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Golf : Der Tiger schwächelt, ein "Paradiesvogel" nutzt seine Chance

  • -Aktualisiert am

Der Dominator geht in die Knie: Tiger Woods Bild: dpa

Tiger Woods bleibt bei den PGA Championship ohne Siegchance, während Bernhard Langer sogar den Cut verpasste und nur um die Teilnahme am Ryder-Cup bangen muss.

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          Bernhard Langer wollte diese Tradition bei den PGA Championship eigentlich nicht fortsetzen. Nachdem der Anhausener in 14 Auftritten nicht einmal unter den Top 20 gelandet war, sollte diesmal beim vierten und letzten Major-Turnier des Jahres alles anders werden. Doch der 43-Jährige Schwabe wurde ein Opfer des 6570 Meter langen "Monsterkurses" in Duluth (US-Bundesstaat Georgia) und scheiterte mit 142 Schlägen (69+73) bereits am Cut.

          "Zwei kurze Konzentrationsschwächen haben mich vier Schläge zurückgeworfen", sinnierte ein enttäuschter Langer, "das läßt sich in einem Klassefeld nicht mehr aufholen." Am Ende fehlte dem besten deutschen Golfer gerade einmal ein Schlag, um in die beiden Schlussrunden einzuziehen. Gewiss eine bittere Pille nach zuletzt hervorragenden Leistungen, doch zum Trost zeigte die namhafte Konkurrenz auf den Grüns des Atlanta Athletic Club ebenfalls Schwächen.

          Führung eines Außenseiters

          Für Jungstar Sergio Garcia (Spanien) war nach 36 Runden Schluss und Favorit Tiger Woods rettete sich erst im letzten Moment ins Finale. Verkehrte Golf-Welt - mit der Führung des Außenseiters David Toms (USA) hatte nach drei Tagen bestimmt niemand gerechnet. Doch der Mann aus Louisiana liegt nicht nur auf Platz eins, seine 196 Schläge (66+65+65) nach 54 Löchern bedeuten zugleich einen Championship-Rekord. "Nun glaube ich wirklich, dass ich hier gewinnen kann", meinte der 34-Jährige, der vor der sonntäglichen Schlussrunde zwei Schläge Vorsprung vor Phil Mickelson (66+66+66) hatte.

          Nobody gegen „besten Spieler ohne Major-Titel“

          Die beiden Amerikaner sind nun die Favoriten auf den Turniersieg, der jedem der beiden den ersten Major-Triumph in ihrer Laufbahn bescheren würde. Der Showdown läuft allerdings unter dem Label "Nobody gegen Superstar", denn unterschiedlicher können zwei Protagonisten nicht sein. Toms verfehlte bei den British Open im vergangenen Monat den Cut, belegte den 66. Platz bei den US Open und kam beim Masters auf den 31. Rang. Seinen fünf Siegen auf der PGA-Tour stehen gleich deren 19 Titel von Mickelson gegenüber. Der 31-Jährige Kalifornier ist die Nummer zwei der Weltrangliste und stand schon mehrmals kurz vor einem Major-Erfolg.

          Mickelson trägt allerdings das seltsame Prädikat des "besten Spielers ohne Major-Titel" und will es endlich ablegen. "Es wird ein harter Zweikampf werden", glaubt David Toms, "doch der Druck liegt ganz klar auf ihm als Favoriten."

          Wenn zwei um den Sieg streiten, freut sich auch beim Golf nicht selten der Dritte. Steve Lowery und Shingo Katayama, der mit einem Cowboyhut spielende Japaner, liegen mit jeweils 200 Schlägen ebenfalls noch gut im Rennen. Auch British Open-Champion David Duval darf sich mit 201 Schlägen (66+68+67) und damit fünf Schlägen Rückstand auf Toms noch Chancen ausrechnen.

          Woods außen vor bei der Entscheidung

          Keine Rolle bei der Pokalvergabe bei den mit fünf Millionen Dollar dotierten Championship wird hingegen Tiger Woods spielen, der mit insgesamt 209 Schlägen (73+67+69) nach drei Runden seinen Traum von der Titelverteidigung begraben musste. Der weltbeste Golfer ist in ein rätselhaftes Sommerloch gefallen und liegt aussichtslos 13 Schläge hinter Toms auf einem geteilten 32. Platz zurück. Der Ausnahmekönner, der vier Majors in Folge gewann, läuft nun auf dem Par-70 Highland-Kurs Gefahr, beim fünften Turnier in Folge außerhalb der Top 10 zu landen.

          Da der weltbeste Golfer schwächelt, ist der Weg frei für einen Paradiesvogel wie Toms. Der Amerikaner wollte sich eigentlich nur mit einer guten Platzierung für das Ryder Cup-Team der USA empfehlen, dass Ende September im britischen The Belfry auf die Auswahl Europas trifft.

          Diese Ziel hatte auch Bernhard Langer. Nach dem sechsten Platz beim Masters, einem geteilten dritten Rang bei den British Open und dem Turniersieg bei den TNT Dutch Open - seinem ersten Triumph in vier Jahren - schien der Deutsche den Sprung in die europäische Auswahl geschafft zu haben. Doch nun hat das große Zittern begonnen. Langer muss auf eine Wildcard hoffen.

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