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Klare Niederlage gegen Spanien : Rückschlag für Deutschland bei Handball-EM

  • Aktualisiert am

Und nun? Bundestrainer Christian Prokop muss die Niederlage gegen Spanien verarbeiten. Bild: dpa

Kein Biss, keine Ideen und keine Klasse: Bei der Handball-EM gibt es für die deutsche Auswahl mit der Niederlage gegen Spanien einen herben Rückschlag. Nun steht Deutschland schon stark unter Druck.

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          Kein Biss, keine Ideen und keine Klasse: Deutschlands Handballspieler haben nach einem teilweise desolaten Auftritt einen herben Rückschlag bei der Europameisterschaft erlitten. Die DHB-Auswahl kassierte am Samstag im zweiten Vorrundenspiel gegen Titelverteidiger Spanien eine ganz bittere 26:33 (11:14)-Niederlage und steht im Kampf um den angepeilten Halbfinal-Einzug nun schwer unter Druck. „Wir kommen schlampig in das Spiel, obwohl wir sehr gut vorbereitet waren“, sagte Bundestrainer Christian Prokop in der ARD. „Aber die Spanier waren uns in allen Bereichen überlegen. Wir haben in der Abwehr inklusive Torhüter nicht das gezeigt, was man in so einem Spiel braucht.“

          Während die Spanier bereits das Ticket für die Hauptrunde lösten, darf sich der Europameister von 2016 im abschließenden Gruppenspiel gegen Außenseiter Lettland am Montag (18.15 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-EM und im ZDF) keinen Patzer und in der nächsten Turnierphase keine weitere Niederlage leisten, soll der Medaillentraum nicht vorzeitig platzen. Sollte Deutschland nur unentschieden spielen, ist man auf die Schützenhilfe der Spanier angewiesen, die in dem Fall ihr letztes Gruppenspiel gegen die Niederlande nicht verlieren dürfen. Deutschlands Gruppengegner Niederlande bejubelte derweil gegen Lettland seinen ersten EM-Erfolg. Im Duell der Debütanten setzten sich die Niederländer in Trondheim deutlich mit 32:24 (16:10) durch und erhielten sich nach der klaren Auftaktniederlage gegen die DHB-Auswahl zumindest eine Mini-Chance auf das Weiterkommen. Bester Werfer beim Sieger war Kay Smits mit sieben Toren.

          Bester deutscher Werfer gegen Spanien war Hendrik Pekeler mit fünf Toren. Prokop ist mit Blick auf das Lettland-Spiel zumindest zuversichtlich: „Sie sind sehr gut und haben auch ihre Starspieler, aber ich bin sicher, wenn wir unsere Leistung abliefern, werden wir unser Ziel Hauptrunde in Wien auf jeden Fall erreichen.“ Beide Teams wussten um die Bedeutung des Spiels und begannen vor 6558 Zuschauern in Trondheim entsprechend nervös. Erst nach 4:40 Minuten fiel das erste Tor – für den Titelverteidiger. Die DHB-Auswahl leistete sich vor allem im Angriff gegen die sehr offensiv deckenden Spanier viele unnötige Fehler und lag nach acht Minuten mit 1:4 zurück. Prokop reagierte sofort und nahm in der ersten Auszeit einige Korrekturen vor.

          Doch es wurde nicht besser, was der Bundestrainer an der Seitenlinie laut schimpfend und mit bösem Blick verfolgte. Torwart Andreas Wolff bekam zudem kaum einen Ball zu fassen und musste seinen Platz zwischen den Pfosten schon nach zwölf Minuten beim Stand von 2:8 für Johannes Bitter räumen. Der 37 Jahre alte Routinier, der 2007 schon beim deutschen WM-Triumph dabei war, konnte sich aber ebenfalls kaum auszeichnen.

          Viel mehr Wirkung zeigte die Umstellung auf eine offensive Abwehr, mit der die Spanier schlechter zurecht kamen. Nach einem 5:0-Lauf war die DHB-Auswahl beim 9:10 plötzlich wieder dran. Die deutsche Mannschaft konnte das Momentum jedoch nicht nutzen, weil sie sich weiter zu viele Fehler in der Offensive leistete. Zudem scheiterte Kapitän Uwe Gensheimer gleich zweimal beim Siebenmeter am überragenden spanischen Keeper Gonzalo Perez de Vargas. So zogen die Spanier wieder davon.

          „Es hat sehr deutliche Worte gegeben“, berichtete Teammanager Oliver Roggisch nach der Pause von einer Kabinenpredigt des Bundestrainers und gab die Marschroute für die zweiten 30 Minuten vor: „Wir müssen im Angriff viel mutiger agieren.“ Prokop reagierte nicht nur verbal auf die verpatzte erste Halbzeit, sondern auch personell. Die Routiniers Gensheimer und Tobias Reichmann mussten auf die Bank und wurden auf den Außenpositionen durch die EM-Debütanten Patrick Zieker und Timo Kastening ersetzt. Und Wolff kehrte ins Tor zurück.

          Doch die erhoffte Wende blieb aus. Wieder erwischte Spanien den besseren Start und verschaffte sich abermals ein Fünf-Tore-Polster (18:13). Bei der deutschen Mannschaft lief an diesem Tag nichts zusammen. „Mit unseren Fehlern kommen wir nicht weiter, wir müssen alle überzeugt sein“, forderte Prokop in der nächsten Auszeit Mitte der zweiten Halbzeit beim Stand von 18:24. Doch seine Worte verhallten ohne Wirkung.

          Eine böse Überraschung gab es derweil für Weltmeister Dänemark: Der große Goldfavorit kassierte zum Auftakt eine überraschende 30:31 (15:15)-Niederlage gegen Island. Auch neun Tore von Superstar Mikkel Hansen bewahrten den Olympiasieger in seinem ersten Vorrundenspiel in Malmö nicht vor der Pleite gegen die Isländer, bei denen Aron Palmarsson mit zehn Treffern herausragte. Zuvor hatte Ungarn in der Gruppe E einen knappen 26:25 (14:13)-Sieg gegen Russland gelandet. In der Gruppe A bejubelte Kroatien in Graz beim 31:23 (15:10) gegen Weißrussland den zweiten Erfolg im zweiten Spiel und kann schon für die Hauptrunde planen. Top-Werfer beim Sieger war Igor Karacic mit sechs Treffern. Serbien unterlag am Abend Montenegro mit 21:22 (10:11) und ist damit vorzeitig ausgeschieden. (dpa)

          Handball-EM 2020

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