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Handball : Dämpfer für Flensburg – Füchse legen vor

  • Aktualisiert am

Holger Glandorf und seine Flensburger hatten erhebliche Probleme mit Skopjes kompakter Deckung. Bild: dpa

Im Viertelfinale der Champions League müssen die Norddeutschen mit einer Hypothek nach Skopje. Im EHF-Pokal steht auch Melsungen vor einer schweren Aufgabe. Deutlich besser sind Berlins Aussichten.

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          Für die SG Flensburg-Handewitt ist das Final Four in der Champions League dank einer Steigerung in der zweiten Halbzeit noch greifbar. Der Handball-Bundesligaklub verlor am Samstag das Viertelfinal-Hinspiel vor 4837 Zuschauern in der heimischen Flens-Arena gegen Vardar Skopje 24:26 (9:15) und steht im Rückspiel am kommenden Donnerstagabend beim mazedonischen Meister vor einer überaus schwierigen Aufgabe.

          Johan Jakobson mit sechs und Rasmus Lauge Schmidt mit vier Toren waren die besten Werfer im Team des deutschen Vizemeisters, dem lange ein Debakel drohte. „Das wird schwierig. Aber die zweite Halbzeit war schon positiv. So können wir auch in Skopje gewinnen“, sagte Lauge Schmidt beim Pay TV-Sender Sky.

          Die Flensburger fanden gegen die äußerst kompakt stehenden Mazedonier überhaupt nicht in die Partie und kamen in der ersten Halbzeit kaum zu klaren Torchancen. Und wenn doch, parierte oft der mehrmalige Champions-League-Sieger Arpad Sterbik im Tor der Gäste. Die SG lief praktisch von Beginn an einem Rückstand hinterher und leistete sich zu viele Fehler. Erst in der Schlussphase kam das Team von Trainer Ljubomir Vranjes besser ins Spiel und konnte den Rückstand, der zeitweise bis auf sieben Tore angewachsen war, noch verkürzen.

          Im EHF-Pokal muss Handball-Bundesligist MT Melsungen um den Einzug ins Final Four bangen. Die Nordhessen verloren das Viertelfinal-Hinspiel beim französischen Vertreter Saint-Raphaël Var mit 26:30 (14:15). Bester Werfer bei den Gästen war Michael Allendorf mit fünf Toren, für die Hausherren traf Raphael Caucheteux neunmal. Melsungen hielt in den ersten 15 Minuten bis zum 5:6 gut mit, verlor dann aber seine Linie. Der Gastgeber zog beim 12:8 erstmals auf vier Tore davon. Die MT erholte sich noch einmal und kam bis zur Pause wieder heran, doch zu viele Fehler in der Schlussphase kosteten eine bessere Ausgangsposition.

          Rhein-Neckar-Löwen ziehen in Bundesliga vorbei

          Unterdessen hat Meister Rhein-Neckar-Löwen die Tabellenführung der Bundesliga übernommen. Der Titelverteidiger bezwang am Samstagabend das Schlusslicht HSC 2000 Coburg klar 33:20 (17:11) und zog damit an der SG Flensburg-Handewitt vorbei. Die Löwen haben 46:6 Punkte auf dem Konto und liegen einen Zähler vor Vizemeister Flensburg. Tabellendritter ist Rekordmeister THW Kiel mit 43:11 Punkten.

          Im Spiel des Ersten gegen den Letzten war der Klassenunterschied von Beginn an deutlich. Die Gastgeber führten bereit nach einer Viertelstunde mit 8:3, bauten die Führung aus und brachten den 23. Saisonsieg locker unter Dach und Fach. Kim Ekdahl Du Ritz war vor 7285 Zuschauern in der Mannheimer SAP Arena mit acht Treffern erfolgreichster Werfer im Team von Trainer Nikolaj Jacobsen.

          Neuer Tabellensechster ist die HSG Wetzlar, die den SC DHfK Leipzig dank einer starken Schlussphase vor 4187 Zuschauern in der Rittal Arena mit 24:23 (13:13) bezwang und an den Sachsen vorbeizog. Knapp acht Minuten vor Schluss hatten die Gastgeber noch mit 20:23 zurückgelegen. Den Siegtreffer für die HSG erzielte Philipp Weber. Der Rückraumspieler stand bis vergangenen Sommer bei den Leipzigern unter Vertrag und wird nächste Saison nach nur einem Jahr in Wetzlar wieder das Trikot des SC DHfK tragen.

          Im Kampf gegen den Abstieg ließ HBW Balingen-Weilstetten daheim vor 2350 Zuschauern mit einem 27:27 (12:14) gegen den ehemaligen Meister TBV Lemgo einen Punkt liegen. In einer dramatischen Partie glich Tim Hornke in der Schlusssekunde noch für die Gäste aus.

          Füchse vor Einzug ins Final Four des EHF-Pokals

          Die Füchse Berlin haben beste Chancen auf den Einzug ins Final Four des Handball-EHF-Pokals. Der Cupsieger von 2015 gewann am Samstag das Viertelfinal-Hinspiel bei Tatabanya KC aus Ungarn mit 30:25 (17:11) und erspielte sich für das Rückspiel in einer Woche in Berlin eine hervorragende Ausgangsposition. Nach Anlaufschwierigkeiten dominierten die Berliner die Partie und hatten in Rechtsaußen Hans Lindberg mit neun Toren den erfolgreichsten Schützen.

          Auswärtssieg: Füchse haben Grund zum Feiern

          In der Anfangsphase offenbarten beide Teams Abschluss-Schwächen. Nach neun Minuten stand es erst 3:2 für die Gastgeber. Danach gingen die Füchse dank eines forschen Zwischenspurts mit 10:6 (15.) in Führung. Die Berliner trafen nach guter Abwehrarbeit auch zweimal ins leere Tor, weil Tatabanya zugunsten eines weiteren Feldspielers in Unterzahl den Torwart vom Feld genommen hatte. Bis zur klaren 17:11-Halbzeitführung behielten die Füchse ihre Linie bei.

          Im zweiten Abschnitt mühten sich die Ungarn um den Anschluss. Entscheidend konnten sie den Rückstand aber nicht verkürzen, obwohl die Füchse in der Deckung nicht mehr immer sicher standen und vorne beste Chancen vergaben.

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