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Glosse : Rodel-Alarm

  • -Aktualisiert am

Alpttraum für die deutschen Schlittenfahrer: Erin Hamlin beendet die 14 Jahre alte Siegesserie Bild: AP

Unfassbar! Deutschlands Rodel-Frauen verlieren erstmals nach 14 Jahren. Das war bis zur historischen Niederlage von Lake Placid genauso unwahrscheinlich wie eine Niederlage im Dressurreiten. Gehen nun Medaillenträume den Eiskanal hinunter?

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          Deutsche Rodel-Frauen unter Schock! Hört sich schlimm an, ist aber viel zu harmlos formuliert. Die Wahrheit: Ganz Deutschland steht unter Schock! Ja, es ist wahr, der Abschwung hat einen neuen Tiefpunkt erreicht, einer der Eckpfeiler von Stolz und Identität der Nation ist weggebrochen, einfach so, auf einer Bobbahn in Lake Placid in den Vereinigten Staaten, dort hat am Freitag eine Amerikanerin den Weltmeistertitel gewonnen.

          Im Rodeln! Nicht Silke Kraushaar-Pielach aus Sonneberg/Thüringen, nicht Natalie Geisenberger aus München/Bayern, nicht Tatjana Hüfner aus Neuruppin/Brandenburg, sondern Erin Hamlin aus Hartford/New York.

          Wie ein Versagen der Dressurreiter

          Dies ist das bittere Ende einer 14 Jahre währenden deutschen Siegesserie. Es ist, als hätten die deutschen Dressurreiter versagt, die deutschen Minigolfer, es ist, als wären die Engländer im Darts besiegt, die Iren im Hurling, die Schweizer im Schwingen.

          Es ist ein schwerer Schlag für ein Land, das den Hackl-Schorsch hervorgebracht hat und das Institut für Forschung und Entwicklung von Rodelgeräten (FER) und außerdem über vier Bob- und Rodelbahnen verfügt, fast so viel wie der ganze große Rest der Winterwelt.

          Das Desaster ereilte den deutschen Sport zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Vancouver. Da sieht das Nationale Olympische Komitee schon sicher geglaubtes Gold den Bach runtergehen und fragt sich: Was wird dazu bloß der Innenminister sagen und erst der Große Vorsitzende des Sportausschusses? Vielleicht sollten wir eine weitere Rodelbahn bauen.

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