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Handball-Glosse : Er ist so schön, er ist so toll ...

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Nicht so einfach: In Österreich muss Handball erklärt werden Bild: dpa

Der Handball kommt nach Österreich: Die Zeitungen bereiteten die Landsleute deshalb schon im Vorfeld ausgiebig auf den in der Alpenrepublik wenig bekannten Sport vor. Von Hüftlern, Wuzlern und Pickerln.

          Natürlich mischt auch Gerhard Friedle mit, was wirklich Sinn macht, weil der Mann eine wahre Stimmungskanone ist. So was kann dem Handball ja nicht schaden. Noch dazu, wenn es um Handball in Österreich geht, wo mancher diesen Sport vermutlich gar nicht anzusiedeln vermag. Da kommt der Unterhaltungs-Experte Friedle, auch als DJ Ötzi bekannt, als Verstärkung gerade recht: Er durfte, auf dass demnächst in Innsbruck oder Linz die Hallenwände wackeln, die offizielle Hymne für die Europameisterschaft produzieren. Also, los geht’s: Nächste Woche ist Anpfiff in Österreich, selbstverständlich mit der österreichischen Nationalmannschaft, weil man auch in diesem Fall nicht von dem guten Brauch abgerückt ist, den Gastgeber automatisch mitspielen zu lassen.

          Bisher – diese Bemerkung sei gestattet – hatte Österreich sich noch nie für eine Männer-EM im Handball qualifiziert. Armes Austria. Aber jetzt soll die Nation mal erleben, dass es doch noch was anderes gibt als Berge und Schnee und Schanzen und ein bisschen Fußball, jetzt darf sie den Handball kennenlernen. Und Österreich, getrimmt von dem isländischen Trainer Dagur Sigurdsson, hat sich einiges vorgenommen – allerdings schwant Sigurdsson bei allem Ehrgeiz auch, dass es schmerzliche Erlebnisse geben könnte für sein Team: Der Isländer, offenbar schon der deftigen alpenländischen Sprache mächtig, schließt jedenfalls nicht aus, möglicherweise „ordentlich auf die Fresse“ zu kriegen.

          Hüftler, Wuzler, Pickerl

          Aber die Vorfreude sollen sich die Österreicher keineswegs nehmen lassen, und damit auch alle wissen, was gespielt wird, fehlt es nicht an sachdienlichen Hinweisen. So wartet nun manche österreichische Publikation mit Handball-Lexikon und Regelkunde auf, da kann man dann auf der Tribüne angeregt fachsimpeln. Über den Hüftler zum Beispiel, den man eigentlich gar nicht näher erläutern muss. Trotzdem, er wird so beschrieben: „Wurf aus dem Stand auf Hüfthöhe. Gefährlich, weil dem Tormann oft die Sicht verstellt ist.“ Sehr wirkungsvoll kann auch der Wuzler sein: „Der Werfer gibt dem Ball durch Bewegung seines Handgelenks einen starken Drall. Dadurch dreht sich der Ball im Idealfall am Tormann vorbei ins Tor.“ Was wäre aber alles ohne Pickerl? Denken Sie jetzt bitte nicht an . . . – nein, es handelt sich schlichtweg um ein „Haftmittel, mit dessen Hilfe der Spieler mehr Kontrolle über den Ball erlangt“.

          Ja, so ist das mit der wunderbaren Welt des Handballs, in der auch Österreich sein Plätzchen hat. Und wenn Sigurdssons düstere Ahnungen sich doch bewahrheiten sollten? Gerhard Friedle zumindest könnte dann seine weiße Strickmütze ganz tief ins Gesicht ziehen. Und vorübergehend verstummen.

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