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Sterne des Sports : Bananenflanken gibt es nicht nur beim HSV

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Bundespräsident Joachim Gauck (links) zeichnete die Sieger aus Bild: dpa

In Berlin ehrt Bundespräsident Joachim Gauck Sportvereine für ihr gesellschaftliches Engagement. Der „Große Stern des Sports“ in Gold geht nach Regensburg. Dort bietet die Bananenflanken-Liga viel mehr als nur eine Erinnerung an Manni Kaltz.

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          „Manni Banane, ich Kopf, Tor“: Horst Hrubesch brachte das Erfolgsrezept des Hamburger SV Anfang der 80er Jahre auf den Punkt. Mit Manni war Mitspieler Manfred Kaltz gemeint, mit Banane nicht dessen bevorzugtes Ernährungsmittel, sondern die Flugbahn des Balls, nachdem Kaltz ihn getreten und bevor Hrubesch ihn mit seinem Schädel im gegnerischen Tor untergebracht hatte. Kaltz schlug das Spielgerät damals äußerst krumm in den Strafraum, wie eine Banane eben. Auch wenn die beiden Hamburger nicht die Erfinder der Bananenflanke sind (in Brasilien etwa beobachtete man solche Ballflugbahnen schon zuvor), gelten sie doch als diejenigen, mit denen der gemeine Fußballfan hierzulande den Begriff assoziiert.

          In Regensburg gibt es inzwischen das Team Bananenflanke, das sogar eine eigene Liga mit gleichem Namen gründete. Dort spielen lern- und geistig behinderte Kinder und Jugendliche, die im normalen Spielbetrieb nicht teilnehmen können. Die Bananenflanke versteht der Verein als Symbol dafür, dass im Leben dieser Fußballspieler nicht immer alles gerade läuft. Im vergangenen Jahr startete die Bananenflanken-Liga (BFL) in Kooperation mit Drittligaklub Jahn Regensburg. Bald soll die BFL auch in anderen Städten ausgespielt werden. Am Mittwoch wurde das Projekt in Berlin von Bundespräsident Joachim Gauck und Alfons Hörmann, dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes, mit dem „Großen Stern des Sports“ in Gold 2014 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

          Siebzehn Sportvereine aus Deutschland wurden für ihr gesellschaftliches Engagement geehrt. Der Kinder- und Jugendcircus Monteline Potsdam wurde von der Jury, der auch F.A.Z.-Sportressortleiter Anno Hecker angehörte, auf den zweiten Platz gewählt, Rang drei ging an den Turn- und Sportverein 1953 Sörgenloch.

          FAZ.NET zeigt die Projekte der drei erstplazierten Vereine im Video:

          Alle Plazierungen „Großer Stern des Sports 2014“

          1. Platz: Team Bananenflanke e.V. (Bayern)
          2. Platz: Kinder- und Jugendcircus Montelino Potsdam e.V. (Brandenburg)
          3. Platz: Turn- und Sportverein 1953 Sörgenloch 1953 e.V. (Rheinland-Pfalz)

          Alle weiteren 14 Finalisten wurden in ausgeloster Reihenfolge ausgezeichnet:

          Freie Turnerschaft Groß-Midlum 1985 e.V. (Weser-Ems)
          Spaß mit Sport (SMS Plauen) e.V. (Sachsen)
          Bäderverein Waldfreibad Geldern e.V. (Nordrhein-Westfalen)
          Lübzer Sportverein e.V. (Mecklenburg-Vorpommern)
          Kampfsportgemeinschaft „Jordan Kamaa“ Zeitz e.V. (Sachsen-Anhalt)
          MTV Wolfenbüttel e.V. von 1848 (Niedersachsen)
          Berliner Wasserratten ger. 1889 e.V. (Berlin)
          TSV Hattstedt e.V. (Schleswig-Holstein)
          TV Kappelrodeck 1905 e.V. (Baden-Württemberg)
          Turngemeinschaft Rüdesheim 1847 e.V. (Hessen)
          Trampolinsportverein Suhl e.V. (Thüringen)
          Sportfreunde 05 Saarbrücken e.V. (Saarland)
          Sportverein Nettelnburg/Allermöhe von 1930 e.V. (Hamburg)
          Sportgemeinschaft Marßel Bremen e.V. (Bremen)

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