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Missgeschick beim Giro : Zu früh gefreut

Der wirkliche Sieger: Fernando Gaviria Bild: EPA

Luka Pibernik gewinnt vermeintlich überlegen den Zielsprint bei der fünften Etappe des Giro d’Italia. Doch noch während er jubelt, rauscht das Hauptfeld an ihm vorbei.

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          Die Erfolgsbilanz von Luka Pibernik als Radprofi ist bislang eher mittelgut: der 23-Jährige war zwei Mal slowenischer Meister im Straßenrennen, 2013 gewann er seine erste internationale Etappe bei der „Czech Cycling Tour“, 2016 dann noch eine bei der „Eneco Tour“ – beides Etappenrennen der zweiten Kategorie. Doch immerhin reichte es für den jungen Slowenen schon zu einem Vertrag als Helfer in der ersten Radsportliga. Pibernik gehörte seit 2015 zur Mannschaft Lampre-Merida und fährt seit dieser Saison für Bahrain-Merida, das Team des Italieners Vincenzo Nibali.

          Der Vornewegfahrer: Luka Pibernik an seinem vermeintlich großen Tag

          An diesem Mittwoch beim Giro d'Italia schien nun der große Moment für den Helfer des Titelverteidigers gekommen. Beim Zieleinlauf in Messina distanziert der ausgerissene Wasserträger die radelnde Konkurrenz um Längen, mit breiter Brust und ausgestreckten Armen freute er sich über seinen vermeintlich größten Triumph – und wunderte sich auch so gar nicht darüber, wie unangefochten er die Etappe offenbar für sich entscheiden konnte.

          Das böse Erwachen kam für den Giro-Debütanten wenige Meter nach dem Zielstrich, als das Hauptfeld unbeeindruckt an ihm vorbeirauschte. Luka Pibernik hatte schlicht vergessen, dass noch eine Runde auf dem Kurs in der sizilianischen Hafenstadt zu fahren war. Als der düpierte vermeintliche Sieger sich wieder gefangen hatte, war das Rennen für ihn gelaufen.

          5,7 Kilometer später hatte er mit dem Ausgang des Etappentages nichts zu tun, er konnte sich nicht mal im immerhin 110-köpfigen Hauptfeld halten, sondern radelte in der zweiten Gruppe mit zwanzig Sekunden Rückstand ins Tagesziel – auf Platz 148. In der Gesamtwertung rangiert er mit nun 23 Minuten und 57 Sekunden Abstand zum Führenden Bob Jungels (Luxemburg) auf Platz 107. Ein Mann unter ferner liefen, ein Wasserträger eben. Dennoch wird er als der Kerl, der sich zu früh freute, wohl noch eine Weile unfreiwillig bekannt sein im Peloton. Und auch er wird den Tag, an dem er vermeintlich seinen ersten großen Etappensieg feierte, so schnell nicht vergessen. Die fünfte Etappe gewann übrigens der Kolumbianer Fernando Gaviria im Massensprint.

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