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Bundestrainer Christian Prokop : „Der Julian Nagelsmann des Handballs“

Ein frisches Gesicht für den deutschen Handball: Bundestrainer Christian Prokop. Bild: dpa

Christian Prokop ist der jüngste Handball-Bundestrainer, den es je gab. Bei der EM steht er vor seinem ersten großen Turnier. Schon früher fiel er durch ungewöhnliche Vorstellungen und eine erstaunliche Aktion auf.

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          Ein Mann im Schnee, mal mit einem Snowboard, mal mit einem Gewehr. Fünf Schüsse an einem Schießstand, vier Treffer, eine Art Biathlon-Übung. „Ausbaufähig“, sagt Christian Prokop, als „Biathlet“. Der Handballer Prokop hingegen ist mit dieser Trefferquote zufrieden, und darauf kommt es schließlich an. Prokop in einer Winterlandschaft: Diese Bilder waren kürzlich zu sehen. Es war eine Phase der Erholung für Prokop, ein Kräftesammeln für das, was von Samstag an mit dem ersten Spiel gegen Montenegro (17.15 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-EM und im ZDF) auf ihn zukommt, auf den neuen Bundestrainer, auf die Nationalmannschaft, auf Handball-Deutschland generell. Prokop steht bei der EM in Kroatien vor seiner ersten großen Bewährungsprobe, und der Druck ist groß für den 39 Jahre alten Mann aus Köthen in Sachsen-Anhalt, den jüngsten Nationalcoach in der Geschichte des Deutschen Handballbundes (DHB).

          Rainer Seele

          Sportredakteur.

          Da sind, einerseits, die Fußstapfen des isländischen Vorgängers Dagur Sigurdsson, der Deutschland vor zwei Jahren in Polen auf den Gipfel des europäischen Handballs geführt hatte. Und da ist der Wunsch, nach den Dämpfern in der jüngeren Vergangenheit das Renommee wieder aufzufrischen. Die deutschen Männer waren bei der WM in Frankreich – unter Sigurdsson – früh gescheitert, die deutschen Frauen kamen unlängst – unter Michael Biegler – bei der Weltmesse auf heimischem Boden ebenfalls nicht wie geplant voran. „Wir wollen erfolgreicher sein als zuletzt“, sagt DHB-Präsident Andreas Michelmann. Es ist ein eindeutiger Auftrag für Prokop. Allerdings weiß auch Michelmann, dass die Deutschen, trotz des Rückschlages von Frankreich, jetzt anders wahrgenommen werden als damals in Polen bei ihrem überraschenden Coup. „Wir sind die Gejagten“, sagt Michelmann vor der Reise nach Zagreb, „mal sehen, wie das Treiben ausgeht.“

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          Prokop spricht vorläufig nicht von einer Medaille, schon gar nicht vom Titel. Obwohl sein Team, wie am Freitag beim 36:29 im Stuttgarter Test gegen Island und am Sonntag beim 30:21 gegen den gleichen Gegner in Neu-Ulm zu erkennen war, gut in Schuss zu sein scheint. Obwohl es offensichtlich besser besetzt ist als in Polen, wo unter anderen Kapitän Uwe Gensheimer wegen einer Verletzung gefehlt hatte. Jetzt ist der Linksaußen, der inzwischen sein Geld in Paris verdient, wieder dabei, und überhaupt kann Prokop personell aus dem Vollen schöpfen. Er nennt es eine Luxussituation. Und stand vor einer schwierigen Aufgabe: Nach dem zweiten Duell mit Island musste er vier Spieler aus seinem 20 Mann starken Kader streichen. Es traf Finn Lemke (MT Melsungen), Rune Dahmke (THW Kiel) und Fabian Wiede
          sowie Marian Michalczik (GWD Minden).

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