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Grand-Prix-Finale : Astrid Kumbernuss siegt beim Saisonabschluss

  • -Aktualisiert am

Grand-Prix-Gesamtsieger: Andre Bucher (r.) Bild: dpa

Der Schweizer 800-m-Weltmeister Andre Bucher und die rumänische 1.500-m-Vizeweltmeisterin Violeta Szekely haben in Melbourne beim Grand-Prix-Finale der Leichtathleten gesiegt.

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          Spannender hätte die Leichtathletik-Saison 2002 nicht enden können. Ein kleiner Fehler des amerikanischen Hürdensprinters Allen Johnson an der zweitletzten Hürde entschied über den Gesamtsieg. Der Kubaner Anier Garcia gewann das Rennen im Olympic Park in Melbourne und der lachende Dritte hieß - Andre Bucher. Der schweizer 800-m-Weltmeister sicherte sich durch Johnsons Patzer den Sieg in der Gesamtwertung des Grand Prix und kassierte zum Ende der für ihn so erfolgreichen Saison noch einmal satte 100.000 Dollar.

          Überglücklich sei er, sagte Bucher, nicht so sehr wegen des Geldes, sondern weil er die für ihn traumhafte Saison perfekt beendet habe. Von Schadenfreude wollte er aber nichts wissen. Deswegen hat der Züricher auch nicht vor, seinem Helfer einen Drink auszugeben. Er siegte mit 102 Punkten vor Johnson (101) und 1.500-Weltrekordler Hicham El Guerrouj (Marokko/100).

          „Bewiesen, dass ich es noch kann“

          Bei den Frauen war die Situation klarer. 1.500-m-Läuferin Violeta Szekely (Rumänien) hatte mit 116 Punkten elf Zähler mehr gesammelt als 800-m-Weltmeisterin Maria Mutola (Mosambik) und zwanzig mehr als 400-m-Hürdenläuferin Tatjana Tereschuk (Ukraine).

          Für die früherere Kugelstoßweltmeisterin und Olympiasiegerin Astrid Kumbernuss ging eine mäßige Saison im kalten Melbourne erfreulich zu Ende. Die Neubrandenburgerin gewann mit 18,94 m den Wettbewerb. „Ich habe vorher schon zu den anderen gesagt, das ist der letzte Stoß der Saison, der wird gut", berichtete sie erleichtert, und tatsächlich übertraf sie im letzten Versuch der gesamten Konkurrenz die Weissrussin Nadeschda Ostapschuk um zwölf Zentimeter. „Das entschädigt mich zwar nicht für die schlechte Saison, aber ein versöhnlicher Abschied war es schon, ich habe mir bewiesen, dass ich es noch kann", sagte sie.

          Boris Henry Dritter

          Im Training hatte sie regelmäßig über 20 Meter gestoßen, doch im Wettkampf hatte in diesem Jahr nichts geklappt, eine Enttäuschung folgte der nächsten. Nach ihrem missglückten Auftritt bei den Godwill Games und dem guten Ende von Melbourne flog sie noch am Abend nach Deutschland zurück: „Jetzt reicht's."

          Immerhin dritter zum Abschluss wurde Boris Henry. Der Mann mit der Kappe aus Saarbrücken erzielte im Speerwerfen 85,43 m und musste sich nur dem wieder einmal unantastbaren Jan Zelezny (Tschechien/88,98 m) und Eriks Rags (Lettland/85,75) geschlagen geben. Raymond Hecht (Magdeburg) wurde mit 81,28 m Siebter und landete als bester deutscher Leichtathlet überhaupt in der Gesamtwertung auf Platz 24.

          Überwintern in Portugal

          Star des Tages kühlen Sonntag mittags bei Temperaturen um 14 Grad und unangenehm böigem Wind aber war ohne Zweifel Bucher. Er hatte sich zunächst heftig wehren müssen, um überhaupt sein eigenes Rennen zu gewinnen, eine Voraussetzung dafür, dass er überhaupt noch eine Chance auf den Gesamtsieg hatte. Ganz im Gegensatz zur gesamten Saison lief er einmal nicht vorneweg sondern besiegte in 1:46,71 Minuten Juri Borasowski (Russland/1:46,78) im Spurt.

          Johnsons Rennen konnte er sich anschließend relativ entspannt mit den von der Tribüne des alt-ehrwürdigen Stadions ansehen, wo in den 50er Jahren die berühmten Australier wie Ron Clarke und John Landy ihre großen Rennen gelaufen waren. "Nicht übel die 100.000", sagte ein Autgrammsammler zu Bucher, nachdem Johnson durch seinen Fehler 40 000 Dollar verspielt hatte. Das fand der Schweizer auch, obwohl er zuvor gesagt hatte, er gönne Johnson den Sieg und habe im Jahr 2002 ohnehin schon so viel gewonnen. Bucher will nur eine kurze Pause einlegen, obwohl er nach eigener Aussage ein bisschen müde ist und schon in einem Monat mit dem harten Wintertraining beginnen.

          Diesmal will er aber nicht in Australien - fast seiner zweiten Heimat - überwintern sondern in Portugal. 2002 findet das Grand Prix Finale in Paris statt. Dann wird es mehr oder weniger genauso sein wie in diesem Jahr. Erst für 2003 sind wesentliche Änderungen geplant, vor allem sollen wesentlich mehr Disziplinen ausgetragen werden als bisher.

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