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Corona bei Handball-EM : Das Unbehagen spielt mit

  • -Aktualisiert am

Muss ins Quarantäne-Hotel: Julius Kühn Bild: dpa

Der positive Corona-Test von Julius Kühn schreckt das deutsche Handball-Team auf. Bei der EM in der Slowakei und Ungarn ist es kein Einzelfall. Die Omikron-Variante hat längst alle Spielorte erreicht.

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          Dass es Stress verursacht, alle zwei Tage einen PCR-Test zu absolvieren, hatte Kai Häfner gleich zum Turnierstart freimütig zugegeben: „Vor dem Corona-Test ist man angespannt, weil man es erstens nicht haben will, und zweitens, wenn man es hat, ist das Turnier für einen gelaufen.“

          Handball-EM 2022

          Es ist das „neue Normal“, das nicht nur Handballprofis in ihrem Alltag begleitet. Testen – und hoffen. Seit dem Neujahrstag hatte sich der Tross des Deutschen Handballbundes (DHB) einem strengen selbst verordneten Testregime unterworfen, jeden zweiten Tag einen PCR-Test angeordnet. Dazu Einzelzimmer, Maskenpflicht, kein Besuch von Cafés oder Restaurants in Bratislava. Stadtbummel, bei herrlichem Wetter mal durch die historische Innenstadt hoch zum eindrucksvollen Schloss „Bratislavsky Hrad“ – keine Chance.

          Und doch, bei aller Vorsicht, meldete der DHB am Samstagabend den positiven Test bei Rückraumspieler Julius Kühn. Der 28 Jahre alte Melsunger ist doppelt geimpft und geboostert. Trotzdem traf es ihn. Am Sonntag zog er symptomfrei aus dem Teamhotel „Lindner“ in das Quarantänehotel des Europäischen Verbandes EHF.

          Es ist keine Blase

          Dank der von 14 Tagen auf fünf Tage verkürzten Quarantäne könnte Kühn nach zwei negativen PCR-Tests, die im Abstand von 24 Stunden genommen werden müssen, am Donnerstag zum Start der Hauptrunde wieder dabei sein. Gelaufen ist das Turnier also nicht, wie vom Teamkollegen Häfner befürchtet. Mit der Kunde vom Samstagabend war indes klar, dass der formstarke Shooter weder am Sonntagabend gegen Österreich (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-EM, in der ARD und bei sportdeutschland.tv) noch zum Vorrundenabschluss gegen Polen am Dienstag dabei sein würde.

          Beim 33:29-Auftaktsieg gegen Belarus am Freitag hatte Kühn sechs Tore geworfen und in der Abwehr sehr stabil gewirkt. Für ihn reiste am Sonntagmorgen Hendrik Wagner von den Eulen Ludwigshafen nach. Er hatte sich zu Hause fitgehalten und war engmaschig getestet worden. Wie der DHB mitteilte, sollte Wagner am Abend gegen Österreich noch nicht zum Einsatz kommen. In Kühns Abwesenheit richten sich die Blicke im Rückraum auf den Göppinger Sebastian Heymann.

          Es ist keine Blase, in der die Handballprofis bei dieser Europameisterschaft in Ungarn und der Slowakei leben. Die EHF vertraut dem zweitägigen PCR-Test-Rhythmus, der im Hygienekonzept vom November 2021 als zentrales Instrument benannt worden war, um Infektionen zu verhindern oder Infektionsketten zu unterbrechen. Eine sogenannte Blase hatte es noch vor einem Jahr bei der WM in Ägypten gegeben – unter anderen Vorzeichen, weil noch niemand geimpft war. Damals waren die Deutschen ohne Infektionen durchs Turnier gekommen.

          Bei dieser EM hatten sich die Blicke bislang sorgenvoll nach Ungarn gerichtet: 20.000 Fans in Budapest, im Hotel in Szeged mischten sich Touristen beim Essen unter die Handballspieler, was Frankreichs Star Nikola Karabatic beklagte. Die EHF nahm inzwischen Veränderungen vor.

          Aber die vielen Infizierten bei Nordmazedonien, den Niederlanden, Kroatien, Serbien und dem deutschen Gruppengegner Polen (sechs Fälle) lassen vermuten, dass die Omikron-Variante längst alle Spielorte erreicht hat. Etwa 15 Spieler sind seit Turnierbeginn positiv getestet worden. Polen bewohnt das gleiche Teamhotel wie die Deutschen – aber ein anderes Stockwerk. Dem vorsichtig handelnden DHB ist dabei kein Vorwurf zu machen. Doch nun ist das Unbehagen allgegenwärtig, sich im Spiel anzustecken.

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