut gelöst“, lobte der Weltmeister von 1978 die psychische
          Stabilität seines Teams.

          Der Bundestrainer schließt derweil eine Verlängerung seines 2008 auslaufenden Vertrages nicht aus. „Der DHB wird immer mein erster Ansprechpartner bleiben“, betonte er und kündigte an: „Die Entscheidung wird auf jeden Fall noch in diesem Jahr fallen.“ Allerdings will Brand seine Zukunftsplanung nicht vom
          Abschneiden bei der WM abhängig machen. „Das hat damit nichts zu tun“, sagte Brand, der das Amt seit 1997 inne hat.

          Beste Werfer für die DHB-Auswahl waren in den Partien am Wochenende Christian Zeitz (THW Kiel) und Sebastian Preiß (TBV Lemgo) mit jeweils zehn Treffern. Auch der zuletzt bei seinem Verein THW Kiel kaum berücksichtige Keeper Henning Fritz zeigte eine gute Leistung.



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