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Handball-EM : Schiedsrichter ärgern Heiner Brand: „Ich fühle mich betrogen“

  • Aktualisiert am

Mit aller Gewalt: Kapitän Markus Baur Bild: AP

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat bei der EM in Slowenien im dritten Gruppenspiel gegen Frankreich nach unglücklichem Spielverlauf nur ein 29:29 erreicht. Die Schiedsrichter machten ihr dabei mehr zu schaffen als der Gegner.

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          Trotz einer unglücklichen Punkteteilung haben sich die deutschen Handballspieler die Chance auf das Halbfinale erhalten und können weiter vom ersten Europameister-Titel träumen. Im abschließenden Spiel der Vorrundengruppe D verspielte der WM-Zweite am Sonntag abend im slowenischen Koper gegen Frankreich eine 29:26-Führung und mußte sich am Ende mit einem 29:29 (14:13) begnügen.

          „Entscheidend für den Ausgang des Spiels waren die Herausstellungen in der Schlußphase. Wenn die Schiedsrichter so Einfluß nehmen, weiß ich nicht, was man noch machen will. Ob das Betrug ist, weiß ich nicht, aber ich fühle mich betrogen“, wetterte Bundestrainer Heiner Brand. In den letzten Minuten mußte die deutsche Mannschaft in 4:6-Unterzahl spielen. Vor rund 2500 Zuschauern war der Lemgoer Christian Schwarzer (7) bester deutscher Torschütze. Für die Franzosen warf Nikola Karabatic (10/5 Siebenmeter) die meisten Tore.

          Jetzt gegen Tschechien, Slowenien, Ungarn

          jIn die am Dienstag beginnende Hauptrunde startet die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) nach dem Punktverlust gegen die Franzosen mit 1:3 Zählern. Erster Gegner in Ljubljana ist Tschechien, am Mittwoch folgt die Begegnung gegen Slowenien, am Donnerstag ist Ungarn der Kontrahent.

          Erstmals konnte Bundestrainer Heiner Brand im Spiel gegen die Franzosen verletzungsbedingt einen Spieler nicht einsetzen. Linksaußen Heiko Grimm vom TV Großwallstadt war am Samstag im Training mit Torhüter Christian Ramota zusammengeprallt und hatte sich eine Hüftprellung zugezogen. Dadurch kam der Magdeburger Christian Schöne zu seinem EM-Debüt.

          In den Klassiker, der zum achten Mal hintereinander bei Großereignissen stattfand, starteten die Deutschen konzentriert und hellwach. Gegen die Franzosen, gegen die die DHB-Auswahl vor zwei Wochen beim Sechs-Länder-Turnier in Rußland mit 20:29 verloren hatte, bestätigte Florian Kehrmann vom TBV Lemgo seinen Formanstieg. Mit zwei Kontertoren nacheinander brachte er seine Mannschaft beim 5:4 (9.) nach einem 3:4-Rückstand (8.) wieder in Führung. Die stärkste Phase in der ersten Halbzeit hatte das deutsche Team zwischen der 20. und 23. Minute, als es sich von 8:8 auf 11:8 absetzte.

          Rauhbeinige Franzosen

          Auch ohne ihr Rückraum-As Jerome Fernandez, der sich im Spiel gegen Serbien und Montenegro die rechte Hand gebrochen hatte, blieben die Franzosen gefährlich. Vornehmlich sein Vertreter Nikola Karabatic hielt den WM-Dritten und Weltmeister von 2001 im Spiel. Der noch 19jährige Rückraumspieler war sicherer Siebenmeterschütze und traf auch aus der Entfernung. Mit einem verwandelten Strafwurf erzielte Karabatic auch das 14:14 (31.).

          Davon ließ sich die deutsche Mannschaft jedoch nicht irritieren. Unbeeindruckt auch von der raubeinigen Gangart der Franzosen spielte der WM-Zweite durchdacht und routiniert aus der kompakten Abwehr heraus. Der Treffer von Kehrmann zum 20:18 (41.) löste auf der deutschen Bank ebenso kollektiven Jubel aus wie der anschließend von Torhüter Henning Fritz parierte Siebenmeter gegen Karabatic. Damit jedoch war die Begegnung noch lange nicht gelaufen. Während sich ins deutsche Spiel leichte Fehler einschlichen, glichen die Franzosen durch zwei Siebenmetertreffer zum 21:21 aus und gingen durch den beim HSV Hamburg unter Vertrag stehenden Guillaume Gille mit 22:21 in Führung (48.).

          Nach einem Zwischenspurt der deutschen Mannschaft sah es dann aber doch nach einem Sieg in diesem Prestigeduell aus - bis die Schiedsrichter und die unbeirrt konzentrierten Franzosen der Mannschaft von Heiner Brand doch noch einen Strich durch die Rechnung machten.

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