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Handball : DHB-Team: Mit Selbstvertrauen und Sorgenkindern vor der WM

  • -Aktualisiert am

16 Tage vor dem Start der WM in Frankreich hat Deutschlands neuformierte Handball-Nationalmannschaft eine neue Zeitrechnung eingeläutet. Durch den Sieg beim Turnier in Balingen hat das Team Selbstvertrauen gesammelt.

          16 Tage vor dem Start der Weltmeisterschaft in Frankreich hat Deutschlands neuformierte Handball-Nationalmannschaft durch den Turniersieg beim Dreiländer-Turnier im schwäbischen Balingen eine neue Zeitrechnung eingeläutet. Das DHB-Team hat neben Spielpraxis vor allem auch Selbstvertrauen gesammelt.

          „Wir sind auf einem sehr guten Weg. Wenn wir weiter hart arbeiten, ist bei der WM sogar eine Überraschung drin“, betonte der mit 207 Länderspielen mittlerweile erfahrenste deutsche Nationalspieler Christian Schwarzer (FC Barcelona). Das Team von Bundestrainer Heiner Brand gab sich auch zum Abschluss beim 26:21 (11:10) gegen den EM-Zehnten Dänemark keine Blöße und sicherte sich den Geamtsieg vor den Skandinaviern. Grundlage waren die Erfolge gegen WM-Teilnehmer Tschechien (29:23) und das für Kuba eingesprungene deutsche B-Team (32:20). Beste Werfer im Duell gegen die Dänen waren Jan-Olaf Immel (SG Wallau-Massenheim/7 Tore), Markus Baur (HSG Wetzlar/5/5) sowie Frank von Behren (GWD Minden/4/2).

          Grund zur Zufriedenheit sieht Bundestrainer Heiner Brand dennoch nicht: „Bis zur WM bleibt uns noch einige Arbeit. Wir sind noch nicht mit allen Formationen so eingespielt, wie ich mir das wünsche“, urteilte der 48-Jährige, der seinen 16-köpfigen WM-Kader erst nach dem Turnier am kommenden Wochenende in Schweden benennen will: „Trotzdem hat uns das Turnier wichtige Schritte nach vorne gebracht.“

          Wallaus „junge Wilde“ bereiten Kopfzerbrechen

          Vor allem die Rückraum-Achse des Bundesliga-Zweiten SG Wallau-Massenheim mit Regisseur Steffen Weber, Linkshänder
          Christian Rose und Jan-Olaf Immel bereitet dem Bundestrainer leichtes Kopfzerbrechen. Brand: „Es funktioniert bei ihnen noch nicht so optimal wie im Verein. Wir müssen die verbleibende Zeit nutzen, um das zu ändern.“ Der Weltmeister von 1978 ist auf seine jungen Wilden angewiesen, nachdem Leistungsträger wie Volker Zerbe (TBV Lemgo), Bogdan Wenta (SG Flensburg-Handewitt) oder Bernd Roos (TV Großwallstadt) nach der
          Entäuschung von Sydney zurückgetreten waren.

          Auf Stützen wie Daniel Stephan (TBV Lemgo) oder Klaus-Dieter Petersen (THW Kiel) muss Brand bei der WM zudem aus Verletzungsgründen verzichten.
          Mittlerweile gehört der zum neuen Kapitän beförderte Mindener Frank von Behren (24) bereits zu den Altgedienten. „Durch seine Ernennung zum Spielführer wollte ich ein Zeichen setzen und deutlich machen, dass eine neue Generation an der Reihe ist“, äußerte Brand. Sorgenkind Stefan Kretzschmar (SC Magdeburg), zuletzt häufig kritisiert, zeigte in Balingen zumindest leicht ansteigende Form, während sich auch Torhüter Chrischa
          Hannawald von Tusem Essen bei seinem Debüt für eine WM-Nominierung empfahl

          Vorsichtiger Optimismus nach der Olympia-Depression

          Nicht nur deshalb sieht „Oldie“ Schwarzer Anlass zu vorsichtigem Optimismus: „Natürlich ist der Abstimmungsprozess noch nicht abgeschlossen, aber die Begeisterung und Stimmung in der Truppe ist super. Das stimmt mich hinsichtlich der WM sehr positiv“, erklärte der 31 Jahre alte Kreisläufer rund zwei Wochen vor dem WM-Auftakt gegen die USA (23. Januar) in Besancon. Schwarzer ist einer von sieben noch verbliebenen Spieler, die bei den Olympischen Spielen im Viertelfinale gegen Spanien jäh gescheitert waren und den deutschen Handball in tiefe Depression gestürzt hatten.

          Doch Ulrich Strombach, Präsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB), konnte zumindest in Sachen Finanzen erst einmal Entwarnung geben. Der Verband hat mit einem in der Internet-Banking-Branche tätigen Unternehmen („Systracom“) aus Berlin einen zweijährigen Hauptsponsoren-Vertrag abgeschlossen, nachdem der alte Kontrakt mit einem Kleidungsausstatter („Gin Tonic“) am Jahresende nicht verlängert wurde.

          Als WM-Generalprobe steht für die DHB-Auswahl vom 11. bis 14. Januar in Schweden noch ein Vierländer-Turnier mit den Gastgebern, Ex-Weltmeister Frankreich und Dänemark auf dem Programm. Bevor der WM-Fünfte von 1999 am 21. Januar Richtung Besancon aufbricht, will Brand seiner
          Mannschaft den letzten Feinschliff bei einem viertägigen Trainingslager in Oberkirch/Schwarzwald (17. bis 20. Januar) geben.

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