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Folgen für deutschen Verband : Ein Rückzug von der Handball-EM wäre fatal

  • -Aktualisiert am

Im Würgegriff des Gegners – und des Virus: Deutschland im Spiel gegen Spanien Bild: AFP

Nach zahlreichen Corona-Fällen bei deutschen Spielern diskutierte der Handballbund über eine Abreise von der EM. Doch die Konsequenzen durch den europäischen Verband wären verheerend gewesen.

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          Ein Rückzug von der Handball-Europameisterschaft hätte dem Deutschen Handballbund (DHB) massive wirtschaftliche und sportliche Folgen eingebrockt. Das sagte Martin Hausleitner, der Generalsekretär des Europäischen Handballverbandes (EHF), am Freitagmorgen vor dem deutschen Spiel am Abend (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-EM, im ZDF und bei sportdeutschland.tv) gegen Norwegen.

          Handball-EM 2022

          „Ein Ausscheiden aus dem Turnier hätte nach unserem Rechtssystem eine Sperre der Nation bedeutet, also keine Teilnahme an einer WM-Qualifikation und schwierige Umstände hinsichtlich der EM 2024“, sagte Hausleitner. „Es hätte auch wirtschaftliche Konsequenzen gegeben, bei denen wir auch verpflichtet gewesen wären, sie einzufordern.“

          Der DHB hatte die Möglichkeit eines Rückzugs am Donnerstag von der EHF prüfen lassen. Zwölf positive Corona-Tests bei deutschen Spielern hatten dazu geführt, dass der deutsche Verband über eine Abreise vom Turnier in Ungarn und der Slowakei diskutierte. Doch war dem DHB offenbar das Risiko zu groß, die WM in einem Jahr zu verpassen und vielleicht sogar die Heim-EM in zwei Jahren als Veranstalter zu verlieren. Mit Blick auf milde oder symptomfreie Verläufe der Infizierten entschied der DHB daraufhin, im Turnier zu bleiben.

          Nach mehr als 50 Corona-Fällen bei zehn der zwölf Hauptrunden-Teams sagte Hausleitner zur Fortführung der EM: „Wir planen von Tag zu Tag und ich weiß nicht, welche Herausforderungen morgen auf uns zukommen. Wir planen aber, diesen Wettbewerb bis zum Ende zu organisieren. Die Teams und Organisatoren wollen weitermachen – daran halten wir uns.“ Die Omikron-Variante habe die Lage „komplett verändert.“

          Eine Rückkehr zum vermeintlich sicheren Blasenkonzept sollte es aus übergeordneten Überlegungen nicht geben: „Ich kann es nicht als fatalen Fehler erkennen, dass wir auf eine Bubble verzichtet haben“, sagte Hausleitner, „wir haben die Frauen-WM im Dezember in Spanien ohne eine solche ohne Probleme ordnungsgemäß über die Bühne gebracht. Wir wären mit einer Bubble in die Zeit von 2020 zurückgegangen. Das war nicht vorgesehen. Wir möchten den Menschen einen Schritt in die Normalität zurückgeben. Kein Land geht in den Lockdown. Diese allgemeine Tendenz kann man nicht ignorieren.“ Zu Infektionen könne es immer innerhalb einer Mannschaft kommen.

          Einen Imageschaden für den Handball erkennt Hausleitner nicht: „Wir sehen einen viel höheren Mehrwert, diese Veranstaltung durchzuführen und zu zeigen, dass wir uns der Situation stellen, als dass wir fürchten, dass es einen Imageschaden gibt.“ Dabei habe die Gesundheit der Aktiven immer höchste Priorität gehabt.

          Spieler, die ihre Familien auf der Tribüne nach Spielende herzen, sich mischende Teams beim Frühstück im Hotel: Es gibt viele Hinweise, wo das Hygienekonzept Risse gehabt hat, Einfallstore für das Virus womöglich. Nicht jeder Verband hatte sich so gut isolieren können, wie zunächst versprochen. Dazu sagte Hausleitner: „Wir haben unsere Regeln diesbezüglich angepasst. Aber es gibt verschiedene Ansätze, mit Covid zu handeln. Einige Teams sind disziplinierter, andere weniger. Jedes Team ist selbst verantwortlich.“

          Handball-EM 2022

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