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Hamburger SV : „Hals über Kopf“ - Toppmöller ersetzt Jara

  • Aktualisiert am

Klaus Toppmöller: „Hat sofort Klick gemacht” Bild: AP

Der Hamburger SV hat seinen Trainer Kurt Jara entlassen und Klaus Toppmöller als neuen Coach verpflichtet. An diesem Donnerstag soll Toppmöller bereits als Nachfolger vorgestellt werden.

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          Der Hamburger SV hat die Konsequenz aus seiner rasanten sportlichen Talfahrt gezogen und sich überraschend von Trainer Kurt Jara getrennt. Eine Woche nach dem blamablen Ausscheiden aus dem UEFA-Pokal und dem anschließenden 0:4 beim 1. FC Kaiserslautern zog der Tabellendreizehnte am Mittwoch die Reißleine und sorgte damit für den 274. vorzeitigen Trainerwechsel in der Bundesliga-Geschichte.

          „Das kommt in der Tat sehr überraschend, deshalb will ich auch nichts weiter dazu sagen“, bestätigte HSV-Präsident Bernd Hoffmann und verwies auf eine Pressekonferenz an diesem Donnerstag (13.00). Dort soll Klaus Toppmöller als neuer Cheftrainer vorgestellt werden.

          „Jara ist nicht zurückgetreten“

          „Ich kann nichts weiter zu den Gründen sagen, wir müssen erst den einen oder anderen unterrichten. Und natürlich die Mannschaft“, sagte Hoffmann, der Jara am Wochenende noch eine Arbeitsplatzgarantie bis zum Samstag-Spiel gegen Schalke 04 ausgestellt hatte. „Jara ist nicht von sich aus zurückgetreten“, ließ sich der Vereinschef, der erst seit März den traditionsreichen Verein führt, entlocken. Drei Tage zuvor hatte Hoffmann gesagt: „Jara hat uns in den UEFA-Pokal geführt, für uns den Liga-Pokal gewonnen. Ich gehe davon aus, daß wir aus dieser schwierigen Phase gemeinsam herauskommen.“

          Kurt Jara geht, Klaus Toppmüller kommt

          Die Hamburger Spieler, die sich mehrheitlich vor ihren Coach gestellt haben, müssen nach der Hiobsbotschaft vom Kreuzbandriß bei Torhüter Martin Pieckenhagen die abermalige Überraschung verkraften. Der Österreicher hatte am Mittwoch vormittag noch das Training geleitet und wurde Stunden später von HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer von seiner Beurlaubung nach zwei Jahren bei den Hanseaten unterrichtet.

          Vertrag für Toppmöller bis 2006

          Vor zwei Jahren lief die Entlassung von Trainer Frank Pagelsdorf ähnlich ab: HSV-Boß Werner Hackmann entließ ihn trotz eines Treuebekenntnisses vorzeitig. Wie der HSV bestätigte, wußte Jara von Verhandlungen mit anderen Trainerkandidaten.

          Toppmöller soll beim finanziell gebeutelten HSV einen Vertrag bis zum 30. Juni 2006 erhalten. „Es ging wirklich alles Hals über Kopf. Ich habe immer gesagt: Ich übernehme nur einen neuen Verein, bei dessen Namen es in meinem Kopf Klick macht“, sagte der frühere Leverkusener der „Bild“-Zeitung. Zuvor habe er beim englischen Club Fulham, in Griechenland und in Gladbach abgesagt. Mit dem Bundesliga-Schlußlicht Hertha BSC habe er nie verhandelt. „Aber als das Angebot aus Hamburg kam, da hat es sofort Klick gemacht. Tolles Stadion, tolle Fans, tolle Stadt. Da läßt sich was bewegen.“

          Die Mannschaft sei zuletzt unter ihren Möglichkeiten geblieben. Was er ändern wolle, habe er bereits im Kopf. „Aber das werde ich der Mannschaft sagen“, sagte Toppmöller, der schon am Donnerstag nachmittag das erste Training in Hamburg-Ochsenzoll leiten will.

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