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Großer Preis von Frankreich : Forsches Ferrari-Team: „Montoya macht uns keine Sorgen“

  • Aktualisiert am

Gekonnter Ausstieg: Michael Schumacher Bild: dpa

Michael Schumacher startet beim Großen Preis von Frankreich aus der ersten Startreihe. Im Zeittraining fuhr allerdings der Kolumbianer Pablo Montoya auf die Pole Position.

          3 Min.

          Michael Schumacher ist für eine mögliche Triumphfahrt in Magny-Cours gerüstet. Der Ferrari-Star, der beim Großen Preis von Frankreich am Sonntag (14.00 Uhr/live in Premiere und RTL) den ersten „Matchball“ zum fünften WM-Titel hat, fuhr im Zeittraining in 1:12,008 Minuten auf Platz zwei und damit in die erste Startreihe.

          Schumacher musste sich um 23 Tausendstelsekunden nur dem Kolumbianer Juan Montoya im Williams-BMW geschlagen geben (1:11,985). Für Montoya war es die fünfte Pole Position in Folge, die insgesamt sechste in dieser Saison sowie die neunte seiner Formel-1-Karriere.

          Michael Schumacher gelassen

          „Das war ein sehr ereignisreiches Training“, erklärte Michael Schumacher, der selbst einiges zur Unterhaltung beitrug. Auf dem Weg zu einer Bestzeit auf seiner ersten schnellen Runde übertrieb es der 33-Jährige etwas, verlor die Kontrolle über sein Auto und rutschte ins Kiesbett. Auch wenn er über den zweiten Platz etwas enttäuscht sei, sieht er dem Sonntag gelassen entgegen, sagte der Kerpener.

          Zweitschnellster: Michael Schumacher
          Zweitschnellster: Michael Schumacher : Bild: dpa

          „Es ist noch lange nichts verloren. Ich glaube, dass wir im Rennen einen kleinen Vorteil haben werden und hoffe, dass das auch ausreicht. Mein Ziel ist ganz klar: Ich will das Rennen gewinnen“, sagte Schumacher, der in Magny-Cours bereits fünfmal triumphierte. Falls ihm diesmal allerdings kein Sieg gelingen sollte, wäre die WM-Entscheidung in jedem Fall bis zum „Heimspiel“ am 28. Juli in Hockenheim vertagt.

          „Montoya macht uns keine Sorgen“

          „Die erneute Bestzeit hat mich wirklich überrascht, damit habe ich nicht gerechnet“, meinte Montoya. Ein dickes Kompliment erhielt der Südamerikaner von BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger: „Das war eine unglaubliche Vorstellung, es macht Spaß, ihm zuzuschauen.“

          BMW-Technikchef Mario Theissen stapelt indes tief: „Ferrari wird wahrscheinlich im Rennen wieder schneller sein.“ So ähnlich sieht der Brite Ross Brawn, Schumachers „Superhirn“ bei den „Roten“, die Situation: „Montoya macht uns keine Sorgen. Entweder wir überholen ihn schon beim Start oder später beim Boxenstopp.“ Forsche Töne aus dem Ferrari-Lager.

          Ralf Schumacher auf Platz fünf

          Drittschnellster war Ferrari-Pilot Rubens Barrichello in 1:12, 197 Minuten vor dem Finnen Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes (1:12, 244). Ralf Schumacher landete im zweiten Williams-BMW auf Position fünf (1:12,424), dahinter steht der Schotte David Coulthard im zweiten Silberpfeil auf Rang sechs (1:12,498). Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld wurde im Sauber Zehnter (1:13,370).

          Ralf Schumacher sieht den Hauptgrund für die große Überlegenheit seines Bruders Michael in der Formel 1 im guten Auto des Ferrari-Piloten und nicht in der Leistung des viermaligen Weltmeisters. „Man muss fairerweise anmerken, dass es nicht Michaels Dominanz ist, sondern die von Ferrari“, sagte der für BMW-Williams fahrende „Schumi II“ in einem Interview für „Die Welt“.

          Bruderneid?

          Dennoch bewundert Ralf Schumacher die Erfolge von „Schumi I“, der fast alle Bestmarken der Formel 1 gebrochen hat und bereits am Sonntag beim Großen Preis von Frankreich seine erste Chance auf die Einstellung des Titelrekordes des fünfmaligen Champions Juan Manuel Fangio aus Argentinien hat: „Was soll man anderes tun, als einen Menschen, der in dem, was er richtig gut kann, so viel erreicht hat, zu bewundern? Das, was er erreicht hat, ist einmalig.“

          Er selbst fühlt sich dagegen durch unterlegenes Material eingebremst. „Es ist enttäuschend, wenn man nicht die Leistung zeigen kann, zu der man sich im Stande fühlt. Das ist eine Phase, die ich durchlebe, seitdem ich in der Formel 1 bin“, meinte der 27-Jährige.

          Frentzen verpasst Qualifikation

          Wenig erfreulich ist der Saisonverlauf auch für Heinz-Harald Frentzen, der nur drei Runden fuhr und in 1: 18,497 Minuten ebenso wie sein Arrows-Teamkollege Enrique Bernoldi aus Brasilien deutlich die Qualifikation für das Rennen verpasste. Ob die beiden bewusst langsam gefahren sind, blieb unbeantwortet.

          Fakt ist: Das hochverschuldete Arrows-Team steht vor einer unsicheren Zukunft und durfte in Magny-Cours nach einer einstweiligen Verfügung des größten Anteilseigners (Morgan Grenfell) nicht am freien Training am Freitag teilnehmen.

          Fisichella blieb unverletzt

          Nach einem Unfall von Giancarlo Fisichella war das Freie Training 25 Minuten lang unterbrochen worden. An seinem Jordan-Honda war ein Heckflügel gebrochen, der Italiener prallte in einen Reifenstapel. Er blieb dabei unverletzt, muss aber zunächst auf die Teilnahme am Zeittraining verzichten (Fisichella: Startverbot nach schwerem Unfall).

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