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Handball-EM : Deutscher Kraftakt führt auf Platz fünf

  • Aktualisiert am

Ein letzter Kraftakt in Stockholm: David Schmidt Bild: EPA

Versöhnlicher Abschluss für die deutschen Handballer bei der EM 2020: In einem engen Spiel um Platz fünf setzt sich die dezimierte Auswahl von Bundestrainer Christian Prokop knapp gegen Portugal durch.

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          Bundestrainer Christian Prokop zeigte schon Sekunden vor Schluss die Siegerfaust, seine Schützlinge bildeten kurz darauf erleichtert einen Jubelkreis. Mit einem 29:27 (14:13) über Portugal haben die deutschen Handballspieler den ersten Härtetest für die Olympia-Qualifikation bestanden und die EM mit Platz fünf zu einem versöhnlichen Abschluss gebracht. Die DHB-Auswahl gewann am Samstag vor rund 6000 Zuschauern in Stockholm das bedeutungslose Plazierungsspiel gegen Portugal mit 29:27 (14:13). Bester Werfer für das Team von Prokop, das am Sonntag zum vierten Mal nacheinander ohne die erhoffte Medaille von einem großen Turnier heimkehrt, war Rückraumspieler Julius Kühn mit sechs Toren. Er wurde auch zum „Man of the Match“ gewählt.

          „Es ist immer besser mit einem Sieg aus einem Turnier rauszugehen als mit einer Niederlage. Wir haben viel investiert und das hat das Team über weite Strecken gut gelöst. Wir haben uns das Leben mit zu leichten Fehlern und Fehlwürfen aber etwas schwer gemacht“ sagte Bundestrainer Christian Prokop bei ARD One. Nach dem Ausfall von Patrick Wiencek, der wegen einer Knieverletzung schon zum Abschluss der Hauptrunde gegen Tschechien ausgefallen war, musste die DHB-Auswahl kurzfristig auf zwei weitere Stammspieler verzichten. Der von einer Virusinfektion geschwächte Kapitän Uwe Gensheimer saß 60 Minuten lang nur auf der Bank, und auch Abwehrstratege Hendrik Pekeler konnte wegen seiner Achillessehnenprobleme nicht mitwirken.

          Trotz der personellen Schwächung begann die deutsche Mannschaft engagiert. Torwart Andreas Wolff, der zuletzt zweimal nur draußen gesessen hatte, zeigte endlich eine ansprechende Leistung. Dazu überzeugte Kreisläufer Johannes Golla vom deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt als Aushilfschef der Abwehr – und präsentierte sich im Angriff als treffsicher. Doch wie schon in den Spielen zuvor unterliefen der DHB-Auswahl zu viele Fehler. So konnte sich der WM-Vierte in der ersten Hälfte nie auf mehr als zwei Tore absetzen, geriet bis zur Pause aber auch nie in Rückstand. Zwar lief nicht alles rund, doch Moral und Einsatz stimmten. „Ihr spielt super mit Geduld“, lobte Prokop in einer Auszeit.

          Auch nach dem Wechsel erwischte die deutsche Mannschaft den besseren Start und zog nach einem Wurf von Wolff ins leere Portugal-Tor zum 18:15 erstmals auf drei Tore davon. Die Portugiesen, die in der Vorrunde immerhin den WM-Dritten Frankreich ausgeschaltet und in der Hauptrunde Gastgeber Schweden düpiert hatten, ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken. Im Angriff brachten sie nun wie erwartet für ihren Torhüter konsequent einen siebten Feldspieler und stellten die DHB-Abwehr damit vor große Probleme. Mitte der zweiten Halbzeit geriet Deutschland beim 23:24 erstmals in Rückstand.

          Vor allem Kühn sorgte in dieser Phase immer wieder für ein offensives Gegengewicht. Zudem parierte der nun zwischen die Pfosten gerückte Johannes Bitter einen Siebenmeter und weitere freie Würfe der Portugiesen. Das reichte für einen versöhnlichen Abschluss. Jetzt geht der Blick auf das Olympia-Qualifikationsturnier im April in Berlin, wo zwei Tickets für Tokio vergeben werden. Neben viel Positivem machte Prokop bei der EM auch Defizite aus, „wo wir die nächsten zweieinhalb Monate ansetzen müssen. Das Quali-Turnier wird ein ganz schönes Brett und da wollen wir gut gewappnet sein“, sagte Prokop.

          Norwegen gewann derweil das Spiel um Platz drei und damit seine erste Medaille in der bis 1994 zurückreichenden EM-Geschichte. 24 Stunden nach der enttäuschenden Niederlage im Halbfinal-Krimi gegen Kroatien (28:29) setzten sich die Skandinavier vor 13.094 Zuschauern in Stockholm mit 28:20 (12:9) gegen Slowenien durch. Norwegen ist damit für die WM im Januar 2021 in Ägypten qualifiziert, Slowenien muss weiter auf die zweite EM-Medaille nach Silber 2004 warten. Erfolgreichster norwegischer Werfer war Linksaußen Magnus Jöndal vom deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt (7 Tore). Fünfmal traf Sloweniens Regisseur Dean Bombac.

          Handball-EM 2020

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