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Handball-Bundesliga : Zwei Topteams und ein Geheimfavorit

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Angriff auf den Titel: Florian Kehrmann und der TBV Lemgo wollen an die Spitze. Bild: dpa

Für die Experten machen zwei die deutsche Handball-Meisterschaft unter sich aus: SC Magdeburg, dem Titelverteidiger und TBV Lemgo.

          Ein Rekordetat von 80 Millionen Mark zum Jubiläum, zwei große Favoriten, Hoffnung auf einen Zuschauer-Boom, Kritik an neuen Regeln, aber ein frohlockender Bundestrainer Heiner Brand:

          Mit viel Brisanz und etlichen Bestmarken im Visier startet die Handball-Bundesliga am Samstag in ihre 25. Saison. Ein Gewinner steht aber bereits vor dem Beginn in die Jubiläums-Saison fest: Brand kann bei der Jagd nach der ersehnten Medaille bei der Europameisterschaft in Schweden (25. Januar bis 3. Februar 2002) künftig auf einen Lemgoer Block bauen.

          Vertrauen in den Lemgoer Block

          Denn in Christian Schwarzer (Barcelona), Markus Baur (Wetzlar) und Torhüter Christian Ramota (Großwallstadt) wechselten gleich drei Nationalspieler zum TBV Lemgo.

          Die Schar der Auswahlakteure beim Meister von 1997 ergänzen Daniel Stephan und Florian Kehrmann. „Diese Blockbildung ist sicher gut. Wenn die Jungs eingespielt sind, habe ich es leichter“, betonte Brand, der für die kommende Saison ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Lemgoern und dem Titelverteidiger SC Magdeburg prophezeit.

          Tusem Essen ist der Geheimfavorit

          Von den 18 Bundesliga-Trainern tippten 14 auf eine Titelverteidigung des SCM und 13 auf das Meisterstück des TBV. Neben dem hochgelobten Spitzenduo trauen die Experten auch dem entthronten Abonnements-Meister THW Kiel, dem „ewige Zweiten“ SG Flensburg/Handewitt, die „jungen Wilden“ der SG Wallau-Massenheim, der HSG Nordhorn und Tusem Essen eine gute Saison zu.

          Vor allem der dreimalige Titelträger aus Essen mit dem russischen Olympiasieger Dimitri Torgowanow gilt als Geheimfavorit. „Wir wollen oben mitmischen“, betont der neue Tusem-Coach Juri Schewzow.

          Dagegen musste der THW bereits einen Rückschlag hinnehmen. Der Pole Piotr Przybecki fällt wegen eines Kreuzbandrisses sechs Monate aus. In seiner Abschiedssaison wird der 335-malige schwedische Nationalspieler Magnus Wislander also noch einmal Verantwortung übernehmen müssen, zumal dem spanischen Zugang Demetrio Lozano (Barcelona) noch Zeit zur Anpassung eingeräumt wird.

          Rechtsstreit zwischen Kiel und Magdeburg

          Verdaut haben die „Zebras“ inzwischen den Abgang von Torjäger Nenad Perunicic zur Konkurrenz aus Magdeburg. Allerdings werden sich beide Parteien am 12. Oktober vor dem Arbeitsgericht Kiel wiedersehen. Der THW pocht noch immer auf ein bestehendes Arbeitsverhältnis mit dem Montenegriner. Beim SCM bauen die Verantwortlichen auf Perunicic. „Mit Nenad sind wir kaum noch zu schlagen“, sagt Linkshänder Olafur Stefansson.

          Die Dreifachbelastung und den Druck sieht das Team um Stefan Kretzschmar als Herausforderung. „Ein Titel muss mindestens wieder her“, fordert Manager Bernd-Uwe Hildebrandt: „Am liebsten wäre mir natürlich der Sieg in der Champions League.“

          Lemgo setzt sich unter Druck

          Ähnlich hoch ist die Erwartungshaltung in Lemgo. „Wenn du im Vorjahr Zweiter warst, kannst du nur den Gewinn der Meisterschaft ausgeben“, meint Christian Schwarzer, der in Deutschland noch immer auf seinen erste Titel wartet. Große Hoffnungen setzt der 221-malige Auswahlakteur in den neuen Trainer Zbigniew Tluczynski.

          Eine Steigerung wird auch in punkto Zuschauerzahlen erwartet - nicht zuletzt dank des Aus- beziehungsweise Neubaus der Hallen in Kiel (jetzt mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Zuschauern), Magdeburg oder Flensburg. In der Saison 2000/2001 kamen rund 970.000 Zuschauer, in der anstehenden Spielzeit könnte die Millionen-Schallmauer also durchbrochen werden.

          Kritik an den neuen Regeln

          Eher kritisch zurückhaltend ist dagegen die Reaktion auf die Modifizierung einzelner Regeln. „Wenn das noch komplizierter wird, dann muss man sich ernsthaft Gedanke über Profi-Schiedsrichter machen“, kritisierte Lemgos Manager Fynn Holpert.

          Indes macht sich Bundestrainer Brand kurz vor dem Anpfiff der Jubiläumssaion Gedanken um die Lobby des Handballs. „Unsere geringe Präsenz im Fernsehen kann ich nicht nachvollziehen. Es werden Sportarten bevorzugt, deren Vorbildfunktion äußerst umstritten ist“, kritisierte der frühere Weltklasse-Kreisläufer.

          Freude bereitet Brand aber der neue Trend in Sachen Einkaufspolitik. „Es ist schön, dass es ein wenig in Mode gekommen ist, verstärkt deutsche Spieler zu verpflichten.“ Allerdings gibt sich die Liga weiter multikulturell. 108 Legionäre aus 22 Nationen stehen bei den 18 Erstligisten unter Vertrag.

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