https://www.faz.net/-gtl-3v33

Hamburg : Bühne frei in der Superhalle

  • Aktualisiert am

Bietet Platz für 17.000 Zuschauer: Die Color Line Arena Bild: dpa

Europas modernste Halle, die Color Line Arena, wird am Freitag offiziell eröffnet. Hauptnutzer sollen Handballer und Eishockeyspieler sein.

          2 Min.

          Fassungsvermögen für 17.000 Zuschauer, 80 Millionen Euro Kosten, 16 Monate Bauzeit - 50 Jahre Warten haben ein Ende, Hamburg bekommt seine Superhalle. Am Freitag eröffnet der Erste Bürgermeister Ole von Beust Punkt 12 Uhr mittags die Color Line Arena im Volkspark direkt neben der AOL-Arena des Hamburger SV vor einer handverlesenen Auswahl Edelgäste.

          Abends können dann die Hamburger selbst bei einer großen Gala mit Auftritten von Sasha und Phil Collins Premiere feiern.

          „Saison fängt jetzt erst an“

          Noch wuseln überall auf der gigantischen Baustelle die Handwerker. Hier ist noch etwas auszubessern, dort etwas Farbe aufzutragen. Alles kann gar nicht fertig werden zum angestrebten Termin, doch die Arena ist voll funktionsfähig. Auch wenn die Handballer des HSV Hamburg ihr geplantes erstes Training am Dienstag sausen lassen mussten - der Hallenboden war noch nicht fertig verlegt.

          Der Sport zieht am Sonntag ein. Die Bundesliga-Handballer vom HSV feiern gegen die SG Wallau-Massenheim ihre Premiere. Am Dienstag folgen die Eishockeycracks der Freezers mit ihrem Match gegen den deutschen Meister Kölner Haie. „Wir freuen uns, dass es endlich losgeht“, sagt Freezers Geschäftsführer Boris Capla: „Für uns fängt die Saison jetzt erst richtig an.“

          „Erfolgreicher als die Fußballer“

          Der Umzug der München Barons in die Hansestadt Hamburg wäre ohne die neue Spielstätte nicht denkbar gewesen, andereseits brauchte der finnische Hallen-Bauherr und Betreiber Harry Harkimo ein „Hometeam“ um seine Spielstätte zu füllen. 60 Prozent der insgesamt 74 Logen sind bereits verkauft, der Rest soll nach den ersten Auftritten der Sportklubs rasch abgesetzt werden.

          Mit 30 Prozent hat sich Harkimo bei den Freezers eingekauft. Auf fünf Jahre ist der Mietvertrag abgeschlossen, der Skandinavier hat mit dem Team große Ziele. „Wir haben gute Chancen, dass gegen die Haie 10.000 Zuschauer kommen. Mittelfristig denke ich sogar, dass unser Hockeyteam erfolgreicher sein kann als die Fußballer nebenan“, meint Harkimo.

          „Der Star ist die Halle“

          „In München gab es keine Aussicht auf eine moderne Spielstätte“, sagte Tim Leiwecke von der amerikanischen Anschutz Gruppe, der die Freezers mehrheitlich gehören. Am Volkspark steht die „modernste Halle Europas“ mit allem erdenklichen Schnickschnack. 16 Fast-Food-Outlets bieten alles zwischen Döner und Donuts, vier Restaurants haben außerdem rund 2600 feste Plätze. Die Vips dürfen sich in zwei Loungen mit weiteren 2300 Plätzen verwöhnen lassen.

          „Der Star ist die Halle“, sagt Capla und muss auf den Neugier-Effekt der Hamburger hoffen. Die Freezers spielen zwar schon seit dem 6. September in der DEL als Hamburger Team, in der Hansestadt sind sie aber noch nicht wirklich angekommen. Zwölf Auswärtsspiele in Folge mussten sie bestreiten und zieren abgeschlagen das Tabellenende.

          „Fans und Sponsoren durch Leistung überzeugen“

          Erst einen Hauptsponsor konnten sie verpflichten, alles ist neu und unbekannt. „Wir müssen Fans und Sponsoren durch gute Leistungen in einer fantastischen Umgebung überzeugen“, weiß Capla um den besonderen Druck auf sein Team.

          Der ist für die Handballer noch größer, denn ihnen fehlt der finanzielle Background der Amerikaner. Die Macher des ehemaligen VfL Bad Schwartau haben sich auch wegen der besseren Vermarktungschancen in Hamburg zum Umzug entschlossen, ihre finanziellen Probleme aber noch nicht gelöst.

          „Niemand kauft die Katze im Sack“, sagt Geschäftsführer Olaf Knüppel: „Wir müssen durch Erfolge Werbung für uns machen.“ Show und Sport lautet das Konzept. Die wichtigste Werbemaßnahme hat das Team am Mittwoch im letzten Heimspiel in der Alsterdorfer Halle mit der 24:26-Pokalniederlage gegen den THW Kiel allerdings gründlich in den Sand gesetzt.

          Weitere Themen

          Bayern drehen Spitzenspiel

          Basketball-Bundesliga : Bayern drehen Spitzenspiel

          Trotz eines 21-Punkte-Rückstands gewinnt der deutsche Basketballmeister noch das Bundesliga-Topspiel in Oldenburg. Dennoch moniert Bayerns Nationalspieler Zipser die Leistung.

          Flensburg unterliegt in Aalborg

          Handball : Flensburg unterliegt in Aalborg

          Der deutsche Handballmeister SG Flensburg-Handewitt kassiert am fünften Spieltag der Champions League seine erste Niederlage. Und jetzt kommen die schweren Spiele.

          Topmeldungen

          Eine Familie flieht am Samstag auf einem Motorrad aus der Region um die Stadt Ras al Ain.

          Nordsyrien : Kurden räumen Grenzstadt zur Türkei

          Die brüchige Waffenruhe nutzen kurdische Einheiten zum Rückzug aus einer umkämpften Stadt. Außenminister Maas nennt den türkischen Angriff völkerrechtswidrig, und in der Nato schließt unter anderem Deutschland den Bündnisfall aus.

          Johnson und der Brexit : Drei Briefe und ein einziges Ziel

          Boris Johnson will weiter versuchen, das Brexit-Abkommen bis Ende des Monats zu ratifizieren. Schon am Montag könnte die Regierung in London eine neue Abstimmung über den Brexit-Vertrag ansetzen – wenn John Bercow das zulässt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.