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Aus bei Handball-EM : „Die Chemie war nicht so, wie sie dargestellt wurde“

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Die Enttäuschung ist ihm ins Gesicht geschrieben: Christian Prokop nach der Niederlage gegen Spanien. Bild: AFP

Rückendeckung für den Bundestrainer: Nach dem Debakel gegen Spanien bei der Handball-EM hält der DHB an Christian Prokop fest. Der Bundestrainer äußert sich zudem zu zukünftigen Zielen – und bezieht Stellung zur Stimmung im Team.

          Der Deutsche Handballbund (DHB) will trotz des sportlichen Debakels bei der EM in Kroatien mit Bundestrainer Christian Prokop in die Zukunft gehen. „Der Trainer steht nicht zur Disposition. Das Ziel ist es, mit ihm weiterzumachen“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning am Donnerstag in Varazdin. Prokop selbst dementierte atmosphärische Störungen in der Zusammenarbeit von Trainer und Mannschaft und schloss einen Rücktritt aus. „Da mache ich mir überhaupt keine Gedanken drüber, weil ich hier auch Großes vorhabe“, sagte der 39-Jährige. „Ich habe gesagt, dass ich hier viele Erfahrungen sammeln konnte. Sicherlich auch viele negative dazu.“

          Am Mittwoch hatte der Titelverteidiger durch ein 27:31 gegen Spanien den Einzug ins Halbfinale nicht geschafft und war vorzeitig aus dem Turnier ausgeschieden. Die Runde der besten vier Teams war vom DHB als Minimalziel ausgegeben worden. Doch nach dem enttäuschenden Achtelfinal-Aus bei der WM in Frankreich vor einem Jahr scheiterte die DHB-Auswahl auch in Kroatien vorzeitig. „Auch ich bin sehr traurig. Wir haben jetzt innerhalb von zwölf Monaten bei zwei Großereignissen nicht die Zielaufgaben erfüllt“, sagte Hanning. In den kommenden vier bis sechs Wochen solle das abermals schwache Abschneiden nun analysiert werden. „In der Analyse müssen wir uns alle hinterfragen, was wir zu tun haben und was wir zu lassen haben“, sagte Hanning. „Angefangen bei mir bis hin zum Trainerstab und jedem einzelnen Spieler.“

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          Denn der DHB hält an seinen ambitionierten Zielen für die Zukunft fest. Bei der Heim-WM im kommenden Jahr soll eine Medaille her. Ein Jahr später bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio peilt der größte Handballfachverband der Welt den Sieg an. Das sei trotz der Enttäuschung in Kroatien nach wie vor eine „unverhandelbare Vision“, sagte Hanning. Zunächst geht es aber an die Aufarbeitung des abermaligen Debakels.

          Immer wieder war während des Turniers von atmosphärischen Störungen zwischen Prokop und der Mannschaft die Rede. Schon vor der EM hatte der 39-Jährige mit der überraschenden Nichtnominierung von Abwehrchef Finn Lemke für Unruhe gesorgt. „Ich glaube, das hat uns nicht gut getan“, sagte Hanning deutlich. Erst nach zwei Spielen holte Prokop den 2,10 Meter großen Lemke zurück, was die Abwehr des Titelverteidigers deutlich stabilisierte. Doch auch im Anschluss sollen Coach und Team nicht immer das beste Verhältnis gehabt haben – was Prokop dementierte. „Die Chemie war nicht so, wie sie des öfteren dargestellt wurde. Wir hatten einen klaren taktischen Plan, hatten auch ein innerhalb stimmiges Verhältnis“, sagte er. Zu konstanten Leistungen führte das allerdings nicht.

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