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Hamburg - Dortmund 2:4 : Die Borussia als Partyschreck

  • -Aktualisiert am

Künstler am Boden: Rosicky grätscht gegen Trochowski Bild: dpa/dpaweb

Nach dem Sieg in Hamburg träumen die Dortmunder vom Uefa-Cup. Der HSV gibt sich im Titelkampf geschlagen.

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          Mitten hinein in die Feierlichkeiten zum eingeplanten Sieg erwiesen sich die Dortmunder als böser Partyschreck. Als der Stadionsprecher in der mit 56.000 Zuschauern ausverkauften AOL Arena noch „Ailton“ in sein Mikrofon brüllte und so in der 67. Minute den Torschützen zum 2:1 verkündete, schlug Borussia Dortmund zurück und kam durch ein wunderschönes Tor von Rosicky direkt in den Winkel zum Ausgleich. Aller Jubel um den ersten Treffer Ailtons für den HSV war da schon verhallt. Und nachdem Kringe (83. Minute) und Rosicky (90.) auch noch die Treffer zum 4:2-Sieg erzielt hatten, sprach endgültig niemand mehr von Ailtons Debüt-Erfolg für den HSV.

          Es war eine lustige Szene, wie Rosicky vor dem 4:2 allein aufs Hamburger Tor zustürmte und im Gefühl, daß nichts mehr schief gehen konnte, schon während des Dribblings die Arme zum Jubeln hochriß. Die Dortmunder blieben auch im achten Spiel nacheinander seit 1997 in Hamburg unbesiegt und stehen plötzlich ganz nah an Platz fünf, dem Rang also, der zur Teilnahme am Uefa-Pokal berechtigt. Der Dortmunder Trainer Bert van Marwijk war daher mehr als zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Ich bin stolz auf unsere Mannschaft. Wir haben das Spiel dominiert und nicht nur gut gekämpft, sondern auch gespielt.“

          Schmerz des Mißerfolgs

          Die Hamburger indes mußten die dritte Heimniederlage in dieser Saison hinnehmen; allein das Schalker Remis gegen Wolfsburg linderte den Schmerz des Mißerfolgs ein wenig. „Wir kassieren 35 Sekunden nach dem Führungstreffer solch ein Gegentor, das darf nicht passieren“, sagte der Hamburger Trainer Thomas Doll: „Das war der Knackpunkt, da haben wir Dortmund zurück ins Spiel geholt.“ Insbesondere die schwache Zweikampfbilanz und die fehlende Ordnung enttäuschten Doll.

          Beim Hamburger SV sind bei jetzt neun Punkten weniger als Bayern München alle Meisterschaftsträume ausgeträumt, und auch der scheinbar vorgezeichnete Weg in die Champions League wird steinig. Zum Ausgang des Titelkampfes sagte Doll: „Ich glaube nicht, daß die Bayern sich das noch nehmen lassen. Aber das habe ich auch schon vor ein paar Wochen gesagt.“

          Trauriger Ailton

          Nach der Partie erlebte man selbstkritische Norddeutsche. Benjamin Lauth, der nach der Dortmunder Führung aus der 25. Minute durch Ebi Smolarek den Hamburger Ausgleich in der 35. Minute erzielt hatte, sagte: „Wir haben viel zu schnell das 2:2 bekommen und dann kaum noch zwingende Aktionen gehabt. Über mein Tor kann ich mich nicht freuen.“ Seinen Formanstieg konnte trotzdem jeder sehen: Lauth traf im dritten Bundesligaspiel nacheinander und wirkte auch sonst fit und spritzig. Auch der aus Istanbul ausgeliehene Ailton, der gern über die Serie hinaus beim HSV bleiben würde, machte ein trauriges Gesicht: „Die Mannschaft hat mir nach der langen Pause toll geholfen. Wir hätten die Führung aber halten müssen.“

          Die Dortmunder waren nach dem 4:2 alle zusammen auf den sattgrünen Rasen gelaufen, so sehr freuten sie sich über den Sieg in Hamburg. Es war im Grunde auch ein verdienter Erfolg, denn der BVB ließ im ersten Durchgang kaum etwas zu, ließ sich von der Hamburger Führung nicht entmutigen und war am Ende eiskalt im Spiel nach vorne. Und die beiden Traumtore von Rosicky und Kringe waren eine durchaus passende Schlußpointe.

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