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Handball-EM : Österreich feiert sein „Wunderteam“

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In die Hauptrunde geworfen: Österreich und Robert Weber besiegten Serbien Bild: picture alliance / dpa

Nach dem 37:37 gegen Island schaffte Österreich gegen Serbien den größten Erfolg seiner Handball-Geschichte. Die Spieler des Gastegebers besiegten Serbien mit 37:31, ziehen in die Hauptrunde ein und werden landesweit gefeiert. Zwei Spieler der deutschen Bundesliga waren die Sieggaranten.

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          Am Tag der berühmten Streif-Abfahrt in Kitzbühel haben Österreichs Handballer ihr mediales Schattendasein beendet. Durch den 37:31- Erfolg am Samstag gegen Serbien ist der Turnier-Gastgeber beim EM-Debüt in die Hauptrunde eingezogen und damit landesweit ins Rampenlicht getreten. „Das Happy-End der Heldensaga“, titelte die „Tiroler Tageszeitung“ am Sonntag. Und die Zeitung „Österreich“ jubelte in großen Lettern: „37:31 - Wir haben ein Wunderteam!“ In Erinnerung an den Siegeszug der deutschen Mannschaft bei der Heim-WM 2007 befand die Tageszeitung „Kurier“: „Hand aufs Herz: Ein Wintermärchen“.

          Im Finale der Vorrundengruppe B spielte der Gastgeber furios. Angetrieben von 6000 begeisterten Anhängern in Linz machte das Team des isländischen Trainers Dagur Sigurdsson einen 15:18-Pausenrückstand wett. Vor allem Kapitän Viktor Szilagyi vom Bundesligisten VfL Gummersbach (10 Tore) und der Magdeburger Rechtsaußen Robert Weber (8) waren nicht zu bremsen.

          „Gefühlte 400.000 Leute in der Halle“

          Zum Matchwinner aber avancierte Torhüter Thomas Bauer vom deutschen Zweitligisten TV Korschenbroich, der für den glücklosen Nikola Marinovic (Balingen- Weilstetten) ins Spiel kam und 38 Prozent aller serbischen Torwürfe parierte. „Unglaublich, ich hätte nie gedacht, dass es im österreichischen Handball möglich ist, bei so einem Spektakel dabei zu sein. Aber die Leute haben mich eines Besseren belehrt. Dafür haben wir alle Leute eines Besseren belehrt, die gemeint haben, dass wir bei dieser EM nur Kanonenfutter sind“, sagte Bauer überschwänglich.

          Acht Minuten lang hatte er keinen Treffer kassiert und damit die Grundlage für den Coup gelegt. „Ich habe einfach irgendwie versucht, vom Ball getroffen zu werden“, erklärte er das Geheimnis seines Erfolges, „die gefühlten 400.000 Leute in der Halle haben dazu beigetragen, dass ich nicht klar im Kopf denken konnte.“ Vollkommen klar hingegen war Trainer Sigurdsson, der in der Bundesliga die Füchse Berlin betreut, als er Bauer in der 17. Minute aufs Spielfeld schickte. „Es macht uns noch stärker, dass wir wissen, dass er gut drauf ist“, sagte der Isländer.

          Nun gegen Norwegen, Kroatien und Russland

          Seit seinem Amtsantritt im März 2008 als Nachfolger des jetzigen deutschen Frauen-Bundestrainers Rainer Osmann hat Sigurdsson ein schlagkräftiges Team geformt, das zu einem Großteil aus Bundesliga-Spielern besteht. Neben Szilagyi, Weber und Marinovic spielen Patrick Fölser (Düsseldorf), Mare Hojc, Markus Wagesreiter (beide Balingen-Weilstetten) und Konrad Wilczynski (Berlin) in der höchsten deutschen Spielklasse.

          In der Hauptrunde wollen die Österreicher nun von diesem Montag an in Wien gegen Norwegen, den WM-Zweiten Kroatien und Russland weiter für Furore sorgen. „Verstecken müssen wir uns nicht. Wir werden topmotiviert und topvorbereitet sein“, sagte Sigurdsson, dessen Team mit 1:3 Punkten aus dem 37:37 gegen Island und der 29:33-Niederlage gegen Titelverteidiger Dänemark in die zweite Turnier-Runde startet.

          Der WM-Zweite Kroatien sicherte sich in der Staffel A durch ein 30:28 (17:16) in Graz gegen Russland den Gruppensieg. Die Skandinavier erreichten die Hauptrunde als Zweiter durch einen 31:29 (14:16)-Erfolg gegen die Ukraine. In Österreichs Gruppe belegte Island den ersten Platz. Der Olympia-Zweite gewann das letzte Gruppenspiel gegen Titelverteidiger Dänemark mit 27:22 (15:13).

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