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Hamburg - Stuttgart 0:2 : HSV verabschiedet sich aus Titelrennen

  • Aktualisiert am

Hamburgs Trochowski kann Silvio Meißner nur durch Foul stoppen Bild: dpa/dpaweb

Eine Woche vor der Partie in München hat sich der HSV wohl endgültig aus dem Titelrennen verabschiedet. Saft- und kraftlos kassierten die Hanseaten gegen Stuttgart eine völlig verdiente 0:2-Heimniederlage.

          Der Hamburger SV hat wertvollen Boden im Kampf um die direkte Champions-League-Qualifikation verloren. Beim unerwarteten 0:2 (0:1)-Rückschlag gegen den VfB Stuttgart kassierten die Hanseaten am Sonntag abend die zweite Saison-Heimniederlage und fielen in der Bundesliga-Tabelle hinter den Nord-Rivalen Werder Bremen auf den dritten Rang zurück.

          Vor 51.821 Zuschauern in der AOL-Arena machten Silvio Meißner (43.) und Mario Gomez (90.+1) den ersten Sieg der Schwaben in Hamburg seit zehn Jahren perfekt, die dadurch auf Uefa-Cup-Rang fünf vorrückten. Der HSV weist nun schon elf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter FC Bayern München auf.

          „Das war nicht unser Tag“

          Beim Gastspiel am Samstag in München fehlen dem HSV Kapitän Daniel van Buyten (Gelb-Rot wegen Unsportlichkeit/89.) und Raphael Wicky (5. Gelbe Karte). „Das war nicht unser Tag“, bekannte Sportchef Dietmar Beiersdorfer nach der nicht einkalkulierten Schlappe. Auch Trainer Thomas Doll war total frustriert: „Heute lief einfach alles gegen uns. Außerdem haben wir Stuttgart praktisch eingeladen und einfach einen rabenschwarzen Tag gehabt. Es fehlten die Mittel, den VfB zu knacken.“

          Dagegen war Armin Veh glücklich: „Wir haben kompakt gestanden und nahtlos an die gute Leistung vom Sieg vom Uefa-Cup in Middlesbrough angeknüpft.“ Drei Tage nach dem Uefa-Cup-Erfolg über den FC Thun tat sich der HSV gegen das engmaschige Netz der auf Forechecking ausgerichteten Gäste, denen Torjäger Tomasson (Rippenprellung) fehlte, äußerst schwer.

          Hamburg sorglos in der Defensive

          Die Norddeutschen leisteten sich eine Reihe von Fehlpässen und benötigten gut 15 Minuten, um halbwegs auf Betriebstemperatur zu kommen. Nigel de Jong (17.) und David Jarolim (19./Außennetz) boten sich nun auch die ersten guten Einschußmöglichkeiten. Danach verflachte das Niveau, da sich beide Mannschaften im Mittelfeld neutralisierten und die Stürmer kaum vernünftige Anspiele bekamen.

          Die Norddeutschen agierten zudem auch in der Defensive ziemlich sorglos. Ein Fehler von Khalid Boulahrouz, der sich das Leder abluchsen ließ, ging der überraschenden Führung der recht gefällig spielenden Gäste voraus. Jesper Grönkjaer flankte auf Meißner, der keine Mühe hatte, um seinen zweiten Saisontreffer zu erzielen.

          Van der Vaarts Rückpaß ohne Torwart

          Doll reagierte auf den planlosen Auftritt und brachte Spielmacher Rafael van der Vaart nach elfwöchiger Verletzungspause für de Jong und Youngster Mustafa Kucukovic, der den glücklosen Sergej Barbarez ersetzte. Doch die Qualität der Partie ließ weiter arg zu wünschen übrig, beim HSV war vor allem der Angriff gegen die kompakte VfB- Hintermannschaft total harmlos. Bei einer der wenigen Chancen verpaßte Jarolim (56.) Piotr Trochowskis Hereingabe knapp.

          Auf der Gegenseite hatten die Hamburger großes Glück, daß Christian Tiffert (65.) nach einem Konter nur die Latte traf. Gegen Meißners Kopfball (81.) verhinderte HSV-Keeper Stefan Wächter noch das 0:2, das dann Gomez aber doch für die verdientermaßen siegreichen Gäste glückte. Zuvor hatte van der Vaart einen Rückpaß auf Torhüter Wächter gespielt, der sich allerdings bereits nach vorne orientiert hatte. Gomez hatte keine Mühe, den Ball ins leere Tor zu schießen.

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