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Golf : Langers Wahl wirkt Wunder

  • -Aktualisiert am

Wieder in Form: Colin Montgomerie Bild: REUTERS

Der deutsche Ryder-Cup-Kapitän Bernhard Langer berief Colin Montgomerie mit einer seiner beiden Wildcards in die Europa-Auswahl - und das wirkte bei dem auch sportlich in die Krise geratenen Schotten wie eine Wunderheilung.

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          So locker, entspannt und mit sich und der Welt im Reinen wie in diesen Tagen in Pulheim hat man Colin Montgomerie lange nicht mehr gesehen. Selbst eine für seine Verhältnisse schwache Auftaktrunde von 73 Schlägen (eins über Par) und sieben Schläge Rückstand auf den irischen Spitzenreiter Padraig Harrington (66 Schläge) und drei auf den Zweiten Alexander Cejka (67) am Donnerstag bei der Linde German Masters bringt ihn nicht aus der Fassung. Der auf dem Platz oft so mürrisch wirkende Golfprofi ist sichtlich erleichtert - und nicht nur weil er in zwei Monaten 15 Kilo abgespeckt hat.

          "Bernhard hat mich um die Wildcard lange zittern lassen. Das war viel Streß für mich", scherzt der 41jährige Schotte, der schon seit Jahren einen meist vergeblichen Kampf gegen die überflüssigen Pfunde führt. Der deutsche Kapitän Bernhard Langer, sein Partner in vielen Vierern beim Ryder Cup, berief ihn vor knapp zwei Wochen mit einer seiner beiden Wildcards in die Europa-Auswahl - und das wirkte bei dem durch das Scheitern seiner Ehe auch sportlich in die Krise geratenen Montgomerie wie eine Wunderheilung. Noch vor ein paar Monaten wirkte er bedrückt, Golf diente ihm vor allem als Flucht - und so spielte er auch.

          „Die anderen wollten mich im Team haben“

          Das alles änderte sich, als er bei den BMW International Open vor zwei Wochen mit einem dritten Platz Langer bewies, daß er seine Form wiedergefunden hat. Sechsmal hat Montgomerie für Europa gespielt, dreimal gewann das Team, aber ob Sieg oder Niederlage, im Einzel mußte er sich nie geschlagen geben. Das war sicherlich einer der Gründe, warum sich alle über die Europa- oder Weltrangliste für das Duell gegen die besten Amerikaner qualifizierten Teammitglieder für den Routinier aussprachen und Langer ihrem Ratschlag folgte. "Daß mich die anderen im Team haben wollten, bedeutet mir fast noch mehr als Langers Wahl", sagte Montgomerie.

          An diesem Wochenende spielt der ehemals beste europäische Golfer beim Linde German Masters. Dieses mit drei Millionen Euro dotierte Turnier wird von Langer gemeinsam mit seinem Bruder Erwin veranstaltet. Da fühlt sich der Brite im Golf Club Gut Lärchenhof in Pulheim verpflichtet, Langer etwas zurückzugeben. "Eine gute Plazierung oder besser noch ein Sieg würde Bernhards Entscheidung für mich rechtfertigen", sagt Montgomerie. So wie es am vergangenen Sonntag Luke Donald, der zweite Wild-card-Empfänger, getan hatte. Der Engländer hatte den Vorzug vor dem Schweden Fredrik Jacobson und dem Deutschen Cejka erhalten - und gewann, befreit vom Druck, sich empfehlen zu müssen, eine Woche später in Crans-Montana in der Schweiz das Omega European Masters.

          „Froh, daß die Jungs gut spielen"

          Donald ruht sich derzeit ebenso wie der Spanier Sergio García aus, der Engländer Lee Westwood pausiert wegen der Geburt seiner Tochter, und sein Landsmann David Howell zog seine Meldung für das Linde German Masters wegen einer Grippe zurück. So sind immerhin noch acht der zwölf Europäer, die von Freitag bis Sonntag nächster Woche im Oakland Hills Country Club in Bloomfield Hills bei Detroit den Ryder Cup verteidigen, beim Turnier ihres Kapitäns am Start. Vorige Woche waren es im Wallis nur drei europäische Ryder-Cup-Spieler, aber die räumten dafür kräftig ab: Donald, die Spanier Miguel Angel Jiménez und García belegten in Crans die Ränge eins bis drei. "Mir ist egal, welche Nachricht das nach Amerika sendet. Ich bin einfach froh, daß die Jungs gut spielen", sagt Langer. Und das gilt vor allem für Leute, die nur dank seiner Gunst im Team sind - wie eben Donald oder Montgomerie.

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