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Handball : Bitte zugreifen!

  • -Aktualisiert am

Alle Achtung: Martin Heuberger hat mit dem deutschen Nachwuchs Erfolg Bild: dpa

Martin Heuberger ist ganz anders als Heiner Brand: Nie Weltmeister, kein markantes äußeres Kennzeichen, keine Werbefigur. Aber: Sein Team steht bei der Nachwuchs-WM Frankreich im Halbfinale. Es könnte was werden mit dem deutschen Handball unter Heuberger.

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          Schon mal was von Dresrüsse gehört, von Pekeler oder Sellin? Bei einem Kopfschütteln oder ratlosen Schulterzucken wäre festzuhalten: Hier besteht Handlungsbedarf, dringend. Zumindest bei all jenen, die im Sport mitreden wollen. Dazu gehört ja immer noch der Handball, ein sehr deutscher Sport, obwohl da zuletzt manches schiefgelaufen ist. Sich mit den genannten Herren, allesamt talentierte Handballspieler, zu beschäftigen dürfte sich aber lohnen.

          Sie haben schließlich eine rasante Entwicklung genommen, und so hoch war zuletzt ihr Tempo im Hochgeschwindigkeitsspiel Handball, dass mancher Beobachter selbst zu einem unvergleichlichen Höhenflug ansetzte. Zum Beispiel mit der Einschätzung, dass die deutschen Junioren im Heimatland der Götter auf dem besten Weg seien, unsterblich zu werden. Das möchte man diesen Spielern dann doch nicht zumuten. Und auch nicht ihrem Trainer.

          Gemach: Die Dinge lassen sich auch mit deutlich weniger Pathos eindrucksvoll skizzieren. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Junioren hält sich also zurzeit in Griechenland auf, sie erzielte glänzende Ergebnisse, sie besiegte auch Frankreich sicher, sie steht damit im Halbfinale der Weltmeisterschaft. Respekt! Natürlich auch vor Martin Heuberger, dem Coach. Das ist der Mann nach Heiner Brand, er löst die deutsche Handball-Ikone als Bundestrainer ab. Erster Ernstfall im November, beim Supercup auf deutschem Boden. Und in diesen erfolgreichen griechischen Tagen, bei seiner letzten Mission mit Deutschlands Junioren, zeigt sich wieder: Heuberger versteht sich wirklich auf sein Handwerk.

          Man kann ihm deshalb durchaus zutrauen, in die Fußstapfen Brands zu treten, obwohl er sich doch ziemlich von seinem übermächtigen Vorgänger unterscheidet. Nie Weltmeister (bei den Männern jedenfalls), kein markantes äußeres Kennzeichen, keine Werbefigur. Aber nun die Franzosen geschlagen, den Nachwuchs der dominierenden Handball-Nation, wieder in den Elitekreis vorgestoßen wie regelmäßig bei großen Turnieren in den vergangenen acht Jahren - alle Achtung. Davon hatten Brand und seine Männer zuletzt nur träumen können.

          Heuberger gibt nun wieder eine prächtige Vorlage, für die Bundesliga und letztlich für sein künftiges Team, das jüngst kräftig abgerutscht ist: Der deutsche Handball verfügt weiterhin über eine erstklassige Basis, die Vereine müssten sich ihrer nur stärker als bisher bedienen. Und auf Heubergers Aufbauarbeit vertrauen, zum Wohl auch der nationalen Sache. Der exzellente Torhüter Dresrüsse hat immerhin schon einen guten Job ergattert: Seine nähere Zukunft spielt sich in der ersten Liga beim TBV Lemgo ab. Das lässt hoffen. Vielleicht wird Heuberger doch, anders als Brand, mit den deutschen „Handball-Göttern“ im Bunde sein.

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