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Handball-EM : Die Magie der Weltmeister verblasst

  • Aktualisiert am

Leere Gesichter: Oliver Roggisch und Mitspieler Bild: AFP

Im Duell zwischen Welt- und Europameister hat das Team von Heiner Brand bei der Handball-EM in Norwegen nach einem hart umkämpften Spiel mit 23:26 gegen Frankreich verloren. Noch ist das deutsche Team aber nicht ausgeschieden.

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          Die deutschen Handballer haben das Gipfeltreffen mit Europameister Frankreich verloren und müssen um den Einzug ins EM-Halbfinale zittern. In einem dramatischen Duell unterlag der Weltmeister am Mittwoch in Trondheim mit 23:26 (10:11) gegen den Titelverteidiger. Vor rund 2300 Zuschauern warf Michael Kraus (Lemgo/6) die meisten Tore für die deutsche Mannschaft. Die Franzosen, bei denen der Kieler Nikola Karabatic acht Treffer erzielte, stehen nach dem fünften Erfolg im fünften Spiel bereits vorzeitig im Halbfinale.

          „Unsere Chancenverwertung war schlecht. Zudem war die Hinausstellung gegen Oliver Roggisch entscheidend“, sagte Bundestrainer Heiner Brand nach der spannenden Partie. Abwehrstratege Roggisch hatte in der 34. Minute die Rote Karte gesehen. Nach dem von zwei starken Abwehrreihen dominierten Spiel muss die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) nun im Endspiel um Platz zwei am Donnerstag gegen Schweden (19.20 Uhr/ZDF) gewinnen, um noch Chancen auf eine Medaille zu haben.

          Schweden düpierte Spanien in letzter Sekunde

          Mit einem Tor in letzter Sekunde hatte sich der Rekord-Europameister zuvor seine Chance auf das Halbfinale erhalten. Gegen Ex-Weltmeister Spanien traf Jonas Källman praktisch mit dem Schlusspfiff zum 27:26 (13:14)-Sieg. Beim 26:26 hatten die Spanier fünf Sekunden vor dem Ende alles auf eine Karte gesetzt und für den Torhüter einen zusätzlichen Feldspieler aufs Feld geschickt. Doch Schwedens Keeper Tomas Svensson hielt gegen Iker Romero und passte auf Källman, der den Ball ins leere Tor zum Siegtreffer warf. Während die Schweden damit noch im Rennen um die Runde der letzten Vier sind, ist Spanien ebenso wie Ungarn, das gegen das schon zuvor chancenlose Island 28:36 (16:16) unterlag, ausgeschieden (Siehe: Handball: Ergebnisse und Tabellen).

          Eins, zwei, drei, wer hat den Ball? Markus Baur hat gegen drei Franzosen das Nachsehen
          Eins, zwei, drei, wer hat den Ball? Markus Baur hat gegen drei Franzosen das Nachsehen : Bild: AFP

          Ebenfalls aus dem EM-Rennen ist Vize-Weltmeister Polen nach dem 26:36 (13:17) in Gruppe 1 gegen den WM-Dritten Dänemark. Olympiasieger Kroatien wahrte seine Chancen mit einem 34:26 (12:13) gegen EM-Neuling Montenegro. Gastgeber Norwegen erlitt mit dem 28:31 (13:14) gegen Slowenien im fünften Turnierspiel zwar seine erste Niederlage, ist aber mit 5:3 Punkten vor dem Showdown gegen Kroatien (6:2) noch aussichtsreich im Rennen um den Einzug ins Halbfinale.

          Nur zwei Tore in zwölf Minuten

          Zwischen Frankreich und Deutschland entwickelte sich von Beginn an eine packende Begegnung. Brand vertraute dabei im Tor zunächst Henning Fritz, der bei den zwei Siegen während der WM gegen Frankreich noch zum Matchwinner avanciert war. Beide Mannschaften boten in der Abwehr eine überragende Leistung, dadurch hatten die Angriffsreihen große Mühe, zum erfolgreichen Abschluss zu kommen. Bis zur zwölften Minute waren lediglich zwei Treffer gefallen (1:1).

          Das deutsche Team hatte wie schon beim Debakel gegen Spanien (22:30) im Rückraum große Probleme. Pascal Hens und Holger Glandorf leisteten sich im ersten Durchgang zahlreiche Fehlwürfe, zudem funktionierte das Anspiel an den Kreis überhaupt nicht. Auch der Kieler Thierry Omeyer im Tor des WM-Vierten trieb die deutschen Angreifer zur Verzweiflung, so dauerte es bis zur 16. Minute ehe Jansen den zweiten deutschen Treffer erzielte.

          Hoffnung beim 20:20 hielt nicht lange

          Doch ein überragend agierender Roggisch blockte in der Abwehr immer wieder die Würfe der mit vier Bundesliga-Akteuren angetretenen Franzosen und leitete so einige Gegenstöße über Kehrmann und Jansen ein, die meist erfolgreich abgeschlossen wurden. Daher hielt das deutsche Team die Begegnung bis zur Halbzeit offen, obwohl es in der 23. Minute schon mit vier Toren zurücklag (4:8).

          Die zweite Halbzeit begann mit einem Schock. Roggisch sah nach seiner dritten Zeitstrafe beim Stand von 11:13 die Rote Karte. „Für mich waren das keine zwei Minuten“, meinte Roggisch nach seinem Ausschluss. Die Entscheidung der russischen Schiedsrichter war allerdings vertretbar. Auch ohne Roggisch und Hens, der sich zu Beginn der zweiten Hälfte eine Knieverletzung zuzog und bis in die Schlussphase pausierte, blieb die deutsche Auswahl dank der Treffer von Spielmacher Kraus dran. Die entscheidende Phase gab es zehn Minuten vor dem Ende, als sich die Mannschaft von Claude Onesta von 20:20 (51.) auf 25:22 (57.) absetzte.

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