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Nackt und blutend : Emotionaler Protest von Handball-Nationalspielern

  • Aktualisiert am

Klare Botschaft: Deutsche Handball-Profis protestieren für Peta. Bild: obs

Sieben deutsche Handball-Profis wenden sich mit einer klaren Botschaft an die Öffentlichkeit. Der Protest richtet sich explizit an eine Regierung. Derweil hat Bundestrainer Prokop den endgültigen EM-Kader bekanntgegeben.

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          Kurz vor dem EM-Auftakt haben sieben deutsche Handball-Nationalspieler mit einer aufsehenerregenden Aktion die grausame Robbenjagd in Kanada angeprangert. Paul Drux, Fabian Wiede, Jannik Kohlbacher, Steffen Fäth, Patrick Groetzki, Julius Kühn und Tobias Reichmann posierten für die Tierschutzorganisation Peta mit nacktem Oberkörper und einer Kunstblut-Wunde an den Schultern. In einem Video forderten sie mit eindringlichen Worten ein Ende der Tierquälerei.

          „Die Robbenjäger schlagen mit Spitzhacken auf die Baby-Robben ein“, sagte der Berliner Drux. Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen) ergänzte mit ernster Miene: „Wir fordern die kanadische Regierung auf, mit den Morden endlich aufzuhören.“ Drux, Kohlbacher, Reichmann und Kühn stehen im deutschen EM-Aufgebot für die an diesem Donnerstag beginnende EM in Norwegen, Schweden und Österreich.

          Laut Peta werden jedes Jahr mit Erlaubnis und sogar finanzieller Unterstützung der kanadischen Regierung bis zu 400.000 Robben zum Abschuss freigegeben. Die gängigsten Tötungsmethoden seien das Erschießen vom Schiff aus und das Erschlagen auf dem Eis mit einer Art Holzschläger, an dessen Spitze sich ein Metallhaken befindet.

          Bundestrainer Christian Prokop verzichtet derweil bei der Europameisterschaft zunächst auf Kreisläufer Johannes Golla. Der 22-Jährige von der SG Flensburg-Handewitt schaffte es nicht in den finalen 16er-Kader für das Auftaktspiel der deutschen Mannschaft am Donnerstag (18.15 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-EM und im ZDF) gegen die Niederlande. „Die Entscheidung habe ich ihm mitgeteilt. Das heißt, dass wir mit den anderen 16 morgen in unser erstes Turnierspiel starten“, sagte Prokop einen Tag vor der Partie im Teamhotel der deutschen Mannschaft in Trondheim.

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          Trotzdem bleibt Golla bei der Mannschaft. Er soll bei der EM in Norwegen, Schweden und Österreich auch noch zum Einsatz kommen. „Wir werden ihn definitiv noch bei diesem Turnier sehen“, sagte Prokop. Obwohl Prokop maximal 16 Akteure für die Partien melden darf, war er bereits mit 17 Spielern nach Norwegen gereist. Golla soll im Training vor allem die Abwehrspezialisten Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek entlasten.

          Während der Vor- und Hauptrunde sowie am Finalwochenende sind jeweils bis zu zwei Wechsel mit Spielern aus dem erweiterten 28er-Kader möglich. Dieses Aufgebot hatte Prokop bereits Anfang Dezember vor dem Turnier nominiert.

          Das EM-Aufgebot der deutschen Handball-Nationalmannschaft:

          Linksaußen: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), Patrick Zieker (TVB Stuttgart)

          Rückraum links: Fabian Böhm (TSV Hannover-Burgdorf), Philipp Weber (SC DHfK Leipzig), Julius Kühn (MT Melsungen)

          Rückraum Mitte: Paul Drux (Füchse Berlin), Marian Michalczik (TSV GWD Minden)

          Rückraum rechts: David Schmidt (TVB Stuttgart), Kai Häfner (MT Melsungen)

          Rechtsaußen: Tobias Reichmann (MT Melsungen), Timo Kastening (TSV Hannover-Burgdorf)

          Kreis: Hendrik Pekeler (THW Kiel), Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen), Patrick Wiencek (THW Kiel)

          Tor: Andreas Wolff (KS Vive Kielce/POL), Johannes Bitter (TVB Stuttgart)

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