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Halbfinalgegner Südkorea : Spanische Proteste nach WM-Aus

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Während Südkorea das 5:3 nach Elfmeterschießen bejubelt, beschwert sich Spanien beim Schiedsrichter

          3 Min.

          Korea tanzt. Korea feiert. Korea trägt rot. Und Korea freut sich auf Deutschland. Selten hat eine Weltmeisterschaft einen derartig ekstatischen Gastgeber erlebt.

          Und der hat am Samstag die Sensation geschafft: den Einzug ins Halbfinale, in dem Deutschland der Gegner sein wird. Als in dem komplett in rot getauchten Gwanju World Cup Stadium Südkoreas Kapitän Myung Bo Hong seinen Strafstoß zum 5:3-Sieg im Elfmeterschießen gegen Spanien verwandelte, ging ein Aufschrei durch Gwangju - und gleichzeitig durch eine Nation, deren Bevölkerung sich millionenfach auf Plätzen und Straßen versammelt hatte und sich bei dieser WM mit jedem Spiel immer mehr in eine rotgekleidete, friedlich feiernde Stimmungsbrigade verwandelt.

          An „Day Han Min Guk“-Rufe gewöhnen

          Deutschland wird, auch wenn der DFB-Tross am Samstag zunächst wieder in die Beschaulichkeit und Abgeschiedenheit der Ferieninsel Jeju Island abgetaucht ist, in diese Atmosphäre eintauchen müssen. Wenn sich nämlich im grandiosen World Cup Stadium in Seoul 64.000 fanatische Anhänger und eine aufopferungsvolle Mannschaft in den Weg stellen. Dabei wird sich Deutschland an das Stakkato der „Day Han Min Guk“-Rufe ebenso gewöhnen müssen wie möglicherweise an zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidungen.

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          Die nämlich mildern aus neutraler Sicht den Jubel des stimmungsvollen Ausrichters. „Die Fans sind Koreas zwölfter Mann und manchmal gesellt sich noch der Schiedsrichter als 13. dazu“, schimpften bereit die Italiener und die Portugiesen. „Jeder hat gesehen, dass Koreas Gegner meist kein Glück mit den Schiedsrichtern hatten“, befürchtete deshalb Spaniens Trainer José Antonio Camacho.

          Überforderte Mann an der Pfeife

          Er sollte Recht behalten. Denn der Weltverband Fifa hat die nächste Diskussion über seine Referees bereits damit angezettelt, dass ein unerfahrenes Gespann aus Afrika für dieses Viertelfinale nominiert wurde. An der Pfeife der Ägypter Gamal Ghandour, an seinen Linien assistierten Ali Tomusange aus Uganda und Michael Ragoonath aus Trinidad. Was dieses Trio in der Schlussbilanz an Fehlern produzierte, weckte fast Verständnis dafür, dass Ivan Helguera und spanische Reservisten vor einem Eingreifen gegenüber den Schiedsrichtern handgreiflich zurückgehalten werden musste.

          „Bei der Auswahl der Linienrichter muss die Fifa besser aufpassen“, stöhnte Camacho, sichtlich um Contenance bemüht „das ist nicht gut für den Fußball.“ Die Benachteiligung zog sich wie ein roter Faden durch das rot gefärbte Stadion. Krass vor allem zwei nicht anerkannte Tore der Iberen: Erst wurde ein Kopfballtreffer von Ivan Helguera (48.) wegen angeblichem Foulspiels nicht gegeben.

          Dann erkannte der Schiedsrichter ein Kopfballtor von Fernando Morientes als Golden Goal nicht an, obwohl der Ball nach der Flanke des überragenden Joaquin eindeutig erkennbar nicht im Toraus gewesen war (92.). Allerdings hatte der koreanische Torwart schon vor Morientes' Kopfball seine Bemühungen eingestellt, da der Schiedsrichter die Partie mit seinem Pfiff unterbrochen hatte.

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