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Handball : Qualifikation geschafft, Sponsor gesucht

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Obenauf: Frank von Beeren Bild: AP

Positiver Saisonabschluss für die deutschen Handballer: Im zweiten Playoff-Spiel gegen die Slowakei löste die DHB-Auswahl das EM-Ticket.

          Ein Kraftakt am Ende einer strapaziösen Saison hat den deutschen Handballern mit der Qualifikation für die Europameisterschaft einen versöhnlichen Abschluss beschert.

          Der glanzlose, aber ungefährdete 27:25-Erfolg am Samstag in Dortmund gegen die Slowakei sicherte der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) die Zugehörigkeit zu Europas 16 Spitzenteams, die vom 25. Januar bis 3. Februar 2002 in Schweden den Titel ausspielen. Schon das Hinspiel eine Woche zuvor in der Slowakei hatte der Olympia- Fünfte mit 25:20 für sich entschieden. „Wir haben das Ziel erreicht. Ich bin sehr froh, dass wir uns für die EM qualifiziert haben“, bekannte Bundestrainer Heiner Brand erleichtert. Damit kann der DHB vier Jahre nach Platz drei in Italien wieder auf eine EM-Medaille hoffen, und mit diesem Pfund bei der Suche nach einem neuen Geldgeber wuchern.

          „Einem nackten Mann nicht in die Tasche greifen“

          Denn am vergangenen Mittwoch kündigte der Verband seinem erst im Januar für ursprünglich zwei Jahre gewonnen Hauptsponsor Systracom AG fristlos, weil die Internet-Bank nicht mehr zahlungsfähig ist. Nur eine von vier Raten des auf geschätzte 750.000 Mark dotierten Abkommens floss auf das DHB-Konto. „Es gibt noch Verbindlichkeiten, die aber keine bedeutende Größenordnung darstellen“, erklärte Verbandspräsident Ulrich Strombach. Schadenersatzforderungen würden von ihm nicht gestellt. „Eine in Insolvenz befindliche Bank zu verklagen wäre das gleiche, als würden sie einem nackten Mann in die Tasche greifen“, sagte der Jurist aus Gummersbach.

          So lasen 10 500 Zuschauer in der Westfalenhalle den Schriftzug eines Herstellers von Autositzen (Recaro) auf den Trikots der Spieler. „Das ist nicht der Ersatz für Systracom“, klärte Strombach auf, „sondern ein Interessent für eine mögliche Partnerschaft.“ Wie diese aussehen könnte und wer weitere potenzielle Geldgeber sind wollte der Verbands-Chef nicht kundtun.

          10.500 bildeten tolle Kulisse

          Weit auskunftsfreudiger war Heiner Brand. An der Stätte seiner großen Erfolge mit dem VfL Gummersbach sorgte er mit seiner Mannschaft für eine Begeisterung, die ihresgleichen sucht. Seit 14 Jahren kamen nicht mehr so viele Besucher zu einem Handball-Länderspiel in Deutschland wie bei dem Vergleich mit der Slowakei. „Das Erlebnis Westfalenhalle hat uns alle beeindruckt. Das lässt uns für unseren Sport hoffen“, meinte der Bundestrainer.

          Nach Spielschluss stürmte das überwiegend jugendliche Publikum das Parkett und ließ weder Spieler noch Trainer ohne ein Autogramm entschwinden. Doch die Euphorie in Dortmund konnte Brands Blick dafür nicht trüben, dass seine Mannschaft noch keine EM-Reife aufweist. Das Team habe zwar vor allem mit Blick auf die Mammut-Saison Charakter bewiesen, aber insgesamt nicht die für einen Weltklasse-Mannschaft notwendige Stärke. „Wenn wir das schaffen, werden wir wieder oben angreifen können“, sagte er. Dabei hofft er darauf, dass der Lemgoer Spielmacher Daniel Stephan und Torhüter Jan Holpert (Flensburg- Handewitt) sich wieder einsatzbereit melden. „Bisher sind die beiden nicht dabei wegen einer Pause. Die Spieler rufen mich an, wenn sie die beenden wollen. Ich werde nicht nachfragen“, erklärte Brand die Regel.

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