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Hamburger SV : Toppmöller macht Hoffnung auf „glorreiche Zeiten“

  • Aktualisiert am

Neue Heimat AOL Arena: Klaus Toppmöller Bild: dpa/dpaweb

Klaus Toppmöller ist als neuer Trainer des HSV vorgestellt worden. Der Nachfolger von Kurt Jara weiß, was sich in Hamburg gehört - er will an die guten alten Zeiten eines Uwe Seeler anknüpfen.

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          Mit großen Ambitionen hat Trainer Klaus Toppmöller am Donnerstag seinen neuen Job beim Hamburger SV angetreten. „Ich werde der Mannschaft wieder neues Leben einhauchen und werde alles Menschenmögliche dafür tun. Ich habe mir hohe Ziele gesetzt. Langfristig soll der HSV wieder an die glorreichen Zeiten wie damals mit Uwe Seeler anknüpfen“, sagte der 52 Jahre alte Trainer, der bei den Hanseaten die Nachfolge des am Mittwoch abend beurlaubten Kurt Jara antritt und einen Vertrag bis zum 30. Juni 2005 unterschrieb. Danach hat der Klub eine Option für ein weiteres Jahr.

          Schnelle Kehrtwende der Verantwortlichen

          Toppmöller war zuletzt bis zum 16. Februar 2003 für Bayer Leverkusen tätig und hatte die Rheinländer in der Saison 2001/2002 auf Platz zwei in der Bundesliga und jeweils bis ins Endspiel des DFB-Pokals und der Champions League geführt. In der darauffolgenden Spielzeit mußte der frühere Nationalspieler wegen anhaltender Erfolglosigkeit jedoch gehen. Toppmöller, der den früheren Profi Werner Melzer als seinen Assistenten mit nach Hamburg bringt, wird im Heimspiel gegen Schalke 04 an diesem Samstag erstmals auf der HSV-Bank Platz nehmen.

          „Wir haben am Montag das Profil eines Trainers entworfen, der unsere Mannschaft zu Höchstleistungen treiben kann. Dabei sind wir ganz zwangsläufig auf Klaus Toppmöller gekommen. Nach dem ersten Gespräch waren wir ganz sicher, daß wir die Chance, diesen Trainer verpflichten zu können, nutzen müssen“, sagte der Hamburger Sportchef Dietmar Beiersdorfer, der nach dem 0:4 beim 1. FC Kaiserslautern und auch am Montag ebenso wie der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann noch beteuert hatte, zumindest bis zum Schalke-Spiel an Jara festhalten zu wollen.

          Beiersdorfer entschuldigte sich bei Jara

          „Am Sonntag haben wir hinter diesen Worten gestanden. Danach haben sich neue Eindrücke ergeben. Es war sicher keine Meisterleistung. Aber wir haben unsere Glaubwürdigkeit im Sinne des Vereins gefährdet“, sagte Beiersdorfer, der sich bei Jara, der Mannschaft und den Medienvertreter für die Aussagen entschuldigte.

          Jara, der von den HSV-Verantwortlichen bereits am Montag darüber informiert worden war, daß man sich nach einer Alternative für ihn umschaue, hatte den Klub am 4. Oktober 2001 übernommen und in der vergangenen Saison bis in den UEFA-Cup geführt. Mit dem Ligapokalsieg vor der aktuellen Spielzeit schien der Österreicher seine Erfolgsgeschichte weiterschreiben zu können - doch nach nur vier Siegen aus den bisherigen zwölf Pflichtspielen, dem enttäuschenden 13. Tabellenplatz und dem Erstrunden-Aus im UEFA-Cup gegen den ukrainischen Vertreter Dnjepr Dnjepropetrowsk sahen sich die Hanseaten offenbar zum Handeln gezwungen.

          Der Trainerwechsel dürfte ein weiteres Loch in die ohnehin klamme Vereinskasse des HSV reißen. Nachdem die vergangene Spielzeit mit einer Etat-Unterdeckung in Höhe von 14,5 Millionen Euro abgeschlossen worden war und durch das frühe Ausscheiden im internationalen Wettbewerb weitere zwei Millionen Euro verloren gingen, fallen nun Abfindungen für Jara (Vertrag bis 2005) und seinen ebenfalls beurlaubten Trainerstab an. Toppmöller, der der 22. Cheftrainer in der 41jährigen Bundesliga-Geschichte des HSV ist, erhielt in Leverkusen zuletzt ein Jahresgehalt in Höhe von 2,5 Millionen Euro und wird sich kaum mit weniger zufriedengegeben haben.

          Toppmöller sucht schon nach einem neuen Torhüter

          „Die ersten beiden Runden im UEFA-Cup sind ohnehin ein Minus-Geschäft. Wir gehen weiter davon aus, daß wir am Saisonende ein schwarze Null schreiben“, sagte HSV-Aufsichtsratsboß Udo Bandow. In Hamburg erwartet Toppmöller, der für den 1. FC Kaiserslautern von 1972 bis 1980 in 204 Bundesliga-Spielen 108 Tore erzielt hat, nun eine schwierige Aufgabe. Die Mannschaft ist angesichts der sportlichen Mißerfolge verunsichert, das Anspruchsdenken im Umfeld des Vereins hoch. Stammkepper Martin Pieckenhagen fällt mit einem Kreuzbandriß zudem etwa sechs Monate aus. Außerdem galt Jara im Team als beliebt.

          „Ich hoffe, die Mannschaft und die Fans ziehen von Beginn an mit. Namen spielen bei mir keine Rolle. Ich stelle knallhart nach Leistung auf. Jeder bekommt eine faire Chance“, sagte Toppmöller, der seine Fühler bereits nach einem neuen Torhüter ausgestreckt hat: „Am Samstag bekommt Stefan Wächter seine Chance. Aber wir haben schon abgesprochen, daß wir vielleicht noch etwas auf Leihbasis machen werden. Ich habe schon Kontakte geknüpft.“

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