https://www.faz.net/-gtl-2qjn

Golf : Langer ein Opfer des „Monster“-Kurses

  • Aktualisiert am

Cut verpasst, nach schwachem zweiten Tag: Bernhard Langer Bild: dpa

Der Deutsche verfehlte bei den PGA Championship in Duluth / Georgia überraschend den Cut , während sich Tiger Woods im letzten Moment rettete.

          3 Min.

          Es war ein vorzeitiger Abschied, der schmerzte. Obwohl Bernhard Langer stets darauf bedacht ist, seinen wahren Seelenzustand zu verheimlichen. Die große Enttäuschung stand dem Anhausener im Gesicht geschrieben. Da konnte der beste deutsche Golfer noch so kühl analysieren, dass es "einer dieser Tage war, wo nicht viel zusammengelaufen ist."

          Zwischen den Zeilen hörte man die Bedeutung des bitteren Ausscheidens bei den PGA Championship heraus. Und es lag nicht nur daran, dass Langer den Cut beim vierten und letzten Major-Turnier des Jahres um einen Schlag verpasste. Nach den hervorragenden Ergebnissen der vergangenen Monate wollte der 43-Jährige seine Topform auf den Grüns des Atlanta Athletic Club in Duluth (US-Bundesstaat Georgia) unterstreichen und endgültig seine Fahrkarte für das bevorstehende Ryder-Cup-Duell zwischen den Mannschaften Europas und der USA im britischen The Belfry lösen.

          Nebenrolle auf dem Monster-Kurs

          Doch mit der unschönen Nebenrolle als Golf-Tourist zur Halbzeit der PGA Championship sind ein paar dunkle Wolken über den fünften Frühling des Schwaben aufgezogen. Die Experten hatten es bereits prophezeit, dass Langer Probleme auf dem Highland-Kurs bekommen würde. Aufgrund seiner 6570 Meter Länge verdiente sich die Par-70-Marathonanlage bereits vor dem ersten Abschlag den Beinamen "Monster".

          So ist beispielsweise das 18. Loch mit 440 Metern die längste Schlussbahn in der Geschichte der PGA Championship und mit jeweils 490 Metern sind auch die zwei Par-5-Löcher nicht ohne. „Man macht die Plätze länger und länger und reduziert so die Anzahl der Spieler, die gewinnen können“, kritisierte British-Open-Sieger David Duval den "Monster"-Platz, der sich mit Langer ein prominentes Opfer nahm.

          Schwächen am zweiten Tag

          Nach dem sechsten Platz beim Masters, einem geteilten dritten Rang bei den British Open und dem Turniersieg bei den Dutch Open - seinem ersten Triumph in vier Jahren - war mit 142 Schlägen (69+73) das Schicksal des Deutschen besiegelt. Die Weite der Schläge ist eben nicht die Stärke des 43-Jährigen, der nach einer soliden Auftaktrunde am zweiten Tag überraschende Schwächen offenbarte. "Am 17. Loch habe ich gemerkt, dass der Cut in Gefahr ist. Danach habe ich wohl etwas zu aggressiv gespielt", meinte Langer, der nicht als einziger Topspieler auf der Strecke blieb.

          Woods rettet sich im letzten Moment

          Auch der spanische Jungstar Sergio Garcia (68+75) verfehlte den Cut. Das gleiche Schicksal hätte beinahe auch Tiger Woods ereilt, doch der Weltranglistenerste zog den Kopf im letzten Moment aus der Schlinge. Der zuletzt schwächelnde Superstar fragte auf dem Weg zum 15. Loch einen TV-Kameramann, bei welcher Schlagzahl wohl der Cut liegen würde. "Da wusste ich", erklärte Woods nach seiner Aufholjagd, "dass ich etwas Großes leisten musste."

          Das gelan ihm: mit einem Putt aus 14 Metern und einem aus zehn Metern schaffte der 25-Jährige an den Löchern 15 und 16 zwei Birdies, mit denen er den Grundstein zum Einzug in die beiden Finalrunden legte. Es spricht für sich, dass der Turnierfavorit danach voller Erleichterung die rechte Faust ballte. Eine Geste, die man eigentlich nur nach Major-Triumphen der golfenden Lichtgestalt kennt. Doch mit insgesamt 140 Schlägen (73+67) liegt der Amerikaner ("diese Hürde zu nehmen schien schwerer zu sein als ein Turnier zu gewinnen") fast aussichtslos im Rennen um die PGA-Krone zurück.

          Nobodies führen

          Überraschend führen mit dem Japaner Shingo Katayama (67+64) sowie dem Amerikaner David Toms (66+65) zwei Nobodies gleichauf mit 131 Schlägen. Doch die namhafte Konkurrenz ist den Paradiesvögeln dicht auf den Fersen. Nach zwei sicheren 66er-Runden liegt Phil Mickelson einen Schlag zurück in Lauerstellung auf Rang drei.

          Der 31-Jährige Kalifornier ist der sentimentale Held der Zuschauer, da er in der Weltrangliste auf Platz zwei liegt, aber noch nie ein Major gewinnen konnte. "Alles ist bislang nach Plan gelaufen", gestand Mickelson, "nun kommt es darauf an, sich ein wenig abzusetzen."

          Chancen für Duval

          Doch neben dem British-Open-Champion David Duval (66+68) darf sich plötzlich auch der überraschend stark auftrumpfende Oldie Mark O'Meara Chancen auf den Turniersieg ausrechnen. Der Freund und Angelpartner von Tiger Woods stellte den Major-Championship-Rekord mit einer 63er-Runde ein und liegt mit 135 Schlägen im Verfolgerfeld.

          Wie schnell sich das Blatt wenden kann, musste Grant Waite erfahren. Der nach dem ersten Tag führende Neuseeländer baute nach einer 64er-Runde stark ab und benötigte im zweiten Durchgang 74 Schläge. Eines ist vor den beiden Schlussrunden sicher: an dem überlangen "Monster" werden noch einige Golfprofis verzweifeln.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ende einer Amtszeit: Sebastian Kurz gibt am 9. Oktober 2021 seinen Rücktritt bekannt

          Frankenberger fragt : Ist das „System Kurz“ am Ende, Ursula Plassnik?

          Sebastian Kurz galt als politisches Wunderkind - jetzt ist er bereits zum zweiten Mal als Bundeskanzler Österreichs zurückgetreten. Wie geht es nun weiter? Wir fragen Ursula Plassnik, frühere Außenministerin des Landes.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.