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Handball-EM : Prokop nominiert Dahmke nach

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Dahmke soll Schwung auf die linke Seite bringen. Bild: dpa

Vor dem wichtigen Spiel gegen Dänemark holt der Bundestrainer einen weiteren Europameister in den deutschen Kader. Dieser soll die Schwächen auf Linksaußen kompensieren.

          Von der Rückkehr eines weiteren Europameisters erfuhren die deutschen Handballer nach einem langen Mannschaftsabend. Bis ein Uhr in der Nacht saß die DHB-Auswahl nach dem schmeichelhaften Sieg gegen Tschechien (22:19) in einem kroatischen Pub zusammen, anschließend verkündete Bundestrainer Christian Prokop die Nachnominierung von Linksaußen Rune Dahmke. „Das macht uns noch weniger ausrechenbar“, sagt Abwehrchef Finn Lemke vor dem Spiel gegen Olympiasieger Dänemark am Sonntag (18.15 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-EM und in der ARD). Das sei ein Finalspiel, meinte er. „Von daher heißt es: Gewinnen!“

          Tatsächlich geht es für den Europameister um alles. Gelingt auch gegen die Dänen ein Erfolg, wäre das ein Riesenschritt in Richtung Halbfinale. Der 24 Jahre alte Dahmke soll helfen, dass das gelingt. Und er soll vor allem den gegen die Tschechen weitestgehend schwachen Kapitän Uwe Gensheimer entlasten. Gegen den Olympiasieger wird es darauf ankommen, dass die Offensive endlich ihre Treffsicherheit wiedererlangt. Auch auf den Zusammenhalt kommt es an, weshalb DHB-Vizepräsident Bob Hanning die Mannschaft nach dem Tschechien-Spiel ins Restaurant einlud. Bei Cevapcici, Pommes und Bier stimmte sich der Europameister auf das Topspiel ein.

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          Gegen die Dänen sei der Titelverteidiger „das erste Mal Außenseiter in diesem Turnier“, meinte Hanning. „Das ist ein K.o.-Spiel. Der Sieger hat die besten Chancen aufs Halbfinale. Und für den Verlierer wird es schon schwierig“, sagte Torhüter Silvio Heinevetter. „Es ist ein Duell, in dem es um alles oder nichts geht.“ Es wird darauf ankommen, dass Prokops Mannschaft das erste Mal bei dem Turnier in Kroatien an ihre Leistungsgrenze kommt. Nach zuletzt schwachen Spielen gegen Slowenien, Mazedonien und Tschechien wartet in der Hauptrunde nun das erste Schwergewicht – was möglicherweise auch ein Vorteil sein kann, weil die Erwartungshaltung erstmals eine andere ist.

          Dass die Dänen schlagbar sind, hatten die „Bad Boys“ schon beim Titelgewinn vor zwei Jahren bewiesen. Ebenfalls in der Hauptrunde wurden die Dänen damals mit 25:23 besiegt. Seitdem hat sich vieles verändert. Wie die DHB-Auswahl sind auch die Dänen mit einem neuen Coach nach Kroatien gereist. Nikolaj Jacobsen, der parallel die Rhein-Neckar Löwen in der Bundesliga betreut, ist seit dem vergangenen Frühjahr auch für die Nationalmannschaft in seiner Heimat verantwortlich. Jacobsen sei „einer der kreativsten Trainer dieses Turniers“, sagt Bundestrainer Prokop. „Dementsprechend müssen wir hundertprozentig vorbereitet sein.“

          Etliche Spieler der Skandinavier kennt Prokop bereits aus der Bundesliga. Die beiden Brüder Henrik (SG Flensburg-Handewitt) und Rene Toft Hansen (THW Kiel) bilden die Abwehrzentrale des Goldmedaillengewinners von Rio de Janeiro. Den Flensburger Rasmus Lauge bezeichnete Prokop „als Schlüsselspieler der dänischen Mannschaft“. Hinzu kommt in Lasse Svan (ebenfalls Flensburg) einer der stärksten Außenspieler des Turniers. Überragt wird Jacobsens Mannschaft aber von Superstar Mikkel Hansen, Teamkollege von Gensheimer bei Paris St. Germain und mit 21 Toren bisher bester Torschütze der Dänen.

          „Das ist der Olympiasieger, der mit Sicherheit über eine starke Besetzung auf jeder Position verfügt“, sagt Prokop. „Aber wir kennen diese Mannschaft auch und wir wissen auch, was wir tun müssen.“ Den Samstag wolle er intensiv für die taktische Vorbereitung nutzen. Das wird auch nötig sein.

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