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Golf : Dramatisches Finale auch ohne Tiger Woods

  • -Aktualisiert am

Überraschungssieger: David Toms Bild: dpa

Nobody David Toms hat überraschend die US-PGA Championship gewonnen mit einem Schlag vor dem ewigen Pechvogel Phil Mickelson.

          2 Min.

          Ein Major kann verdammt brutal sein. Wenn dann noch die Weltelite auf einem Kurs mit dem Spitznamen "Monster" die PGA Championship ausspielt, versteht sich ein dramatisches Finale von selbst. Der für die Schlussrunde erwartete Showdown zwischen den Amerikanern David Toms und Phil Mickelson elektrisierte die Zuschauer auf den Grüns des Atlanta Athletic Club und verbesserte schlagartig die Stimmung bei den Bossen des übertragenden TV-Networks "CBS".

          Man hatte sich eigentlich Tiger Woods und David Duval als Protagonisten gewünscht, doch plötzlich trieben Toms und Mickelson die Quote nach oben. Die Entscheidung im vierten und letzten Major-Turnier des Jahres fiel nämlich erst am 18. Loch, der mit 440 Metern längsten Schlussbahn in der Championship-Geschichte. Gigantischer kann man einen Thriller nicht inszenieren.

          Micke lson verlassen von den Golf-Göttern

          Mickelson lag zu diesem Zeitpunkt einen Schlag hinter seinem Rivalen zurück, konnte aber mit einem Birdie-Putt aus acht Metern zumindest ein Playoff erzwingen. Doch dann stoppte der Ball ganze fünf Zentimeter vom Loch entfernt. Der Weltranglistenzweite atmete tief durch und beobachtete den Führenden Toms, wie der aus vier Metern Maß nahm. Ein erfolgreicher Par-Putt würde dem Nobody aus Louisiana den Sieg bringen. Der Ball fiel in den Hohlzylinder, Mickelson sank seinen Kopf, Toms jubelte.

          Nach vier Tagen waren zwei Profis am 72. Loch Welten voneinander entfernt. "Ich wollte am Schluss kein Risiko eingehen und habe konservativ gespielt. Es hat sich ausgezahlt", jubelte David Toms, "jetzt habe ich Geschichte geschrieben und es ist ein großartiges Gefühl." Während der 34-Jährige auf Wolke sieben schwebte, fühlte sich Mickelson von den Golfgöttern im Stich gelassen. Wie so oft in seiner Major-Vergangenheit. "Jedesmal wenn ich mit ihm gleichgezogen bin habe ich einen Fehler gemacht", meinte ein niedergeschlagener Zweiter, "ich bin maßlos enttäuscht."

          Der beste Golfer ohne Major-Sieg“

          Mickelson war als sentimentaler Favorit der Fans in die Schlussrunde gegangen. Der 31-Jährige Kalifornier war auf dem Par 70-Kurs in Duluth (US-Bundesstaat Georgia) auf einer besonderen Mission. Endlich wollte der Star den inoffiziellen Titel vom "besten Golfer der Welt ohne Major-Sieg" ablegen und seinen 19 Turniersiegen auf der PGA-Tour die langersehnte Major-Krone aufsetzen. Mickelson spielte ohne Frage couragiert und auf hohem Niveau, um am Ende mit 266 Schlägen (66+66+66+68) erneut nur zweiter Sieger zu sein.

          In seinen zehn Jahren als Profi lautet die Major-Bilanz nun 0:34 und Mickelson muss jetzt acht weitere Monate warten, bis seine nächste Major-Chance beim Masters kommt.

          Toms mit Kunststück

          Es mag nur ein schwacher Trost für den Weltranglistenzweiten sein, dass er letztlich durch einen sensationellen Schlag von Toms verlor. Dem Paradiesvogel war nämlich in der dritten Runde am 15. Loch ein Hole-in-one gelungen. Mit einem Holz 5 beförderte der 35-Jährige Außenseiter den Ball aus 221 Metern ins Loch. Ein Kunststück, das Toms am Samstag die Führung einbrachte. Er sollte sie nicht mehr abgeben.

          Dem Sieger brachte der erste Major-Triumph neben einem Scheck über 936.000 Dollar und der Wanamaker Trophäe auch noch die Qualifikation für das amerikanische Ryder Cup-Team, das im nächsten Monat im britischen The Belfry auf die Auswahl Europas trifft. In der Euphorie ging fast unter, dass der Nobody mit 265 Schlägen (66+65+65+69) einen neuen Championship-Rekord aufstellte.

          Woods in der Krise

          Die PGA Championship, bei denen der Anhausener Bernhard Langer bereits am Cut gescheitert war, brachten neben Mickelson auch den weiteren Favoriten kein Glück. British Open-Champion David Duval fand sich nur auf einem geteilten zehnten Platz wieder und für Tiger Woods reichte es gar mit 279 Schlägen (73+67+69+70) nur zu einem geteilten Rang 29.

          Damit geht die rätselhafte Talfahrt des Weltranglistenersten weiter, der beim fünften Turnier in Folge außerhalb der Top 10 landete. Ein Novum in der atemberaubenden Karriere des 25-Jährigen. "Man kann halt nicht ständig gut spielen", erklärte Woods, "besonders nicht in diesem Sport." Auch wenn der Superstar in Duluth nur eine ungewohnte Nebenrolle spielte, war der Enthusiasmus der Fans ungebrochen. Toms und Mickelson haben bewiesen, dass ein Major auch ohne einen Tiger in Höchstform höchst unterhaltsam sein kann.

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