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Gute Vorsätze : Auf dem Weg zum neuen Ich

  • -Aktualisiert am

Gelassen liegt sich's besser Bild: dpa

Die Kollegen können einem ganz schön auf die Nerven gehen. FAZ.NET zeigt den richtigen Weg, gelassen mit diesen Menschen umzugehen.

          2 Min.

          Nachdem Sie Teil I und Teil II dieser kleinen Serie kennen, ist Ihnen klar: wir reden hier nicht von großen Sprüchen, die doch nie realisiert werden, sondern von einem Schritt-für-Schritt-Weg. Erkenntnis Nummer Eins lautet also: wer etwas ändern will, braucht Geduld und Zeit.

          Denn eingefahrene Gewohnheiten lassen sich nicht von heute auf morgen abschaffen. Sie haben also in einem ganz neuen Zusammenhang festgestellt, dass man mit dem Hirn viel mehr tun kann, als es mit vordergründig beruhigenden Drogen zu benebeln.

          Emotionen sind steuerbar

          Man kann Emotionen abfangen. Man kann sie ganz bewusst steuern. Man kann mit seiner Hilfe der Psyche das Zepter entwinden und es selber schwingen. Man kann - aber es erfordert einige Übung.

          Und damit machen wir jetzt weiter. Heute: „Mir kann Keiner - Umgang mit den anderen, Part Two“: diesmal geht es nicht um Fremde auf der Straße, sondern um Menschen, mit denen wir täglich zu tun haben.

          Parieren sie denn Reiz

          „Wenn mich im Büro eine(r) nervt oder ärgert“, erzählte ein Freund kürzlich, „dann zähl ich langsam bis zehn. Oder ich stell ihn mir in Unterhosen vor.“ Nicht übel, diese Taktik. Besser als den „Angriff“ (der nur dann einer ist, wie wir ja gelernt haben, wenn man ihn als solchen anerkennt) voll durch die dünne Haut zu lassen und zu spüren, wie er für hochkochenden Zorn sorgt.

          Schön - der Kollege oder gar der Chef steht also in Unterhosen da. Das ist lustig und lenkt ab vom Zorn oder verwandelt ihn in Heiterkeit. Gut! Aber ohne Langzeitwirkung: beim nächsten Mal und alle nächsten Male muss man wieder bis zehn zählen oder sich ein erheiterndes Bild vor Augen phantasieren.

          Gehen Sie einen Schritt weiter und fangen Sie den Reiz nicht nur ab, sondern parieren ihn. - „Oje, das kann ich nicht.“ - Ganz falsche Antwort! Aber sie ist verzeihlich, denn Ihnen ist die Macht, die Sie über sich selber haben, noch nicht bewusst. Das üben wir noch. Fürs Erste lassen Sie sich gesagt sein: Und ob Sie können!

          Auch der Chef kocht nur mit Wasser

          Zunächst: die anderen, auch der Chef, kochen wie Sie nur mit Wasser. Versagensangst, Unsicherheit, mangelndes Selbstwertgefühl - es geht Ihrem Gegenüber in aller Regel kein bißchen anders als Ihnen. Das können Sie sich nicht vorstellen? Die treten doch alle so auf, als wären sie die Größten? Na eben - hat ein selbstsicherer Mensch das nötig? Und schaun Sie mal in den Spiegel: was glauben Sie, wie die anderen SIE sehen?

          Wir ziehen alle die gleiche Show ab. Wir wollen alle nach außen so wirken, als hätten wir keine Probleme mit uns. Denn das sähe ja nach Schwäche aus, und die darf man auf keinen Fall haben. Hat man aber doch; keiner ist ohne Schwachstellen, denn wir sind immer noch lebendige Wesen und keine Maschinen. Und so ist mittlerweile fast jeder ein Meister im Verdrängen und Verstecken und Großtun.

          Mal ganz zu schweigen davon, dass diese Show oft in die Hose geht und ziemlich offensichtlich ist, dass wir mit Schwächen zu kämpfen haben - ist es nicht beruhigend, wenn klar wird, dass es den anderen ganz genauso geht wie einem selbst? Und dass es ein gewaltiger Irrtum ist, dass die meisten Kollegen, Vorgesetzten, Bekannte und Freunde besser dran und besser drauf und erfolgreicher und cooler seien als wir? Schmarrn.

          Heute ist: „Mir kann Keiner“-Feeling

          Der andere steht also da und nervt. Schön. Soll er. Sagen Sie irgendwas Belangloses - wenn es sein muss, dann sagen Sie das, was er hören will, kost´ ja nix - und lassen ihn einfach stehen. Einmal tief durchatmen und sich toll fühlen! Wut? Ärger? Zorn? Das war gestern. Heute ist: Gleichmut und ein hochmotivierendes „Mir kann Keiner“- Feeling.

          Nochmal, weil ganz wichtig: das funktioniert nicht von jetzt auf nachher. Probieren Sie es weiter; Sie können nur gewinnen. Und wenn es das erste Mal geklappt hat, dann wird es wieder klappen. Irgendwann passiert etwas Wunderbares: Sie bekommen eine ganz anderes Auftreten. Sie strahlen ihre innere Ruhe nach außen ab. Und die anderen benehmen sich Ihnen gegenüber plötzlich ganz anders.

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