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Handball : Rückschlag gegen Frankreich - ohne Chance beim 22:27

  • Aktualisiert am

Typisch: Volker Zerbe bleibt hängen Bild: AP

Die deutschen Handballer, die sich Hoffnungen auf den Olympiasieg machen, stehen zwar im Viertelfinale, beendeten die Vorrunde aber mit der zweiten Niederlage nacheinander - einer deftigen zumal.

          2 Min.

          Ohne Rückraum-Schütze Pascal Hens war die französische Bastion nicht einzunehmen: Im Beisein von Bundesinnenminister Otto Schily mußte Gold-Favorit Deutschland am Sonntag bei den Olympischen Spielen mit dem 22:27 (12:11) gegen den zweimaligen Handball-Weltmeister Frankreich die zweite Niederlage innerhalb von 48 Stunden hinnehmen. Die Quittung ist ein abermaliges Aufeinandertreffen mit „Angstgegner“ Spanien im Viertelfinale am Dienstag. Die Iberer stoppten Kretzschmar und Co. bereits vor vier Jahren in Sydney.

          „Wir sind im Viertelfinale, nur das zählt. Jetzt kommt am Dienstag das Spiel des Jahres, das Spiel unseres Lebens. Da müssen wir zu unserer Aggressivität in der Abwehr zurückfinden. Dann ist wieder alles möglich“, sagte Stefan Kretzschmar. Mannschaftskapitän Markus Baur verbreitete Gelassenheit: „Noch ist nichts passiert. Wir müssen nun alle Kräfte mobilisieren.“

          Pascal Hens: „Mir geht es einfach beschissen“

          Gegen eine der abwehrstärksten Mannschaft der Welt fand das deutsche Team, das zunächst ohne Kretzschmar begann, vor 6500 Zuschauern im Faliro Sports Center in der Anfangsphase nicht die spielerischen Mittel und kam nur über Einzelaktionen zum Erfolg. So gelang erst nach einer Viertelstunde der Ausgleich und dank des 36jährigen Volker Zerbe auch die erste Führung zum 8:7. Zu viele Fehlwürfe und Pfostentreffer verhinderten ein deutliches Absetzen bis zur Pause.

          „Pascal Hens fehlt natürlich. Uns bleibt so etwas bei großen Turnieren einfach nicht erspart“, klagte Kreisläufer Christian Schwarzer, der gemeinsam mit Florian Kehrmann mit fünf Toren bester deutscher Werfer war, mit Hinweis auf den am Rücken verletzten Rückraumschützen. „Mir geht es einfach beschissen“, berichtete Hens.

          Kroatien erschreckend stark

          Nach dem Wechsel ging der Abwehrkampf resolut weiter. Der von der 40. Minute an ins Spiel gekommene und von Freundin Franziska van Almsick angefeuerte Kretzschmar gab seinen Einstand mit einem Kempa-Trick zum 16:15. Danach stellte Trainer Brand Christian Ramota für den lange starken Henning Fritz ins Tor. Doch die Franzosen mit den Bundesligaspielern Guillaume und Bertrand Gille (Hamburg), Cedric Burdet (Gummersbach) sowie dem Magdeburger Joel Abati trafen fast nach Belieben und schafften innerhalb von sechs Minuten erstmals ein Drei-Tore-Polster (20:17/46.). Mit dem 23:18 sorgte Daniel Narcisse zehn Minuten vor Abpfiff für die Vorentscheidung. Da half auch die Wiederhereinnahme von Keeper Fritz nichts. „Wir haben, anders als die Franzosen, das robuste Spiel nicht 60 Minuten durchgehalten“, analysierte Spielmacher Markus Baur.

          Zu einer eindrucksvollen Demonstration von Spielstärke und Entschlossenheit kam es im Spiel der Gruppe A zwischen Kroatien und Spanien. Der Weltmeister deklassierte die Iberer mit 30:22 und holte sich im direkten Duell den Gruppensieg. Zuvor verabschiedete sich der EM-Zweite Slowenien mit einem 26:23 gegen Südkorea aus dem Turnier.

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