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Kroatien gegen Serbien : Der hochbrisante Start der Handball-EM

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Domagoj Duvnjak ist der große Star der kroatischen Handballer. Bild: dpa

Zum Turnier-Auftakt trifft Gastgeber Kroatien auf Serbien. Mehr Rivalität geht kaum. Die Sicherheitsbehörden sind in Alarmstimmung. Auch sportlich steht viel auf dem Spiel – vor allem für ein Team.

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          Die Stimmung ist schon vor diesem besonderen Handball-Auftakt angespannt. Am Freitag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-EM und im ZDF) startet Kroatien in seine Europameisterschaft – mit einem Spiel gegen Serbien. Brisanter könnte eine Konstellation zu Beginn eines sportlichen Großturnieres auf dem Balkan eigentlich nicht sein. Sorgenvoller auch nicht. „Wir tun immer so, als sei das irgendein Spiel. Aber das ist es nicht“, sagt der frühere kroatische Nationalcoach Slavko Goluza. „Wir werden sie sicher nicht mit Applaus empfangen.“

          Kroatien gegen Serbien: Zumindest vordergründig spielt es keine größere Rolle, in welcher Sportart beide Nationen aufeinandertreffen, sondern, dass sie aufeinandertreffen. Vergangene Duelle der beiden Nachbarländer waren nicht selten begleitet von teils heftigen Auseinandersetzungen. Bei der Handball-EM vor sechs Jahren in Serbien hatten heimische Fans ihre kroatischen Gäste attackiert. Dass Handball in Kroatien nach Fußball die beliebteste Sportart ist und die Kroaten im eigenen Land unbedingt den Titel gewinnen wollen, macht die Situation vor der Partie am Freitag nicht unbedingt entspannter.

          „Unser ganzes Land wünscht sich den Sieg, erwartet aber zumindest eine Medaille“, schrieb Kroatiens Superstar Domagoj Duvnjak in der „Sport Bild“. „Der Druck wird riesig sein.“ Auch auf die Sicherheitsbehörden in Split. Gut 500 Kilometer trennen Serbiens Hauptstadt Belgrad von der kroatischen Küstenstadt. Etliche Serben werden beim Auftaktmatch beider Nationen erwartet. Die Polizei in Split warnte bereits davor, feindliche Banner aufzuhängen oder nationalistische Lieder anzustimmen.

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          Auch sportlich birgt die Partie Brisanz, vor allem für die Kroaten. Nach dem WM-Titel 2003 und dem Gewinn der olympischen Goldmedaille 2004 sehnt sich nicht nur das Team von Trainerfuchs Lino Cervar nach dem nächsten sportlichen Großerfolg. Der 67-Jährige hatte die Mannschaft schon zum WM-Titel und Olympia-Gold geführt, 2017 holten die Kroaten ihn als Nationalcoach zurück, damit er sie auch zum EM-Sieg im eigenen Land führt.

          „Das ist der Trainer, mit dem Kroatien all seine Titel gewonnen hat“, schrieb Duvnjak. „Ihn als Coach zu haben, das ist ein ganz großes Plus.“ Duvnjak, Welthandballer 2013, ist Cervars verlängerter Arm auf der Platte. Der Rückraumspieler des THW Kiel ist nach einer Patellasehnen-OP erst seit kurzer Zeit wieder einigermaßen fit, THW-Coach Alfred Gislason hatte ihm deshalb sogar von einer EM-Teilnahme abgeraten. Für Duvnjak war das nie eine Option. Mit ihm steht und fällt das Spiel der Kroaten. „Wenn sie es schaffen, sich in einen Rausch zu spielen, sind sie sehr hoch zu handeln“, meint Bundestrainer Christian Prokop. Schon am Freitag werde die Halle überkochen, sagt Duvnjak. Damit rechnen auch die Sicherheitsbehörden.

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