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Handball : Kiel ist nicht Kielce

  • Aktualisiert am

Kiel auf verlorenem Posten in Kielce Bild: dpa

Nach der erste Bundesliga-Niederlage von Hannover-Burgdorf liegen Füchse und Löwen in Lauerstellung. In der Champions League verlieren Kiel und Flensburg-Handewitt.

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          Für die deutschen Top-Mannschaften gab es am zweiten Spieltag der Handball-Champions- League nichts zu holen. Sowohl die SG Flensburg-Handewitt als auch Rekordmeister THW Kiel verloren ihre Auswärtspartien am Wochenende. Die Kieler unterlagen am Sonntag Polens Meister Vive Kielce sang- und klanglos mit 21:32 (11:18) und mussten bereits die zweite Niederlage in der Königsklasse hinnehmen. Eine Woche zuvor hatte der THW eine Heimpleite gegen Paris Saint-Germain kassiert. Die Flensburger gingen am Samstag bei Ungarns Rekordmeister Telekom Veszprem leer aus. Sie verloren trotz starker Leistung knapp mit 27:28 (14:15).

          Die Kieler mussten ohne ihren Trainer Alfred Gislason auskommen. Der Isländer war am Freitag an der Bandscheibe operiert worden und wurde in Kielce von seinem Assistenten Christian Sprenger vertreten. Die Gäste traten ohne Esprit und Selbstbewusstsein auf. Der THW leistete sich zahlreiche Fehler und Ballverluste und lud die Polen geradezu zum Torewerfen ein. Nach dem schlechtesten Saisonstart seit 15 Jahren in der Bundesliga sind die Kieler auch in der Champions League neben der Spur. Der 14-malige polnische Meister, der seine Auftaktpartie eine Woche zuvor bei Meschkow Brest verloren hatte, war dem deutschen Vertreter deutlich überlegen.

          Die Flensburger standen nach dem Auftaktsieg gegen Dänemarks Meister Aalborg Handbold (30:27) eine Woche zuvor erneut vor einem doppelten Punktgewinn. Mitte der zweiten Halbzeit führten sie beim viermaligen Endrunden-Teilnehmer Veszprem bereits mit vier Toren. Doch den Schlussspurt der Ungarn, die vom früheren SG-Trainer Ljubomir Vranjes betreut werden, konnten sie nicht stoppen. Bester Flensburger Schütze war Lasse Svan mit fünf Toren.

          Ein Sonderlob selbst von Veszprem-Coach Vranjes verdiente sich SG-Torhüter Mattias Andersson. Der Schwede parierte 19 Würfe der Ungarn.

          Erste Niederlage für Burgdorf in Bundesliga

          Die Siegesserie der TSV Hannover-Burgdorf in der Handball-Bundesliga ist gerissen. Der Tabellenführer unterlag im Topspiel des 6. Spieltages am Sonntag beim SC DHfK Leipzig mit 23:25 (11:11), bleibt aber mit 10:2 Punkten vorerst an der Spitze vor den Füchsen Berlin (8:0). Der Hauptstadtclub ist nun das einzige noch ungeschlagene Team der Liga. In einem intensiven Kampfspiel war Nationalspieler Philipp Weber mit acht Toren bester Werfer für die Leipziger, die mit 8:4 Zählern oben dran bleiben. Hannover hatte in Casper Mortensen (9) seinen treffsichersten Akteur. „Wir sind sehr verärgert über die Niederlage. Wir haben heute im Angriff nicht optimal gespielt“, sagte der Däne im TV-Sender Sky.

          Titelverteidiger Rhein-Neckar Löwen gelang gegen Aufsteiger TuS N-Lübbecke ein klarer 36:27 (19:17)-Sieg und schob sich mit 8:2 Punkten auf Rang drei vor. Rückraum-Ass Andy Schmid (9) und Kreisläufer Hendrik Pekeler (7) warfen die meisten Tore für den Favoriten, der sich vor der Pause äußerst schwer tat. Nach zwei schweren Champions-League-Spielen fehlte den Kurpfälzern die Frische für die vermeintlich leichte Aufgabe gegen den Tabellenletzten. Die noch punktlosen Gäste gingen mehrfach in Führung und deckten Schwächen des Favoriten in der Abwehr auf. Erst in der zweiten Halbzeit drehten die Mannheimer auf und fertigten die Ostwestfalen ab.

          Das Schwaben-Derby entschied der TVB Stuttgart bei EHF-Cup-Gewinner Frisch Auf Göppingen mit 23:21 (13:10) für sich. Überragender Mann in der „Hölle Süd“ war der frühere Nationaltorwart Johannes Bitter, der 16 Würfe der Gastgeber abwehrte. Stefan Salger und Michael Kraus trafen jeweils fünfmal für den Sieger.

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